Auf den ersten Blick kommt da etwas "ganz Freches" auf einen zu. Ich lese, schaue und staune. Da haben sich doch tatsächlich zwei Autorinnen über unsere heiligen Kühe hergemacht! "In der Regel keine Regel" - was soll das denn? Also meine Damen, da haben wir in der Schule doch ganz was anderes gehört - oder? Bei genauerem Hinsehen lassen sich alle vorgestellten Theorien aber tatsächlich in die Praxis umsetzen. Denn meine erste Frage ist natürlich: kennen unsere Gäste überhaupt "Die Regeln"? Und eine noch wichtigere: Interessieren denn "UNSERE (gastronomischen) Regeln" überhaupt die Gäste noch? Genau das ist für mich die Botschaft dieses Buches.
In diesem Werk bleibt wirklich nichts mehr so wie es einmal war.
Jedes Thema, angefangen von der Farbenlehre bis zum Ordnung halten ist verständlich dargestellt.
Die floristische Formenlehre auf die Buffet- oder Raumgestaltung anzuwenden wird sicher nicht leicht sein. Aber den Versuch zu machen, die Schauplatten noch besser zu präsentieren oder ein an sich langweiliges Frühstücksbuffet richtig aufzupeppen ist eine Herausforderung für Prakitker. Und die Ideen für Events, Aktionen oder auch nur für den gastronomischen Alltag machen Lust, sie sofort umzusetzen.
Deshalb gebe ich die höchste Punktezahl - einmal für das Gesamtwerk. Die Ausführung ist top - sowohl bei den Texten als auch bei den Bildern. Und das zweite Mal - und das ist mir ein besonders Anliegen - für den Mut, alte Zöpfe abzuschneiden. Ich wünsche mir, dass das Buch auch Eingang findet in unseren Ausbildungsstätten und darin endlich frischen Wind verbreitet.
Auch bei Wettbewerben könnte man "Pflicht" und "Kür" einführen - mit diesem Buch als "Anleitung für die KÜR"
Übrigens: mein Lieblingsthema ist die Farbe ROT. Hier wird für mich am Besten der Faden vom Klassisch - Langweiligen zum Modern - Peppigen gesponnen.