Es gibt andere Bücher über dieses Thema (und diesen Frontabschnitt), die mit deutlich weniger Pathos und Heldenverehrung auskommen als dieses von Lichem.
Bei der Beschreibung der einzelnen Frontabschnitte findet man viele Wiederholungen (daß die k.u.k. Armee 100% unbesiegt geblieben sei, der Grund für die Verschiebung der Front aufgrund der Isonzo-Schlacht, all das liest man an etlichen Stellen wieder und wieder.
Der geschichtliche Hintergrund kommt sehr kurz; es werden die geographischen Gegebenheiten gut erläutert (auch die Hinweise auf die Kompaß-Karten sind gut), ebenso ganz gut sind die "touristischen Hinweise", obwohl die natürlich nicht an die Bücher von Walter Schaumann heranreichen.
Was mich extrem gestört hat, ist die ganze einseitige Lobhudelei auf die glorreiche k.u.k. Armee, gemischt mit unsäglichem Pathos, Nationalismus und unzeitgemäßer Heldenverehrung (da entschuldigt auch das Entstehungsjahr des Buches nicht, das war in den 70ern auch schon daneben). Das Werk liest sich in diesem Gesichtspunkt wie ein Schmöker aus den dreißiger Jahren.
Als Vervollständigung der Bibliothek über den Gebirgskrieg ist das Buch zu gebrauchen, aber es wäre nicht meine erste Wahl.
Der erste Band dieser Trilogie ist eher eine Empfehlung, da es für diesen Frontabschnitt kaum andere Beschreibungen gibt, aber Bände 2 und 3 sind wirklich kein Muß.
Ich empfehle Gunter Langes und Walter Schaumann. Vor allem letzterer hat eine wirklich gute Mischung zwischen Historie und detaillierten Wegbeschreibungen zum selbst erwandern.