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Garp und wie er die Welt sah
 
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Garp und wie er die Welt sah (Taschenbuch)

von John Irving (Autor), Jürgen Abel (Übersetzer)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (77 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 634 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 46 (4. November 1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499150425
  • ISBN-13: 978-3499150425
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (77 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 19.905 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 4 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Internationale Autoren > Irving, John

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Garp war von Natur aus ein Geschichtenerzähler", sagt der Erzähler in John Irvings packendem Roman, und meint damit den Protagonisten des Buches, den Romanautor Garp, der mit Irving einiges gemeinsam hat. "Er konnte sich eine Sache nach der anderen ausdenken, und alles paßte irgendwie zusammen." In Irvings Klassiker (so bezeichnet in einer Ausgabe des amerikanischen Verlages Modern Edition und mit neuem Vorwort des Autors) gibt es viele verrückte Charaktere und grotesque Szenen, und dennoch ist jede Szene irgendwie realistisch und jede Person irgendwie lebendig. Zwar finden sich sicher viele Romanautoren aus Irvings Generation, die einen Roman mit einem Romanautor als Protagonisten besetzt haben, dessen Leben und Bücher sich sowohl gegenseitig als auch im vorliegenden Buch spiegeln. Transsexuelle Football-Spieler, Revolverhelden, die sich gegenseitig das Hirn rausschießen, mehrfacher Ehebruch, Bären auf Einrädern, wahnsinnige Feministinnen, die sich die Zunge aus Mitgefühl mit dem gefeierten Opfer einer scheußlichen Vergewaltigung abschneiden -- bei Irving jedoch werden sie alle zu Menschen. Selbst der Bär paßt ins Buch. In einer Schlüsselszene verführt Garps Frau gerade einen jungen Mann, als Garp seine jungen Söhne mit einem rücksichtslosen Autotrick erfreut (eine der wenigen Szenen, die auch in der Filmversion auf wunderschöne, unheimliche und herzzerbrechende Weise realisiert sind). Viele Autoren wären schon mit der Situationskomik zufrieden gewesen, doch bewahrt Irving die Ganzheit dieser Szene, indem der Rest des Buches darauf aufbaut.

Die Frage, wie es der Autor schafft, mit solch einer tödlichen Mischung aus Slapstick und Horror bei den Lesern durchzukommen, läßt sich nur folgendermaßen beantworten: das Buch spiegelt genau das wieder, was wir tagein tagaus erleben, mit dem Unterschied, daß Irving eine Kunst daraus macht. In den Worten von Garp ist das Leben "eine verbotene Seifenoper", und wer kann ihm da schon widersprechen? Wer Garp zwanzig Jahre nach dessen Erstveröffentlichung liest, ist verblüfft, auf welch elegante Weise Irving seine bizarre und komplexe Geschichte strukturiert. So z.B. die beiden bekanntesten Episoden des Buches, die vom "Under Toad" ("toad" bedeutet "Kröte" im Englischen und ähnlich klingt auch "tow" das soviel wie "Sog" oder auch "ziehen" bedeutet ) und Garps Geschichte von "The Pension Grillparzer", die wie ein bernsteinfarbenes kafkaeskes Insekt durch den Roman hindurchschimmert. Als Garp seinen Sohn vor dem "undertow", dem Unterstrom, des Meeres warnt, stellt sich sein Sohn ein Monster vor, den "Under Toad", eine Art Kröte, das unter den Wellen lauert um ihn in die Tiefe zu ziehen. Dieses eher erheiternde Mißverständnis wandelt sich bald in etwas Bedrohliches, sobald der Leser die Parallele zu einem Traum in "The Pension Grillparzer" erkennt, in dem der Tod prophezeit wird. Garps letzte Worte sind "Es ist wie ein Traum!" Und Irving, der in Wien studiert hat, machte sich die Ähnlichkeit des englischen "Toad" mit dem deutschen "Tod" zunutze. Bei so viel Tod ist Garp dennoch vor allem eine lebhafte Geschichte und gleichsam eine Bereicherung für die Literatur und für unser Leben. Wie Garps stottender Lehrer es ausdrückt: "voll von Wah-ah-Wahnsinn und Trauer". Das Buch ist nicht nur eine Bereicherung für die Literatur, sondern bereichert auch unser Leben. --Tim Appelo -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Garp und wie er die Welt sah
OT The World According to GarpOA 1978 DE 1979 Form Roman
Der Roman um das Leben des Schriftstellers T. S. Garp und seine feministische Mutter Jenny Fields wurde ein Weltbestseller und begründete den anhaltenden Erfolg des Autors John Irving, der sich hier als einer der großen zeitgenössischen Erzähler Amerikas bewies.
Inhalt: Das Leben des Titelhelden beginnt außergewöhnlich. Die pragmatische Krankenschwester Jenny Fields will ein Kind, aber keinen Mann. Also nutzt sie die Erektion des im Zweiten Weltkrieg schwer verwundeten Bordschützen Garp für ihre Zwecke und gibt dessen Namen an ihren so gezeugten Sohn weiter. Als dieser schulpflichtig wird, nimmt sie eine Stelle als Krankenschwester in der für ihn vorgesehenen Schule in New Hampshire an. Gegen Ende der Schulzeit verliebt sich Garp in Helen Holm, die Tochter seines Ringkampftrainers. Sie bestärkt ihn in seinem Wunsch, Schriftsteller zu werden, doch muss Garp erkennen, dass es ihm noch an der notwendigen Lebenserfahrung mangelt. Also reist er nach Europa und macht in Wien einige Erfahrungen, die ihn zum Schriftsteller reifen lassen; er schreibt seine erste gelungene Geschichte. Doch auch die mitgereiste Mutter hat ein Buch geschrieben – ihre Autobiografie mit dem Titel »Eine sexuell Verdächtige« hat durchschlagenden Erfolg und macht sie zur Leitfigur der Frauenbewegung.
Garp gründet nach seiner Rückkehr aus Europa mit Helen eine Familie, die Söhne Walt und Duncan werden geboren. Beruflich kann er sich als Autor etablieren. Garp könnte ein harmonisches Leben führen, wäre da nicht die ständige Konfrontation mit dem Ruhm seiner Mutter sowie die Auseinandersetzung mit den »Ellen-Jamesianerinnen«, einer Gruppe von Feministinnen, die sich aus Solidarität mit einer als Kind Vergewaltigten die Zunge abschneiden. Unterstützung findet Garp bei seinem langjährigen Freund Roberta, einem transsexuellen ehemaligen Footballspieler.
Garps Familienleben wird jäh zerstört, als sich ein Unfall ereignet, bei dem Walt stirbt, Duncan ein Auge einbüßt, Helens Liebhaber seinen Penis verliert und Garp einen Kieferbruch davonträgt. Die Ehe mit Helen gerät in eine tiefe Krise, die erst durch die Geburt der Tochter Jenny überwunden wird. Als Helens Vater stirbt, übernimmt Garp dessen Posten als Ringkampftrainer; nach der Ermordung seiner Mutter setzt er sich für ihre feministischen Ziele ein. Im Alter von 33 Jahren wird er beim Ringkampfunterricht von einer Ellen-Jamesianerin, einer ehemaligen Bekannten, getötet.
Struktur: Der Roman vereinigt alle typischen Elemente von Irvings Erzählen – den tragikomischen Ton, groteske Elemente, skurrile Charaktere, die gewaltsame Zerstörung eines harmonischen Familien- und Berufslebens, den Bruch gesellschaftlicher Tabus und schließlich den Schriftsteller als Protagonisten der Handlung.
Wirkung: Der Roman wurde nicht zuletzt durch einen intensiven Werbefeldzug zum Bestseller. Die Verfilmung gleichen Titels von 1982 mit Robin Williams und Glenn Close in den Hauptrollen leistete dem großen Erfolg weiteren Vorschub. S. D.

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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überragender, zeitloser Roman, 19. Mai 2004
Von Christoph Walter "Felix Krull" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Ein zeitloses Meisterwerk ist John Irving mit seinem vierten Roman aus dem Jahr 1978 gelungen. Im Prinzip befasst sich der Roman mit der bewegten Lebensgeschichte des (fiktiven) Schriftstellers T.S. Garp. Garp, Sohn einer Krankenschwester und späteren Frauenrechtlerin namens Jenny Fields, wächst ohne Vater auf, da dieser, ein schwerverletzter Soldat, selbst den Zeugungsakt in seinem Dämmerzustand zwischen Leben und Tod gar nicht wahrnimmt. So verbringt der Junge seine Kindheit und Jugend an einer Privatschule, an der seine Mutter als Schulschwester tätig ist. Während dieser Zeit entdeckt Garp seine drei Leidenschaften: ringen, laufen und die Literatur. So ist es kaum verwunderlich, dass er früh den Entschluss fasst, Schriftsteller zu werden. Nach seinem Schulabschluss geht er mit seiner Mutter für mehrere Monate nach Wien. Dort entstehen die Autobiographie von seiner Mutter, die Jenny Fields zu einer reichen und berühmten Frau und der ersten Feministin machen sowie eine erste Kurzgeschichte von Garp, die vor unbekümmerter Phantasie nur so sprüht.
Später hat Garp, der eine Literaturprofessorin heiratet und drei Kinder bekommt, immer größere Probleme, sich erneut etwas so phantasievolles wie seine erste Geschichte zu ersinnen. Dazu hat er die Welt und ihre Randexistenzen zu gut kennengelernt. Auch seine Familie bleibt von Schicksalsschlägen nicht verschont. Schon bald bestimmt die quälende Sorge um seine Liebsten sein gesamtes Leben...

Unterhaltsamer und bewegender kann ein Roman eigentlich nicht sein. "Garp und wie er die Welt sah" ist eine Art Vorreiter für eine Flut von Büchern und Filmen á la "Forrest Gump". Allerdings reicht keines dieser Imitate an die Qualität von Irvings Buch heran. Das liegt daran, dass Irving es brilliant meistert, traurige Szenen mit skurillem Humor anzureichern und so ad absurdum zu führen und kleine Dinge genau zu beobachten. Hinzu kommen natürlich noch die wunderbaren Figuren, die man schnell ins Herz schließt, so wie die Transsexuelle Roberta Muldoon (vormals Robert Muldoon und Footballprofi bei den Philadelphia Eagles) oder der böse, inkompetetnte Lehrer Stewart "Fat Stew" Percy.
Neben einer Lebens- und Familiengeschichte ist "Garp und wie er die Welt sah" ein bewegendes Plädoyer für die Menschlichkeit und ein Hohelied auf die Familie, die Garp wie nichts anderes auf der Welt am Herzen liegt.
Alles in allem ist dieser Roman absolut großartig und unbedingt lesenswert.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartig, 29. September 2005
Superlative liegen mir eigentlich nicht, aber ausnahmsweise möchte ich hier mal ganz kess behaupten, dass "Garp" wohl der beste Roman ist, der (zumindest in den 70er Jahren) geschrieben wurde.

John Irving erzählt in seinem vierten Roman die Lebensgeschichte des Schriftstellers T.S. Garp, Sohn der Krankenschwester und späteren Frauenrechtlerin Jenny Fields und eines unbekannten Soldaten, der im Koma lag, als Garp's Mutter einen dreisten Samenraub beging.
Im weiteren Verlauf erfährt man alles über Garp's Leben, das geprägt ist von Literatur, der Begeisterung fürs Ringen und Laufen sowie der Sorge um seine Familie, die ihm mehr als alles andere am Herzen liegt.
Der Roman wimmelt nur so von skurillen Ereignissen und liebenswert verschrobenen Figuren (man erinnere sich nur an die sympathische Transsexuelle Roberta Muldoon, die einst als Robert Muldoon Karriere als Football-Profi gemacht hat und später Jenny Fields als rechte Hand stets zur Seite stand).

Irving gelingt es, diese ganzen kleinen Geschichten zu einem großen Ganzen zusammenzufügen und dabei den Leser zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Selten hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieses. Das liegt wohl auch daran, dass Irving so viel Menschlichkeit und Wärme in seine Charaktere gelegt hat, dass es einem, nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat, sehr Leid tut, Abschied nehmen zu müssen von den liebgewonnenen Protagonisten.

Scheinbar hat sich auch Winston Groom für seine beiden Romane "Forrest Gump" und "Forrest Gump & Co." von Irving's "Garp" inspirieren lassen. Die hohe Qualität des Originals erreichen diese beiden Bücher allerdings zu keiner Zeit.

Ein absolut großartiges Buch, das man gelesen haben muss!

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine der schönsten Biographien der Welt  total erfunden, 22. Juli 1999
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Garp und wie er die Welt sah. (Broschiert)
T. S. Garp ist Schriftsteller, und seine beiden Initialen stehen für "Technical Seargant", denn das ist, was sein Vater war. Wie Garp gezeugt wurde und auf die Welt kam, gehört schon zu den komischsten Stellen des Buches - und ist erst der Anfang. Die Geschichte der Zeugung und ihres weiteren, äußerst selbstbestimmten Lebens ist zudem Inhalt der Autobiographie von Garps Mutter Jenny Fields. Garp wächst heran, geht zur Schule, liebt und wird geliebt, betrügt und wird betrogen, schreibt und schreibt und wird wirklich Schriftsteller, aber auf über 600 Seiten geschieht noch reichlich mehr. Natürlich ist da ein - bei John Irving (nahezu) unvermeidlich - Bär, es geht um Wien und (in einem wunderschön bösartigen Abschnitt) Grillparzer, es geht um Ringkampf, um Liebe und Haß und Eifersucht, um Sex und Transsexuelle und nicht zuletzt um das Schreiben guter Geschichten. Das pralle Leben also. John Irving gelingt es (man ist es kaum anders gewohnt von ihm), ein mitreißendes und äußerst komisches Portrait seines Protagonisten zu zaubern; dabei sind seine Nebenfiguren keineswegs Randfiguren, sondern bestimmen wesentlich Atmosphäre und Geschehen der Erzählung. Und neben der eigentlichen Geschichte wird man in diesem Buch noch mit schönen Binnengeschichten ('von Garp geschrieben') verwöhnt - und mit einem Lehrstück darüber, wie Verleger entscheiden, ob sie Bücher wirklich veröffentlichen sollen. Vielleicht sollten mehr Schriftsteller beim Schreiben an die Verlagsputzfrau denken. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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