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Zu Gast bei Dr. Buzzard. Roman
 
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Zu Gast bei Dr. Buzzard. Roman [Gebundene Ausgabe]

Hans W. Kettenbach
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 357 Seiten
  • Verlag: Diogenes (2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257065086
  • ISBN-13: 978-3257065084
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.003.705 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans Werner Kettenbach
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als seine Frau Charlotte plötzlich mit seinem Freund Roland verschwindet, weigert sich Hans Schumann erst einmal, an Liebesverrat zu glauben. Und er verweigert sich standhaft den zarten Annäherungen von Lilly, Rolands Frau.Doch kein Land verführt mehr dazu, an einen Neuanfang zu denken, als Amerika, und keine Stadt hat einen solch faszinierenden und zugleich erschreckenden Zauber wie Savannah - Schauplatz dieses Romans.

Über den Autor

Hans Werner Kettenbach, geboren 1928, war Journalist und zuletzt stellvertretender Chefredakteur beim 'Kölner Stadtanzeiger'. Er promovierte über Lenins Imperialismus-Begriff, war Anzeigenvertreter, Stenograph bei einer Fußball-Zeitschrift, Lektor beim Rundfunk, dann Chefreporter und Korrespondent seiner Zeitung in Bonn und New York. Zahlreiche Buchpublikationen, ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis. 2009 wurde Kettenbach mit dem Friedrich-Glauser-Ehrenpreis (Ehren-Glauser) ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Liebesverrat an sich selbst 27. Januar 2007
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der Charakter eines Menschen prägt sein Schicksal viel mehr, als alle äußeren Umstände.

Tiefer Süden USA: Das historisch interessante Savannah ist heiß, exotisch, schwarz und magisch. Zwei deutsche Ehepaare mittleren Alters sind zu Gast in dieser Stadt. Die Männer sind rivalisierende Jugendfreunde, die sich für lange Zeit aus den Augen verloren hatten. Die Frauen, innerlich und äußerlich sehr unterschiedlich, haben sich und den jeweils anderen Partner erst anlässlich dieser Reise kennengelernt.

Drei sind hier um Ferien zu machen, einer zum Arbeiten. Der ernsthafte Hans Schumann vertritt sein Architekturbüro bei einem Symposion in Savannah, bei dem unter Umständen ein großer Auftrag an Land gezogen werden kann. Sein Chef achtet und schätzt ihn nicht, weiß jedoch die korrekte und arbeitsame Einstellung seines Adlatus gut auszunutzen.

Sehr schnell eskaliert die Situation. Der Jugendfreund ist ein Weiberheld geblieben und macht sich mit der Frau des Architekten aus dem Staub und ein paar schöne Tage. Das Fundament seiner Familie hat er schon lange zerstört; seine Frau hat sich mit seinen Eskapaden arrangiert. Entgeistert ist allerdings der Architekt, der mit wilden Spekulationen versucht, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Schließlich hat er hier eine wichtige Aufgabe zu erledigen und die wird er unter allen Umständen gut zu Ende führen. Nach dem Ende des Symposions, wenn er einen zusammenfassenden Bericht an seinen Chef gemailt hat, wird er sich auf die Suche nach seiner Frau machen... In seiner Vorstellung ist sie entführt worden und dadurch zwar in Gefahr, aber das ist erträglicher als zu glauben, dass sie wie eine läufige Hündin durchgebrannt ist.

Zunächst unwillkommene, dann aber immer wichtigere Gefährtin in den Tagen der Ungewissheit ist ihm die Ehefrau seines Freundes. Trotz ihrer Ehe, die sie etwas zynisch gemacht hat, ist Lilly lebens- und abenteuerlustig geblieben, genießt gutes Essen und ist empfänglich für die exotischen Reize der fremden, schönen Stadt. Perfekt ist sie nicht, aber auf unaufdringliche Weise patent und sehr wohl in der Lage, ihr Leben selbständig zu meistern. Der ernsthafte, moralische und gebildete Architekt zieht sie an, damit hält sie nicht hinterm Berg. Hans Schumann denkt natürlich gar nicht daran, auf ihre Avancen einzugehen - schließlich hat ER seinen Körper gut im Griff! Bedrückt aber unbeirrt geht er seinen Verpflichtungen nach und der große Auftrag, der seine Träume von der Selbständigkeit verstärkt, rückt in greifbare Nähe. Allerdings wird ihm Lilly, wie er sich nur widerstrebend eingesteht, immer wichtiger. Wie kann das sein? Seine Frau ist genau das Gegenteil von Lilly: Schlank, blond, ernsthaft und sachorientiert hatte sie das Eheleben der Schumanns bis heute doch immer gut im Griff!? Gut, sie haben keine Kinder, die ihr wohlgeordnetes Leben durcheinanderbringen könnten und Charlotte hat nach dem Studium auch nie gearbeitet, das war nicht nötig...aber ihre Beziehung ist, wahr doch gut, wenn auch.... Egal, ein Liebesverrat an Charlotte kommt nicht in Frage. Punkt.

Hans Werner Kettenbach hat vor einer traumhaften Urlaubskulisse gekonnt das Psychogramm von zwei Menschen und ihren Partnern (die wir nicht persönlich kennenlernen werden) gezeichnet, deren Ehen in die Jahre gekommen sind. Während viele andere, durchaus namhafte Autoren seines Alters (Jahrgang 1928) sich ihren langweiligen "Angstblüten", unappetitlichen, gierigen Altmännerphantasien hingeben, hat er uns mit feinem, hintergründigem Humor und tiefer Lebenserfahrung die Seelennöte zweier Betrogener, eines Mannes und einer Frau, vor Augen geführt. Vordergründig passiert in diesem Roman nicht viel (das ist auch schon die einzige Parallele zu Patricia Highsmith, deren Personen nie so sehr im realen Leben verankert sind wie diese hier), dennoch entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Wie sie endet ist für einfühlsame Leser vorhersehbar. Ein Mann wie Hans Schumann kann nicht über seinen Schatten springen. Das ist ganz gut so. Lilly hat einen Besseren als ihn verdient. Und auch einen besseren als ihren eigenen Mann. Schade, dass es so viele einsame Frauen wie Lilly gibt. Sie kommen gut zurecht, aber manche Facetten ihres Wesens bleiben stumpf, statt in allen Farben zu leuchten.

Helga Kurz
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zu Gast in Savannah... 4. April 2006
Von Thomas
Format:Gebundene Ausgabe
In einer der schönsten Städte der Welt, Savannah in Georgia, spielt der neue Roman von Hans Werner Kettenbach. Das Werk sorgt mit einer Mischung aus schwarzer Magie, Intrigen, Architektur und Beziehungsspekulationen für Spannung und Unterhaltung.

«Savannah, diese so merkwürdige, so ungewöhnliche Stadt mit ihrem faszinierenden und zugleich erschreckenden Zauber, sie war ihm erschienen wie ein ferner, sehr fremder Ort, an den er verschlagen worden war und an dem er sich mit einem Rattenschwanz bösartiger Überraschungen konfrontiert fand.» Savannah, im Jahre 1733 als erste englische Kolonie in Georgia USA gegründet und 25 km von der Atlantikküste entfernt, ist Schauplatz des neuen Romans von Hans Werner Kettenbach.

Magie, Zauberei und Voodoo
Die Stadt gilt als eine der schönsten der Welt und zieht immer wieder viele Touristen an. So auch zwei deutsche Ehepaare. Hans Schumann, ein erfolgreicher Architekt, sollte an einem Symposion in Savannah einen Vortrag halten. Er weigert sich, an Liebesverrat zu glauben, als seine Frau Charlotte plötzlich mit seinem Freund Roland verschwindet. Er ist der festen Überzeugung, dass es sich beim Verschwinden von Roland und Charlotte um eine Entführung handelt. Ebenso verweigert er die zarten Annäherungen von Lilly, Rolands Frau. Schliesslich ist es Savannah, »America's most haunted city«, das ihn verführt und von seinen ursprünglichen Gedanken abbringt. Denn die Stadt mit den schönen Plätzen und liebevoll restaurierten Häusern beherbergt, wie auch Lilly, einen Schuss schwarze Magie, Spuk, Voodoo und eine Portion Zauberei. Zusammen mit dem Abenteuer und einem millionenschweren Auftrag von internationalem Gewicht, auf welches sich Hans einlässt, ist der Reiz perfekt.

Parallelen zu Highsmith
Zu Gast bei Dr. Buzzard ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Spekulationen, ein subtropischer Sommernachtstraum des 21. Jahrhunderts. Wie bei einigen der vorherigen Werke des deutschen Schriftstellers und pensionierten Journalisten wird auch „Zu Gast bei Dr. Buzzard" immer wieder mit vielen Parallelen zu den Romanen von Patricia Highsmith verglichen. »Näher sind Patricia Highsmith, der Meisterin des Psychothrillers und der sanften Schrecken, noch nicht viele deutsche Autoren gekommen.«, schreibt das Frankfurter Allgemeine Magazin mit Blick auf Kettenbachs gesellschaftskritischen Romane.

Hält den Leser im Bann
Kettenbach schildert auf eindringliche Weisen «Miseren unserer Gesellschaft, ohne den Zeigfinger des Moralisten und Erziehers zu Heben». Er versteht es, Moral mit einer spannenden Geschichte und damit Unterhaltung zu verbinden. Kettenbach ist ein grosser Erzähler, genauer Beobachter und verbreitet seine Botschaften in einer glaubwürdigen, manchmal harten, manchmal spröden, manchmal aber auch humorvollen Art, aber immer sprachlich routiniert und gekonnt ohne die Leichtigkeit seiner Sprache zu verlieren. So überzeugt auch sein neuer Roman. Mit viel kriminalistischer Spannung, psychologischem Feingefühl und einem raffiniertem Plot hält die Geschichte den Leser in seinem Bann.

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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von JKH
Format:Gebundene Ausgabe
Der geschmeidige und gelassene Schreibstil und die gute Beobachtungsgabe des Hans Werner Kettenbach sind eigentlich immer eine Lektüre wert. Das gilt auch für "Zu Gast bei Dr. Buzzard". Doch leider ist die Handlung diesmal wenig wendungsreich und packend zu lesen. Im Buch selbst passiert nämlich äußerst wenig.

Das war zwar bei Kettenbachs früheren Werken durchaus auch der Fall, doch da haben gerade seine treffenden Schilderungen des typisch deutschen Kleinbürgers einiges aus dem Feuer gerissen und eine faszinierende Atmosphäre geschaffen. So war es beispielsweise bei "Kleinstadtaffäre", das sich trotz des beträchlichen Umfangs und der eher behutsamen Entwicklung der Geschichte fesselnd lesen ließ. Bei "Glatteis" konnte Kettenbach mit seiner überraschenden Schlußpointe, die das Buch in völlig anderem Licht erschienen ließ, sogar noch "einen draufsetzen".

Doch die USA mit dem ach so geheimnisvollen Savannah als Szenario scheinen Kettenbach weniger zu liegen; die seitenweisen Schilderungen, in denen sich über Bücher, Filme und Musik die sich auf Savannah beziehen, ausgelassen wird, sind für den Handlungsverlauf ohne Belang und daher sehr ermüdend. Weil es an Tempo und gerade zum Schluß an Überraschung mangelt, lässt sich der Absturz in die Niederungen der trivialen Unterhaltungsromane kaum verhindern. Nur, dass die meist spannender entworfen sind.

Warum dann trotzdem noch drei Sterne? Kettenbachs unnachahmliche Schreibe und gute Ausarbeitung der einzelnen Charaktere machen das Buch dann doch noch halbwegs lesenswert. Eine gemäßigte Vorantreibung der Geschichte war ja auch schon früher ein Markenzeichen Kettenbachs. Dennoch plätschert "Zu Gast bei Dr. Buzzard" über weite Strecken so dahin und denjenigen, die mit einem Kettenbach anfangen wollen, sei eher zu "Glatteis" als Einstieg geraten. Eingeschworene Kettenbach-Fans, die seine Stilistik und Bedächtigkeit ins Herz geschlossen haben, dürften auch eher die Taschenbuchausgabe abwarten können ohne dass es vor Vorfreude schon in den Fingern kribbelt.
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