Nach anfänglichen Bedenken reist Harriet Vane, die große Liebe von Dorothy Sayers berühmten Seriendetektiv Lord Peter Whimsey, zur Jahresfeier ihrer ehemaligen Universität, dem Shrewsbury College in Oxford. Das anfänglich harmlose Wiedersehen mit alten Studienfreundinnen und ehemaligen Professorinnen entwickelt sich jedoch immer mehr zum Alptraum. Plötzlich erhalten verschiedene Schülerinnen und Lehrkräfte anonyme Drohbriefe, eine von Messerstichen malträtierte Strohpuppe baumelt am Deckenbalken der Collegekapelle und ein unheimlicher Poltergeist demoliert die Gebäudeeinrichtung. Als sich die Collegeleitung nicht mehr zu helfen weiß, bittet sie Harriet um die Aufklärung dieser seltsamen Vorfälle. Als bekannte Kriminalschriftstellerin und mehrmalige Assistentin von Lord Peter, hat sie bereits Erfahrungen als Detektivin gesammelt. Doch auch sie kann nicht verhindern, daß eine Studentin durch diesen Nervenkrieg fast in den Selbstmord getrieben wird. Als Harriet dann selbst nur knapp einem Mordanschlag entkommt, erscheint Lord Peter plötzlich auf der Bildfläche. Zusammen mit Harriet begibt er sich auf die Suche nach dem Verantwortlichen und macht eine überraschende Entdeckung.
Stärker noch als in ihren vorangegangenen Romanen legt Dorothy Sayers in diesem Werk Gewicht auf den literarischen Anspruch ihrer Erzählung. Nicht nur, daß sie den auch für heutige Verhältnisse noch waghalsigen Versuch begeht, in einem Krimi auf jeglichen Mord zu verzichten, sie wagt auch, als eine der ersten Autorinnen klassischer Detektivromane das Tatmotiv mit sozialen, moralischen und ethischen Fragen zu verknüpfen. Detaillierte Millieuschilderungen, liebevolle Charakterportraits und überzeugend gestaltete Dialoge helfen ihr dabei, eine psychologische Dichte aufzubauen, die heutigen Autorinnen wie Elisabeth George oder Minette Walters als Vorbild dienen. Vielleicht muß man einigen Kritiken Recht geben, die ihr vorhalten, sie habe sich in manchen Dialogen und Beschreibungen teilweise zu weit von ihrem eigentlichen Spannungsplot entfernt, dennoch bleibt Aufruhr in Oxford für mich einer der besten Krimis des klassischen Detektivromans. Ein Buch, daß man so schnell nicht wieder aus der Hand legt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)