Andreas Dorau ist vor allem eins: unverwechselbar! Und das ist im Zeitalter der austauschbaren Castingmarionetten, die alles daran geben so zu klingen wie alle anderen, eine Wohltat!
Leider hat man nur in den Credits des Albums verzeichnet, daß dies eine Überspielung von Schallplatte ist. Die ist an sich zwar ganz ordentlich, aber die Vinyl-üblichen Mängel (etwa das Verzerren des Klangs je weiter man zur LP Mitte kommt) konnten nicht bereinigt werden. Erfreulich dagegen die Bonus Tracks, allen voran die niedliche Single "Kleines Stubenmädchen", zu der es im Booklet auch ein paar interessante Infos zu lesen gibt.
Andreas Dorau hat verlauten lassen, daß ihm dieses (sein zweites) Album nicht gefällt und zwar weil es zu gut produziert ist. Nun, das war seinerzeit (1983) genau das, was mich daran begeisterte. Die gradezu unbeschreiblichen Songs dieser Schülerband sind rumpelige Popperlen, klingen selbst heute noch frisch, im besten Sinne naiv und schillernd. Andreas Dorau hat immer wieder gute Platten gemacht, die stets etwas neben der Spur waren und grade deshalb wichtig, ja ich meine sogar wertvoll.