Pressestimmen
Was im Nahen Osten wirklich passiert, ist für uns … nicht immer leicht zu durchschauen. Einer der aufmerksamen Beobachter vor Ort ist Uri Avnery, Mitbegründer der israelischen Friedensorganisation, die seit Jahren dafür eintritt, endlich zu einer Verständigung mit allen arabischen Nachbarn zu kommen. Avnery, Jahrgang 1923, hat die Entwicklung Israels als Untergrundkämpfer und Teilnehmer am Unabhängigkeitskrieg aktiv mitgestaltet. … Avnery führt eine Art Tagebuch, indem er wöchentlich die wichtigsten Ereignisse in einer Kolumne verarbeitet und für Interessierte im Ausland erläutert. Er erklärt Hintergründe bestimmter Prozesse und berichtet aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen wie die Wahlen zum palästinensischen Parlament, den Krieg Israels gegen den Libanon in diesem Sommer und rührt an Tabus, die europäische Autoren nicht anzufassen wagen. (Balaton Zeitung)
Kurzbeschreibung
Das politische Tagebuch des israelischen Friedensaktivisten Uri Avnery rüttelt an einer großen Zahl von Tabus in der Politik Israels, die immer mehr vom Militär beherrscht wird. Der Autor - ein israelischer Patriot, der schon in der Unabhängigkeitsbewegung kämpfte - kritisiert die zahlreichen Verletzungen von UnResolutionen durch die israelischen Regierungen von Ben Gurion bis Ehud Olmert. Avnery, früher Mitglied der Knesset und führender Kopf der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom, der bereits 1982 mit Yassir Arafat in Beirut zusammentraf und für eine Verständigung zwischen den beiden Völkern eintritt, sucht den Dialog mit den Nachbarn, insbesondere der neuen Hamas-Regierung und kritisiert die enge Kooperation der neuen Kadima-Regierung mit der Bush-Administration. Viele Details aus der israelischen Innenpolitik, die in Europa wenig bekannt sind, werfen die Frage nach der Steuerung der Massenmedien auf, die einseitig über den Konflikt berichten. Averys kritische Betrachtungen verdeutlichen, wie sich in seiner Heimat besonders aus den mehr als eine Million Neubürgern aus dem Bereich der ehemaligen UdSSR ein neuer rechtsradikaler Rand gebildet hat z.B. die rassistische Partei um Avigdor Libermann , dessen Hetztiraden wie auch Mordaufrufe radikaler Gruppen ungesühnt bleiben. Das Tagebuch erläutert, wie die ursprünglichen säkularen Intentionen der Gründer Israels durch einen religiösen Rassismus gefährdet wurden. Der Autor setzt der jetzigen Politik Israels ein anderes Modell einer zukunftsorientierten Friedenspolitik entgegen.
Über den Autor
Uri Avnery, geb. 10.9.1923 in Beckum in Westfalen (als Helmut Ostermann), kam 1933 nach Palästina, wo er von 1938-1942 Mitglied der Untergrundbewegung Irgun war und 1948 am Unabhängigkeitskrieg teilnahm und verwundet wurde. 1953 erhielt er, in Anerkennung seines Anteils an der Verhinderung der Vertreibung des arabischen Dorfes Abu-Ghosh bei Jerusalem die Ehrenbürgerschaft dieses Ortes. Zwischen 1965 und 1981 war er 10 Jahre hindurch Mitglied der Knesset, Herausgeber des Nachrichtenmagazins Haolam Haseh , 1975 Gründungsmitglied des Israeli-schen Rates für Israelisch-Palästinensischen Frieden und 1993 des Israelischen Friedensblocks Gush Shalom . 1982 schloss er in Beirut Bekanntschaft mit dem PLO-Führer Yassir Arafat. Er verfasste zahlreiche Bücher und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen u.a. 1997 den Aachener Friedenspreis und 1998 den Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte und 2001 mit seiner Frau Rahel und Gush Shalom den Alternativen Nobelpreis ( Right Livelihood Award ). Als betonter Vertreter der Trennung von Staat und Religion widersetzt er sich dem orthodoxen Einfluss auf die Politik in Israel. Er propagiert ein "Israel ohne Zionismus", um dem Staat die Vergangenheit, die sich auf den Friedensprozess erschwerend auswirkt, zu nehmen. Am 13.9.2003 begab er sich als menschlicher Schutzschild zum belagerten palästinensischen Präsidentensitz in Ramallah. Mit ihm wollten 30 Friedensaktivisten nach eigener Aussage die Absichten von Premier Sharon durchkreuzen und versuchten die von ihnen befürchtete Ermordung Arafats, ausgeführt von Soldaten unter dem Befehl der israelischen Regierung zu verhindern.