... fand ich diese Autobiographie, die die Schwägerin des Dalai Lama hier vorgelegt hat.
Obwohl die Autorin ein wechselvolles Leben in den verschiedensten Ländern verbrachte - Tibet, Indien, Schweiz, New York und wiederum Indien sind die wichtigsten Stationen - gestaltete sich die Lektüre ihres Buches zäh und widerspenstig. Viel Namedropping und wenig Reflexion in Verbindung mit schwer nachvollziehbaren Lebensentscheidungen - so empfand ich es jedenfalls. Trotz ihrer Herkunft aus einer hochrangigen tibetischen Familie und vieler Berühmtheiten, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnete, kamen mir die Schilderungen von Namgyal Lhamo Taklha oft merkwürdig distanziert und leblos vor. Es gibt zwar jede Menge berühmte Persönlichkeiten, die namentlich im Buch auftauchen, doch das allein genügt leider nicht, um eine packende Lektüre zu ergeben.
Dabei hat die Autorin sogar bei den Dreharbeiten des Tibet-Filmes "Kundun" von Martin Scorsese als Kostümberaterin mitgewirkt. Stoff für eine mitreißende Lebensgeschichte wäre genug vorhanden. Und doch ist "Geboren in Lhasa" insgesamt ziemlich langweilig geraten. Ein Buch, durch dessen Text ich mich mühsam quälte. Die tibetischen Feste im Jahreslauf werden z. B. sehr hölzern erzählt, und der plötzliche Tod des Ehemannes Lobsang lässt einige Fragen offen.
Die Schwarzweiß-Fotos im Mittelteil sind noch das Interessanteste an dem Buch. Hier verfügte die Autorin über ungewöhnliche Aufnahmen aus tibetischer Vorkriegszeit.