mano dayak - bis 1995 führer der tuareg - beschreibt sein leben und seinen kampf gegen die ungerechtigkeiten, die seinem volk nach der aufteilung des landes, das jahrhunderte lang seinem volk gehörte, widerfahren. eine tragödie, von der man hier leider viel zu wenig erfährt.
das buch vermittelt einen tollen eindruck vom schlichten und auf das absolut notwendigste beschränkte leben der tuareg-nomaden, aber auch von ihrem praktischen und erstaunlichen wissen, das sie über viele generationen erworben und weitergegeben haben und von ihrem aberglauben und ihrer teilweise poetischen gedankenwelt. kleinigkeiten haben oft eine große bedeutung, nichts wird verschwendet und alles ist geprägt von tiefer achtung vor der natur und den menschen.
er erzählt zunächst vom kargen und doch geborgenen leben in der kindheit, die er in der wüste und ihren oasen verbringt. vom widerstand des vaters, ihn in die schule zu geben. eine tragik, die so oder so das nomadische leben zerstören wird: die, die lernen, werden sich verändern und die nomadischen traditionen vergessen und die, die nicht lernen auch, weil sie zurückbleiben hinter der allgemeinen entwicklung.
aber die einsame idylle wird gestört: unter mehreren staatsterritorien wird das tuaregland aufgeteilt und von da ab spielen politische intrigen, rassismus und neid die hauptrollen im zusammenleben der menschen. keiner duldet sie, die ehemaligen herren der wüste in seinem land und verlangt mitten in der lebensfeindlichen wüste plötzlich einen paß oder ein visum von ihnen, wenn sie nur bis zum nächsten brunnen ziehen wollen - obwohl viele von ihnen noch nicht mal wissen, daß sie damit in einen anderen staat "einreisen". aber auch wenn sie versuchen, sich in einem der staaten zu etablieren, kriegen sie keine chance an den knappen ressourcen zu partizipieren. und mano dayak versteht, daß weder eine politische noch wirtschaftliche integration gewollt ist. das läßt ihn aufbegehren und für die sache der tuareg streiten - die er letzlich doch nicht vollenden kann.
die ganze erzählung ist sehr komprimiert und an vielen stellen auf das nötigste beschränkt - ganz nach der sparsamen art der tuareg, die ihre empfindungen für sich behalten. ich hätte z.b. gerne etwas mehr erfahren, wie sich mano dayak bei seiner ersten zugfahrt, bei seinem ersten flug und beim besuch der ersten großen stadt gefühlt hat. das soll allerdings keine kritik sein, sondern vielleicht nur ein bischen neugier.