Die Zeichnungen von Bruno Maïorana sind so gelungen wie im ersten Band. Koloriert hat wieder Thierry Leprévost. Mit den kräftigen Farben wird eine märchenhafte Atmosphäre heraufbeschworen, die die Geschichte von Alain Ayroles umso mehr wirken lässt. Die Figuren haben großen Wiedererkennungswert und die manchmal karikativ überzeichneten Merkmale (wie etwa Herr Felix, dem Verwalter des Grafen von Carrabas, der ähnlich dem gestiefelten Kater daherkommt) können faszinieren und unterhalten. Daneben sind aber auch Details schön ausgearbeitet, sodass der Comic auf der graphischen Ebene vollkommen überzeugt.
Ebenso ist auch die Geschichte ansprechend dargestellt. Nachdem im ersten Band Garulfos Abenteuer schon abgeschlossen schien (was sollte schon nach der großen Liebe folgen?), dreht Ayroles hier die Ereignisse auf den Kopf. Neben den gutmütigen und naiven Garulfo, der immer auf das Beste hofft, tritt der opportunistische und nicht sehr sympathische Ronaldo als Gegenspieler. Während Garulfo sich mit der Situation bald abfindet, hat Ronaldo erhebliche Schwierigkeiten. Doch obwohl er sich schrecklich gebärdet, empfindet man als Leser Mitleid mit ihm und fühlt sich nach einer Zeit mit ihm verbunden.
Neben diesen Erzählstrang tritt noch ein Oger auf, der lieber Tiere als Menschen frisst. Auf ihn trifft die bezaubernde Prinzessin Hermina, die sich sofort in Garulfo verliebt hatte. Auch diese Begegnungen sind mit Würde und Witz erzählt, sodass sowohl der Oger als auch Hermina davon profitieren.
Der Band endet mit einem Cliffhanger, der neugierig auf den dritten und letzten Band macht. Wer Interesse an Comics mit Fantasy-Elementen hat, sollte sich diese Reihe auf jeden Fall zulegen.