"Gauklersommer" spielt, wie "Kahlschlag", im osttexanischen Camp Rapture. Allerdings ist es keine direkte Fortsetzung, sondern Sunsets Urenkel, Cason, ist die Hauptperson in einem, für Lansdales Verhältnisse, recht gewaltarmen Thriller. Der Irak-Veteran und Trinker, Cason, kommt nach Camp Rapture zurück und nimmt die Stelle als Kolumnist bei der Lokalzeitung an. Der Fall der verschwundenen Schönheit Caroline beschäftigt ihn und bald sieht es sich einer Menge von Verwicklungen gegenüber, die von Erpressung über Entführung bis hin zu Mord durch Häutung (!) reichen. Die Handlung ist unglaublich spannend und ziemlich düster, aber auch mit ordentlich viel schwarzem Humor versehen. Typisch für Lansdale tauchen auch eine Menge skurriler Typen auf. Hierbei hat sich der Autor aus Texas wirklich selbst übertroffen. Sowohl Mrs. Timpson, Casons Chefin, als auch Booger, Casons ehemaliger Kriegskumpel und selbsterklärter Soziopath, sind so durchgeknallt, dass man, trotz der nervenaufreibenden Handlung, oftmals laut lachen muss. Wer Lansdale mag, sollte aufjedenfall bei "Gauklersommer" zugreifen, wer Lansdale noch nicht kennt, der sollte sich diesem Buch ebenfalls widmen, weil es, meiner Meinung nach, das vielleicht coolste Buch von Lansdale ist. Daher fünf von fünf Punkten!