So, nun ist die V2 der Topo Österreich für Garmin Geräte erschienen und seit Ende Mai 2009 zu kaufen. Sie schließt an die nunmehr 4 Jahre alte Erstversion an.
Gegenüber der V1 (196 Einzelkacheln, 170,4 MB Datenumfang) hat die V2 (ebenfalls 196 Einzelkacheln, aber 454,4 MB Datenumfang) stark zugenommen.
Neben der herkömmlichen Version um rund € 170,-- soll es auch in Kürze eine Upgrade-Version für die Inhaber der V1 um rund € 90,-- geben; für Upgrader, die nach dem 01.02.2009 die V1 gekauft haben, ist das Upgrade kostenlos.
Die Vollversion kommt mit Datenträger und SD-Karte - damit hat sich die Kritik an der bloßen Verwendbarkeit auf einem Garmin-Gerät erledigt - beim schnellen Modellwechsel von Garmin eine feine Sache - die SD-Karte läßt sich dann auch auf Nachfolgegeräten einsetzen.
Auf den ersten Blick fällt auf, daß die V2 im Gegensatz zur V1 routingfähig ist - ein Routing ist auch über Fuß- und Wanderwege möglich.
Freilich funktioniert dies nicht immer reibungslos.
Löblicherweise wurden nunmehr - auch im Gegensatz zur V1 - zahlreiche Fuß- und Forstwege erfaßt. Die Erfassung bezieht sich auf ausgeschilderte und markierte Wanderwege; Abkürzungen und Schleichwege wurden nicht erfaßt Eine Schätzung meinerseits beläuft sich auf 40 - 50 % der tatsächlich vorhandenen Wege, die nunmehr erfasst sind - im Gegensatz zu 10 % der ersten Version.
Ganz ist das Manko der Erstversion allerdings nicht beseitigt, daß manche Wege im "Nichts" verlaufen bzw. plötzlich willkürlich unterbrochen sind. Besonders mit der Autorouting-Funktion läßt sich leicht nachvollziehen, daß insbesondere Brücken und Autobahnunterführungen einfacher Wege "vergessen" wurden. Da derartige Übergänge nicht vorhanden sind, routet das Gerät schon mal einen Fußweg von 5 Kilometer Länge auf einem Umweg von 30 Kilometern. (Beispiele der Weg 7A auf dem Buchkogel ist an der A9, die in diesem Bereich in einem Tunnel geführt wird, unterbrochen; in Wien fehlt der sog. "Nordsteg" über die Donau und eine Brücke bei einem Kraftwerk am Ötscherbach fehlt).
Auch bei vorhandenen Wegeverbindungen zeigt die "Autorouting-Funktion" manchmal seltsame Effekte: Anscheinend versucht das Programm in der gewählten Fahrzeugkategorie (zumeist "Fußgänger") zu bleiben, sodaß - um 1 Kilometer Straße zu vermeiden, schon mal mehrere Kilometer Fußwege in Kauf genommen werden, was Wanderungen unfreiwillig in die Länge ziehen kann.
Die mangelnde Verbindung derartiger Wege macht auch eine Routenplanung schwierig.
Ein weiteres Manko: Die (lokalen und internationalen) Nummern der Wanderwege sind nicht enthalten; es finden sich (teilweise) nur lokale Bezeichnungen, wie zB "Fürstenstandweg".
Auch die Wegkategorien stimmen nicht immer - wo ein "Fahrweg" ist, ist zuweilen Asphalt.
Wirklich seltsam ist aber, daß auch Wege die in der ohnehin spärlich kartierten V1 vorhanden waren, in der V2 fehlen (so zB der Wanderweg, der nördlich um den Kärntner Weißensee führt).
Für die Orientierung im Gelände fehlen immer noch alle Orientierungspunkte (wie Felsformationen, Marterln, Elektromasten).
Vergleicht man nunmehr die Karte mit anderen topographischen Karten, so ist sie "Mittelmaß".
In der V2 der Topo Deutschland (die V3 enthält denselben Datenstand, nur ist sie routingfähig) waren bereits alle "Schleichwege" verzeichnet - auch wichtige Geländepunkte, wie zB "Hügelgräber" waren detailliert eingezeichnet. Der Detailreichtung der Topo France (V1) war ebenfalls legendär - katastrophal hingegen der "Land Navigator Italia", auf welcher nicht einmal breite Wanderwege eingezeichnet sind und bei der mit Geländeschattierungen sehr "großzügig" umgegangen wurde.
Der Grund für die eingeschränkte Brauchbarkeit dürfte darin liegen, daß offenbar wesentliche, aber natürlich teure Datenquellen des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen nicht eingearbeitet wurden.
Alles in Allem: Gemischte Gefühle - daher 3 Sterne. Derzeit ist die kostenlose "openmtbmap" noch eine sinnvolle Alternative.
Den Preis halte ich beim Gebotenen nach wie vor für überzogen.