Es ist einfach nicht zu glauben. Erst habe ich Splinter Cell: DA auf Grund seiner kinoreifen Präsentation in den Himmel gelobt, da steht nun auch schon einer der wichtigsten Kandidaten für Microsofts Wunderkiste in den Läden. Leider werden Erwachsene in Deutschland nicht in den Genuss dieser Perle kommen, die wohl zum einen der am besten inszenierten Videospiele überhaupt zählt. Der Grund dafür ist auch gleich gefunden:
Die Grafik! Machen wir auch nicht lange rum: So etwas hat man noch nicht gesehen! Zumindest ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich im dritten Akt die Wasserspiegelungen, die Wettereffekte und überhaupt den ganzen Regen bewundert habe. Also das war wirklich unglaublich. Sogar auf den Blättern und der Vegetation wirken die feuchten Oberflächen auf Grund des Regens dank Shader-Effekte unglaublich real. Da muss man sich wirklich fragen, was für eine Monsterhardware in der Xbox 360 schlummert. Was auch klar ist: Mit der Unreal Engine Build 3.0 beginnt definitiv eine neue Zeitrechnung der Polygonkunst. Kann natürlich sein das in den nächsten Jahren und Monate GoW schon wieder grafisch überholt wird aber was zählt ist das hier und jetzt! Und ich wage mal zu behaupten, das im Moment GoW der absolute Referenztitel in diesem Bereich ist. Die grafische Messlatte hat nun auf der Xbox 360 das endgültige “Next-Gen“ Niveau erreicht. Jetzt liegt es an den anderen das zu toppen oder zumindest da ran zu kommen. Den bald erscheinenden Xbox 360 Titeln traue ich das schon zu. Nunja wenn man sich mal die kommenden PS3 Spiele so ansieht... sieht schlecht aus! Ein paar schöne Renderfilme gibt es und Resistance ist auch nicht schlecht, zieht aber im direkten Vergleich den kürzeren ganz einfach deshalb da Microsoft mit der zweiten Spielegeneration ein Jahr im voraus ist. Ist eben einfach Fakt! Und noch etwas: Im Gegensatz zu den hübschen Renderfilmchen der PS3 werden diese in GoW in Ingame-Spielgrafik dargestellt. Und jeder der die beiden Zwischensequenzen gesehen hat (Marcus Ankunft am Embry Square, General Raams erster fieser Auftritt) muss zugeben: Das rockt ja wohl alles weg! Also was da auf dem Bildschirm abgegangen ist... da war ich einfach nur baff und verblüfft. Es hat mich umgehauen. Aber nicht nur mich, sondern auch meine beiden Kumpels denen ich das unbedingt vorführen wollte (etwas angeben darf man ja). Und selbst diese beiden Ego-Shooter Hasser kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Für mich die beiden besten Zwischensequenzen seit es Spiele gibt. Was für eine Inszenierung! Das selbe gilt auch für den Sound: Meiner Meinung nach haben es die Tontechniker von Epic etwas übertrieben: Ich habe gedacht der Subwoofer fliegt mir um die Ohren! Also so laut habe ich meine Anlage noch nie gehört obwohl ich die gleichen Einstellungen wie vorher hatte. Die armen Nachbarn... lange Rede kurzer Sinn: Grafik und Sound sind Next Generation pur! Und was ist mit dem PC? Der muss erst noch erfunden werden um die Grafikbombe flüssig mit allen Details spielen zu können. Hier die Daten was die Xbox 360 in diesem Spiel technisch bietet; Auflösung 1980 mal 1080i/p (full HD), aktive Kantenglättung, kaum Tearing, Bump.-Normal.-Displacement Mapping, hochauflösende Texturen.
Es gibt aber auch negatives abseits vom Technickwahn: Die Geschichte und die Spieldauer. Warum hat man nicht erklärt, welche Motivation hinter den Locust (geniale Charaktermodelle. So müssen Aliens aussehen!) steckt? Wo kommt die Rasse her und warum wollen sie den gesamten Planteten ausrotten!? Auch die Charaktere wie Marcus und Dom bleiben ziemlich blass. Warum erfährt man zum Beispiel nichts über den Verrat von Marcus oder sein Verhältnis zu seinem Vater. Natürlich muss man nicht unbedingt eine ausgeklügelte Story alla Half Life 2 präsentieren aber etwas einfallslos ist das schon. Alles läuft einfach nach dem -finde und töte alle Locust- Prinzip ab. Aber es ist ja eine Fortsetzung angekündigt vielleicht gibt es ja da die ersehnten Antworten. Die Geschichte lebt einfach von ihrer actionreichen Inszenierung. Die Spielzeit mit knapp 8 Stunden ist auch unverschämt. Zwar erlebt man in dieser Zeit die intensivsten Actionkämpfe überhaupt und diese werden dank dem taktischen Deckungsprinzip niemals langweilig, aber mindestens 12 – 15 Stunden kann man ja verlangen. Vielleicht ist das Spiel aber auch einfach so toll das man immer mehr will... Die KI gehört neben F.E.A.R zu einer der besten im Genre. Leider läuft die Team-KI öfter mal ins offene Mündungsfeuer was sehr nervig sein kann. Auch lassen sich einige Locust wohl doch gerne abschießen: Manche versuchen nicht mal zu fliehen wenn man mitten draufhält.
Grafik: 20/20
Story: 11/20
Atmosphäre: 20/20
KI: 9/10
Musik: 8/10
Soundeffekte: 10/10
Umfang: 3/10
Special-Award für Grafik
Special-Award für Atmosphäre
Special-Award für Soundeffekte
Gesamtwertung: 81 % = 5 Sterne
Fazit: GoW will nicht mit einer großen Geschichte punkten, sondern mit einer Hammer-Atmosphäre und den spektakulärsten Actionkämpfen seit Half-Life 2. Einfach grandios!