Neue Zürcher Zeitung
Gardenmania
rh. Viel Bilder gibt's und wenig Text. Bei den Bildern des Buches, das in seiner englischen Originalausgabe den Titel «Gardenmania» trägt und in der deutschen Edition «Gartenkunst im Spiegel der Jahrhunderte» zu präsentieren beansprucht, handelt es sich um gesammelte Illustrationen aus Kompendien zur Gartenkunst oder um Reproduktionen von Stichen, Aquarellen, Gobelins und Radierungen, auf denen die vielfältigsten Aspekte der Gartenkünste dargestellt werden. Leider sind die Angaben zu den Illustrationen oft so ungenau und unvollständig, dass dem Leser und Betrachter, der es genauer wissen und präzise auf die Quellen hingewiesen werden möchte, wirklich nicht geholfen ist auch mit der Bibliographie nicht. Das Buch ist nichts anderes als ein Gartenbilderbuch über wohl fast alles, was mit der schönen und phantasievollen Kunst, Lust- und Nutzgärten anzulegen oder Natur als Kultur, Kultur als Natur zu inszenieren, zu tun hat. Wenn freilich behauptet wird, dass in dem Band mit seinen über 350 historischen Illustrationen gezeigt werde, «welche grandiosen Gärten von der Antike bis zum 20. Jahrhundert entstanden sind», dann kann da etwas nicht stimmen, es sei denn die Antike beginne Anfang des 17. Jahrhunderts. Auch eine Gartenkunst des 20. Jahrhunderts kommt in dem Band, der als «ein einzigartiges, umfassendes Kompendium zum Träumen und Geniessen», aber auch als «eine reichhaltige Inspirationsquelle für den eigenen Garten Eden» empfohlen wird, nicht vor. Die Beispiele vom Anfang des Jahrhunderts besonders die Modedrucke bieten nicht mehr als hortikulturelle Reminiszenzen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.