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Kundenrezensionen

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am 12. November 2013
Nachdem ich vor Jahren Garp verschlungen hatte und ihn nun, nach einigen weiteren Werken Irvings, wieder einmal in die Hände bekam, konnte ich nicht umhin. Der dicke Schinken wollte erneut gelesen werden. Und ich tat es mit Wonne.
Kaum jemand schreibt so absonderliche, surrealistische und dennoch auch mögliche, wahre Geschichten, wie Irving. Niemand verhöhnt die Prüderie Amerikas auf solch lustvolle Art und Weise.
Zum Inhalt ist von anderen genug gesagt. Ich empfehle jedem geneigten Leser dieses Buch. Möge er in die erstaunliche Welt des Sonderlings Garp eintauchen und diesen durch sein bemerkenswertes Leben begleiten.
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"Garp" stand schon so lange auf meiner "Unbedingt-lesen"-Liste. Nun habe ich es endlich geschafft und bin ... ernüchtert. Ich kann die Begeisterung, die dieses Buch weitgehend auslöst nicht wirklich nachvollziehen. Keine Ahnung, woran es liegt. Ein Grund ist sicherlich, daß es zum Zeitpunkt des Erst-Erscheinens Ende der 70er sicherlich eine kleine Sensation war, so frei über Transvestiten, radikale Feministen und dergleichen mehr zu schreiben

Diesen Reiz hat das Buch in meinen Augen im Jahre 2010 verloren. Dennoch berühren auch mich die Charaktere: angefangen bei der Mutter Jenny Fields, die sich den Vater ihres Kindes auf recht selbstbestimmte Weise aussucht. Weder Liebe noch Lust spielen dabei eine Rolle, sondern nur der Wunsch, ein Kind zu haben - und keinen Vater dazu.

Garp wächst also als Sohn einer der ersten Feministinnen auf, die sich gar nicht als solche fühlt. Schon früh entwickelt er eine eigene Sicht auf die Dinge. Vielen davon kann der Leser bedenkenlos folgen, einige erscheinen uns etwas verschroben, andere wiederum maßlos übertrieben.

Viel interessanter aber als die Sicht Garps auf die Welt sind die zahlreichen verrückten Gestalten des Buches: die Transvestitin Roberta, die vor ihrer Operation ein Footballstar war und von der Männerwelt gehaßt, aber von den Feministinnen hoch gehalten wird. Oder die sogenannten Ellen-Jamesianerinnen, die sich aus Protest über die Vergewaltigung und Verstümmelung eines 11jährigen Mädchens selbst die Zunge abschneiden lassen und sich nur noch schriftlich verständigen können.

Gewalt und Sex spielt überhaupt eine große Rolle in diesem Buch. Die Eheleute Garp und Helen gehen zeit- und wechselseitig fremd, leiden darunter und schließlich ändert es ihr Leben auf dramatische Weise. Auch in Garps schriftstellerischer Laufbahn sollen diese Themen die umstrittensten sein. In seinem dritten Roman "Bensenhaver und wie er die Welt sah" verarbeitet er genau dieses Familiendrama.

Ich konnte den dauernden Einflechtungen der literarischen Ergüsse Garps nichts abgewinnen. Für mich zerissen sie das Buch, auch wenn die Kenntnis über den Inhalt entscheidend für das Verstehen der gesamten Geschichte ist. Auch mit der Sprache des Romans kam ich nicht zurecht. Streckenweise fand die ich die Formulierungen so banal, als hätte sie ein Kind verfasst.

Mein Eindruck ist also ein ambivalenter. Interessante Protagonisten und Verstrickungen, befremdliche Sprache und für meinen Geschmack viel zu große Abschweifungen. Zu seiner Zeit mag der Roman zu Recht gefeiert worden sein, in unsere heutige Zeit will er mir nicht mehr passen.
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am 19. Mai 2004
Ein zeitloses Meisterwerk ist John Irving mit seinem vierten Roman aus dem Jahr 1978 gelungen. Im Prinzip befasst sich der Roman mit der bewegten Lebensgeschichte des (fiktiven) Schriftstellers T.S. Garp. Garp, Sohn einer Krankenschwester und späteren Frauenrechtlerin namens Jenny Fields, wächst ohne Vater auf, da dieser, ein schwerverletzter Soldat, selbst den Zeugungsakt in seinem Dämmerzustand zwischen Leben und Tod gar nicht wahrnimmt. So verbringt der Junge seine Kindheit und Jugend an einer Privatschule, an der seine Mutter als Schulschwester tätig ist. Während dieser Zeit entdeckt Garp seine drei Leidenschaften: ringen, laufen und die Literatur. So ist es kaum verwunderlich, dass er früh den Entschluss fasst, Schriftsteller zu werden. Nach seinem Schulabschluss geht er mit seiner Mutter für mehrere Monate nach Wien. Dort entstehen die Autobiographie von seiner Mutter, die Jenny Fields zu einer reichen und berühmten Frau und der ersten Feministin machen sowie eine erste Kurzgeschichte von Garp, die vor unbekümmerter Phantasie nur so sprüht.
Später hat Garp, der eine Literaturprofessorin heiratet und drei Kinder bekommt, immer größere Probleme, sich erneut etwas so phantasievolles wie seine erste Geschichte zu ersinnen. Dazu hat er die Welt und ihre Randexistenzen zu gut kennengelernt. Auch seine Familie bleibt von Schicksalsschlägen nicht verschont. Schon bald bestimmt die quälende Sorge um seine Liebsten sein gesamtes Leben...
Unterhaltsamer und bewegender kann ein Roman eigentlich nicht sein. "Garp und wie er die Welt sah" ist eine Art Vorreiter für eine Flut von Büchern und Filmen á la "Forrest Gump". Allerdings reicht keines dieser Imitate an die Qualität von Irvings Buch heran. Das liegt daran, dass Irving es brilliant meistert, traurige Szenen mit skurillem Humor anzureichern und so ad absurdum zu führen und kleine Dinge genau zu beobachten. Hinzu kommen natürlich noch die wunderbaren Figuren, die man schnell ins Herz schließt, so wie die Transsexuelle Roberta Muldoon (vormals Robert Muldoon und Footballprofi bei den Philadelphia Eagles) oder der böse, inkompetetnte Lehrer Stewart "Fat Stew" Percy.
Neben einer Lebens- und Familiengeschichte ist "Garp und wie er die Welt sah" ein bewegendes Plädoyer für die Menschlichkeit und ein Hohelied auf die Familie, die Garp wie nichts anderes auf der Welt am Herzen liegt.
Alles in allem ist dieser Roman absolut großartig und unbedingt lesenswert.
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am 2. September 2013
Ich habe schon einige Bücher von Irving verschlungen. Das Sex immer eine wichtige Rolle spielt, wird einem dabei bald klar. Das alleine ließe sich verschmerzen, aber dann gibt es da noch diese immer widerkehrende "Verstümmlungsthematik". Hier geht's mal um die Körperteile "Zunge" und .... Außerdem ist da dann noch diese wirklich brutal geschriebene "Vergewaltigungserzählung". Etwas mehr Zurückhaltung hätte meiner Meinung nach dem Lesefluß nicht unbedingt geschadet.
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am 4. März 2012
Garp und wie er die Welt sah ist John Irvings vierter Roman und erschien erstmals 1978 unter dem Titel The World According to Garp.

Die junge Krankenschwester Jenny Fields wünscht sich ein Kind - aber keinen Mann. Es herrscht gerade der Zweite Weltkrieg und so nutzt Jenny die Gelegenheit, sich bei einem schwer hirngeschädigten Patienten, einem Soldaten, den zur Empfängnis benötigten Samen zu beschaffen. Die Aktion glückt, neun Monate später erblickt ihr einziger Sohn T.S. Garp das Licht der Welt. Garp besucht die Steering Highschool, in der seine Mutter Jenny als Krankenschwester arbeitet. Er schreibt sich fürs Ringen ein und lernt dort die Tochter des Trainers, Helen Holm, kennen. Helen ist eine Vielleserin und attraktiv noch dazu; Garp verliebt sich in sie. Doch Helen will nur einen Mann heiraten, der Schriftsteller ist. So entschließt sich Garp, ein echter Schriftsteller zu werden. Er geht mit seiner Mutter Jenny nach Wien, um sich dort die nötige Inspiration zu holen. Auch Jenny beginnt das Schreiben und veröffentlicht ihre Autobiographie, die mit folgendem Satz beginnt: "In dieser Welt mit ihrer schmutzigen Phantasie ist man entweder jemandes Frau oder jemandes Hure - oder auf dem besten Weg das eine oder das andere zu werden." Dieses Buch wird ein Welterfolg und stellt Garps schriftstellerisches Schaffen für lange Zeit in den Schatten. Er schreibt seine erfolgreichste und wahrscheinlich auch beste Geschichte, Die Pension Grillparzer. Mit dieser kann er Helen doch noch überzeugen, ihn zu heiraten. Doch was anfänglich wie eine wunderschöne Familienidylle wirkt, entwickelt sich bald zu einem Trauma für die ganze Familie.

Auch nach dem zweiten Mal Lesen hat Garp für mich nichts an Intensität und Emotionalität eingebüßt. Irving entwickelt in gewohnter Manier schräge, skurrile, wahnwitzige, traurige, verschrobene, aber in jedem Falle liebenswerte und bewunderungswürdige Charaktere. Die beiden großen Themen sind in meinen Augen zum einen die Frauenbewegung und zum anderen Ängste. Starke und schwache, mörderische und transsexuelle Frauen spielen eine zentrale Rolle in Garp. Zum Beispiel Garps Mutter Jenny - sie wollte nie so leben, wie andere es von ihr erwarten oder wie es einem die Konventionen der 40er und 50er Jahre suggerieren. Aufgrund dessen wird sie von den meisten ihrer Mitmenschen gemieden, was sich mit der Veröffentlichung ihrer Autobiographie wandelt; sie wird zur "Vorzeigefeministin". Letztendlich beruht dieser Hype aber auf einem ziemlich großen Missverständnis, wie ich finde. Einer meiner Lieblingscharaktere ist Roberta Muldoon, ehemals Robert, ein Footballspieler, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog. Roberta wird Garps beste Freundin und ist aufgrund ihrer geschlechtlichen Ambivalenz ein wichtiger Pol für die Familie Garp.

Aber dieser Roman behandelt auch das sensible Thema Vergewaltigung, und ich finde, hier ist es Irving wunderbar gelungen, dieses Thema unprätentiös, aber sehr einfühlsam zu verarbeiten. Genannt seien hier auch die Ellen-Jamesianerinnen, die ein vergewaltigtes Mädchen dafür benutzen, sich als Opfer männlicher Aggressivität zu stilisieren.

Aber vor allem die Ängste, der Sog, wie es in Garps und Jennys Geheimsprache lautet, bestimmen Garps schriftstellerisches Schaffen sowie sein eigenes Leben in der Realität. Garp hat in erster Linie panische Angst, dass seinen Kindern etwas zustoßen könnte. Dies verarbeitet er in seinen Werken. Ironischerweise provoziert er gerade durch seine paranoide Angst ein schlimmes Unglück.

Garps Romane und Kurzgeschichten werden in Teilen in diesem Buch eingeflochten, was für mich den Lesefluss aber keinesfalls unterbrochen hat. Im Gegenteil, besonders das erste Kapitel aus Garps Roman Bensenhaver und wie er die Welt sah, welches u. a. eine sehr schlimme Vergewaltigungsszene beinhaltet, fand ich unglaublich stark! Hier zeigt sich wieder einmal Irvings Art, prekäre Dinge sehr direkt und drastisch, aber niemals respektlos oder unterhalb der Gürtellinie anzusprechen. Viele Leser mögen an dieser Stelle vielleicht sehr geschockt sein, aber letztendlich thematisiert Irving hier nur Dinge, die jeden Tag auf dieser verrückten Welt passieren.

Aufgefallen ist mir auch, dass hier viele Motive eine Rolle spielen, die auf Irvings künftige Werke hinweisen. Da wäre zum einen die Kurzgeschichte Die Pension Grillparzer, die auf Das Hotel New Hampshire hinweist, oder auch die Vierecksbeziehung der Garps mit einem befreundeten Ehepaar, die auf Eine Mittelgewichtsehe hinweist. Ebenso wie Garps Leben und schriftstellerisches Schaffen ineinandergreifen, so finden sich in Irvings Romanen selbst viele autobiographische Züge. Man kann nur hoffen, dass Irving die meisten Dinge, die er thematisiert, nicht selbst erlebt hat.

Ich bin wieder einmal schwer beeindruckt von diesem Buch, hier sind mir Dinge aufgefallen, die mir beim ersten Lesen entgangen sind. Viele kleine Details und Handlungsstränge in Garp, deren Sinn man anfänglich nicht erkennt, bekommen ihre tragische oder witzige Bedeutung am Ende, wenn sich alle Kreise schließen und dieses Buch zu einem runden Ganzen machen. Dieses Buch hat in mir ein Wechselbad der Emotionen ausgelöst, im einen Moment lauthals auflachend, im nächsten den Tränen nahe. Das ist Irving at his best.
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Erstmals 1978 erschienen und nun in der Leinenausgabe beim Diogenes Verlag '
Garp ' und wie er die Welt sah ' der 4. Roman damals aus der Feder von John Irving ' und sein Durchbruch.

Achtung: Das Buch wurde verfilmt.
Regisseur: George Roy Hill
Darsteller: Robin Williams, Glenn Close, Mary Beth Hurt u. A

Inhalt:
=====
Jenny ist Krankenschwester und wir befinden uns im Jahr 1944. Sie mag nicht heiraten, aber ein Kind hätte sie gern. Das schon allein und vor allem die Art, wie sie schwanger wird (ich verrate es nicht *g*) wirkt skurril ' aber ist es das auch ??? T.S. Garp wächst auf dem Gelände der Stering-School auf. Garp ist Jennys Sohn.

Als Garp dann zur Schule geht, findet er die Sportart Ringen sehr interessant und verschreibt sich ihr auf Lebenszeiten. Helen, die Tochter des Ringlehrers hat es ihr angetan, aber diese meint, er müsse erst Schriftsteller werden, bevor sie sich auf ihn einlässt.

Wir kommen nach Wien und lesen, dass Garp ein Buch schreibt. Dies veranlasst auch Jenny, sich dem Schreiben zu widmen. "Pension Grillparzer" entsteht und Helen neigt sich nun endlich Garp zu. Sie finden zusammen.

Garps Mutter Jenny indessen führt ein ganz anderes Leben. Sie widmet sich all denjenigen, die etwas verschroben sind. Helen dagegen ist Dozentin und Garp hütet und das Haus und schreibt. Beide führen eine ganz normale Ehe, wo es auch Lügen und Seitensprünge gibt, die aber im Prinzip recht glücklich ist. Dann aber verliebt Helen sich in einen ihrer Studenten und nichts ist mehr wie es war'

Man kann in einer Rezension gar nicht alles notieren, was im Buch passiert, man muss das ja auch nicht, es soll nur ein Inhaltabriss sein, den neugierig auf das Buch machen soll, weil es wirklich schade wäre für jeden, dieses Buch nicht gelesen zu haben. Es hat mich beeindruckt und fasziniert und noch lange nach dem Lesen in seinem Bann behalten.

Dieses Buch hat den Autor nicht umsonst berühmt gemacht. Es ist wirklich und wahrhaftig etwas ganz Besonders. Nicht nur, aber auch, weil es so vor authentischen Figuren sprüht, vor Begebenheiten, wie sie täglich passieren könnten, weil es zwar fiktiv ist, aber so ehrlich und ansprechend, dass man ständig meint, dass das doch passiert sein muss, um es so detailliert und bildhaft beschreiben zu können.

Die Charaktere werden im Lauf der Handlung sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mich mit Ihnen sehr schnell und über den gesamten Handlungsverlauf identifizieren. Die Ereignisse, die der Autor beschreibt, sind mitunter etwas eigenwillig, aber trotzdessen nachvollziehbar und passen sich perfekt in die Handlung ein.

Die Handlungsorte Neuengland und Wien sind sehr abwechslungsreich gestaltet und ich finde, dass man als Leser auf Grund der Bildhaftigkeit keine Probleme hat, dem Inhalt zu folgen, auch wenn dieser sehr dicht ist, auch, wenn immer wieder etwas passiert.

Die Schreibweise ist literarisch sehr ansprechend und man bekommt als Leser wirklich sehr sehr viel geboten, sowohl inhaltlich als auch literarisch von der Art und Weise des Schreibens und der Umsetzung des Stoffes.

Der Rolle der Frau ' Jenny ist ihres Zeichens Feministin ' wird im Roman eine große Bandbreite gewidmet, aber überhaupt allen Höhen und Tiefen des Lebens. So kann man insgesamt sagen, dass diese Geschichte eine sehr authentische ist, die das Leben widerspiegelt.

Ich empfehle das Buch nicht nur auf Grund seines dichten Inhalts und der Spannung von Anfang bis Ende, sondern auch wegen der literarischen Schönheit des Geschriebenen und der Tiefe der Aussage.
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am 21. September 2013
Diese Erzählung ist einfach fantastish, das herrliche Buch fasziniert ab der ersten Zeile und läßt den Leser bis zur lezten Seite nicht mehr aus. Diese Schriftsteller ist ein Genie der Ertählung, welches er bereits in zahlreichen anderen Werken bewieden hat.Wenn die Ersterscheinung auch schon Jahrzehnte zurück liegt,so hat diese Erzählung bis heute nichts an Aktualität verloren, denn diese ist einfach zeitlos und bleibt fesselnd bis zum letzten Wort.
Ein herrliches Werk, in welchem man gerne lange und voll Begeisterung verweilen darf.
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am 7. Mai 2012
Eine Neuauflage des Klassikers von John Irving! Wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte jetzt unbedingt zugreifen.

John Irving schrieb den Roman bereits 1978 und erzählt darin die Geschichte des Schriftstellers T. S. Garp. Er wird als Sohn der Krankenschwester Jenny Fields geboren, die unbedingt ein Kind bekommen wollte (aber keinen Mann), und deshalb Sex mit einem schwerverletzten, halb bewusstlosen Soldaten initiiert. Garp wächst also Vaterlos auf.

Er erlebt seine Schulzeit in einer Privatschule, an der seine Mutter als Schulschwester arbeitet. Da entdeckt er seine Liebe zur Literatur und entscheidet früh, Schriftsteller zu werden. Nach seinem Schulabschluss zieht er nach Wien, natürlich mit Mama im Schlepptau. Während seiner Zeit dort entdeckt Garp seine Liebe für die Literatur. Und er schreibt eine wunderbar fantasievolle Kurzgeschichte. Leider setzt diese Kurzgeschichte ihn so unter Druck, wieder etwas genauso Tolles zu schreiben, dass er anfängt unter einer Schreibblockade zu leiden. Aber er heiratet, bekommt Kinder, das Leben geht weiter.

An sich ist es eine relativ banale Geschichte. Aber man muss den Roman in seinem historischen Kontext sehen. Als er erschien, war es nicht so selbstverständlich wie für uns heute, offen über Feministen, Sex, Vergewaltigungen und Transvestiten zu schreiben. In diesem Roman gibt es aber all das' Sex ist ein wichtiges Thema, angefangen von der etwas untypischen Zeugung von Garp bis hin zu seinem wilden Eheleben mit seiner Frau Helen ' beide gehen oft fremd und leiden auch darunter, bis sich ihr Leben dann doch dramatisch verändert.

Auch gibt es im Roman eine Transvestitin namens Roberta, die ein ehemaliger Football-Star (der Männersport überhaupt in den USA) ist und von den Männern als Verräterin gehasst wird. Der Leser erfährt auch von den Ellen-Jamesianerinnen, die sich aus Protest über die Vergewaltigung und Verstümmelung eines 11-jährigen Mädchens selbst die Zunge abschneiden lassen. Und noch viele weitere skurrile Charaktere werden kennengelernt. Diese skurrilen Charaktere werden in diesem Roman aber zu Menschen, die man einfach ins Herz schließen muss.

Der Feminismus wird als neue Religion hoch gelobt und Frauen als bessere Menschen, das Weibliche als edleres Geschlecht gezeigt, währen die Männer etwas gewalttätig und verkommen dargestellt werden. Das sollte man nicht zu ernst nehmen, sondern als Zeichen der Zeit sehen. Und überhaupt, der Roman hat Skurrilitäten perfektioniert, mit Realismus gemischt, und wer beim Lesen hin und wieder an Forrest Gump denken muss, liegt damit nicht ganz falsch. Denn genau wie bei ihm werden auch hier oft sehr traurige Szenen mit sehr skurrilem Humor geschrieben und irgendwie macht das diesen Roman zu einem Vorreiter von Büchern wie 'Forrest Gump'.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und nicht immer leicht zu lesen, besonders die langen Ausschweifungen machen das Lesen zur Geduldsprobe. Aber die Darstellung der Protagonisten, die man Jahrelang begleitet, lassen uns auch in den haarsträubendsten Momenten mitzufühlen.
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am 21. Juli 2005
...ist auch dieser 635-Seiten Schmöker John Irvings. Garps Welt bevölkern Transsexuelle, Fanatiker, Prostituierte und Kriminelle. Doch ist ihnen allen eine Menschlichkeit gemeinsam, die den Leser fast „zwingt" Toleranz im Denken zu üben. Bei Irving gibt es kein eindeutiges „Schwarz-Weiß". Alles ist möglich. Das Spießbürgerliche (Garp geht jeden Tag laufen oder ringen, ist ein liebevoller, ziemlicher ängstlicher Hausmann und Schriftsteller) vermischt sich mit dem Fanatischen (Frauen schneiden sich die Zunge ab, um damit gegen die Vergewaltigung eines jungen Mädchens zu protestieren). Scheinbar reine Willkür in der Handlung und Fatalismus ereignen sich oft in ein und derselben Handlung.
Vielleicht sind es aber genau diese Ungereimtheiten, dieses Nebeneinander von Normalität und Skurrilitäten, die den Reiz und die Wärme dieses Buches ausmachen.
Natürlich trifft man aber auch in diesem Buch wieder auf alte „Irving-Bekannte" und "Irving-themen" wie z.B.: das Ringen und Laufen, einen tanzenden Bären, Wien (für mich als Wiener haben diese Abschnitte natürlich immer einen besonderen Reiz), Wiens Prostituierte, Partnertausch, Schriftsteller und Verleger, den Wert der Familie, aber auch den Tod in all seinen Facetten.
„Garp und wie er die Welt sah" macht einfach Lust auf Lesen. Das Buch unterhält und regt ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken an -für mich eine perfekte Kombination aus Anspruch und exzellenter Unterhaltungsliteratur.
Garp, es war schön mit Dir! Schade, daß Du uns nach 635 Seiten verlassen hast..
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am 8. September 2009
Dies vorweg: ich bin kein Literatur-Spezialist o.ä. und kann daher nur sagen, ob mir persönlich ein Buch gefällt oder nicht. Zum Inhalt selbst muss ich m.E. nicht mehr viel sagen.
Die Geschichte des Garp und seiner Familie fand ich interessant, aber nicht mitreissend. Was ich bei anderen Büchern von John Irving schätze, nämlich weitreichende Beschreibung von Details und Aufbau von Nebenschauplätzen, empfand ich hierbei übertrieben - teilweise nervig, wenn Charaktere, die keine weitere Rolle spielen, bis ins kleinste Detail mit einigen ihrer unbedeutenden Eigenschaften vorgestellt werden. Hier hätte m.E. weniger mehr sein können. Die Hauptakteure und der Haupthandlungsstrang (persönliche Entwicklung, Familie, Freundschaften) fand ich dagegen liebenswert und teilweise auch lustig, insbesondere längere Diskussionen zwischen Garp und z.B. Helen oder Mrs. Ralph.
Daher insgesamt drei Sterne von mir.
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