Seit 3 Monaten bin ich nun schon stolzer Besitzer des Oregon 550 und möchte nun mal meine Erfahrungen zusammenfassen. Wem Geocaching nichts sagt, der liest am besten nicht weiter :-)
(Nachtrag vom 05.07.2011 zur maritimen Benutzung am Ende)
Ich habe das Gerät fürs Geocachen gekauft - von daher ist meine Rezension auch etwas GC-Lastig. Meine ersten 400 Caches habe mit einem E-Trex ohne Kartendarstellung gesucht und gefunden. Bis vor kurzem dachte ich auch das man mehr nicht haben muss. Über einen Geocaching Kollegen kam ich dann irgendwann auf das Oregon. Vorab kann ich schon mal sagen, dass ich es eher bereut habe, dass ich noch nicht vorher umgestiegen bin.
Das 550er ist wie fürs paperless Geocachen gemacht! Papierausdrucke brauche ich nur noch selten. Ich lade mir meisst die nötigen Spoilerbilder auf das Gerät. Ein paar nützliche Tools wie z.B. rot13 Tabellen oder diverse kryptische Umrechnungshilfen habe ich mir auch als Bild gespeichert und sind nun stets über den Bildbetrachter verfügbar. Laut Bedienungsanleitung passen rund 5000 GC-Listings auf das Gerät! Da kann man schon mal beruhigt offline in den Urlaub fahren. Die Caches lade ich via GSAK auf das Gerät. Es wird das komplette Listing mit Hints und Logs (3-5 einstellbar),ausgenommen der Grafiken, angezeigt. Das Menü ist intuitiv bedienbar und bietet gerade fürs GC viele nette Gimmicks. z.B.
- Suchen nach GC Name
- Suchen nach Caches in der Nähe
- Gefundene markieren
- Entfernung und Richtung zum Nächsten
- Peilung und Wegpunktprojektion in allen möglichen Einheiten
- Magnetkompass
- Taschenrechner
- Drahtlose Übertragung von Caches von anderen Oregons
- völlig frei konfigurierbare Anzeigebildschirme
und vieles mehr...
Am meisten lernt man den eingebauten 3-Achsen Magnetkompass schätzen. Der zeigt auch noch zuverlässig die Richtung an auch wenn man steht. Neu beim 550er ist auch die eingebaute Kamera. Vergleichbar ungefähr mit einer Handykamera. Die Bildqualität ist durchaus brauchbar! Ich habe schon einige gute Urlaubsschnappschüsse oder Logbilder geschossen wenn die Spiegelreflex mal nicht dabei war. Zum abfotografieren von Hinweisen, Hints oder Trackables super zu gebrauchen. Im Bildbtrachter kann man auch problemlos in die Bilder hineinzoomen. Die Bilder werden direkt mit Koordinaten in den EXIF-Anhang versehen, so dass man in Google Earth direkt sieht wo das Bild aufgenommen wurde.
Als Kartenmaterial habe ich die Topo Deutschland und OSM-Streetmap parallel installiert. Die Topo Deutschland wurde per Mapsource aufgespielt. Die OSM-Karten dagegen kann man einfach dazukopieren. In meinem Fall liegt alles auf einer 4GB MINI SD-Karte. Ich nutze beide Karten je nach Location. Wenn ich in der Stadt (Köln und Umland) unterwegs bin, ist mir die OSM Karte lieber, da hier viel mehr Details dargestellt werden. Wenn es aber mal weiter weg geht, kann es sein das dann wieder die Topo besser ist. Das ist aber Geschmackssache und zum Glück hat man auch immer die kostenlose (und mittlerweile sehr gute) Alternative von OSM - gerade auch wenn mal ins Ausland geht.
Der Lieferumfang war auch völlig angemessen. Ein Akkuladegerät mit Adapter für diverse europäische Steckdosen, ein Halteclip mit Karabiner, ein USB-Kabel, Zwei 2000mA Akkus. Die Akkus sind für eine Tagestour ausreichend aber einen Wechselsatz sollte sowieso jeder dabei haben. Da es sich hier um einen Touchscreen handelt, sollte man sich direkt eine Displayschutzfolie mitbestellen.
Da wären wir auch schon beim heissen Thema Display :-) Ich finde es absolut brauchbar und ausreichend. Auch am Tage kann man es gut ablesen. Sicher gibt es besseres aber manche Rezensionen kann ich diesbezüglich überhaupt nicht nachvollziehen. Das Display vom 60er ist zwar sehr klar aber aufgrund der anderen Displaytechnologie auch pixliger. Das 550er hat eine sehr feine Auflösung und zeigt auch feinste Details ganz scharf an.
Zum Thema Empfang: Teilweise wundere ich mich wo das Gerät überall noch Satellitten empfängt. Sogar bei mir in der Wohnung zwischen 7 und 8 Satelliten. Im Auto überhaupt kein Problem. Im Wald auch super. Jetzt im Sommer mit viel Grün obenrum lag die GPS-Genauigkeit meisst um 4-7 Meter. So genau ist kein Cache versteckt :-)
Fazit: ich würde es sofort wieder kaufen!
Nachtrag vom 05.07.2011 zur maritimen Benutzung :
Den meissten Sinn macht ein GPS Gerät natürlich auf dem Wasser. Hier kann es sogar Leben retten! Gerade hier fehlen bei schlechter Sicht und umschlagenden Wetter jegliche fixen Orientierungspunkte. Neben Geocaching benutze ich schon länger ein mobiles GPS-Gerät zur Orientierung beim Angeln auf hoher See. Dieses Jahr war auch erstmalig das Oregon 550 in Norwegen mit dabei. Norweger leben mit dem Wasser und haben sich auch nicht so verbissen mit den Seekarten wie die Deutschen. Es gibt im Netz sehr gute online Seekarten welche man sich mit einem entsprechenden Softwaretool (z.B. mobile Atlas Creator) in sogenannte "Garmin Custom maps" konvertieren kann und auf dem Gerät abspeichern kann. Die Karten waren perfekt justiert und es konnte direkt los gehen. Die Karten werden dabei als Bild abgespeichert und verhalten sich nicht wie eine Vektorkarte welche beim zoomen die Deteils anpasst. Trotzdem ist es für die Navigation auf dem Wasser absolut ausreichend. In Kombination mit einem ohnehin üblichen Echolot wird das Fischen auf hoher See zum Präzisionsvergnügen :-) Unterwasserkanten oder andere interessante Stellen können präzise angefahren werden und vor allem auch wiedergefunden werden. Letztendlich war das GPS sogar wichtiger wie das Echolot, weil die Unterwasserstruktur habe ich ja als Karte dabei. Das Oregon lag immer offen an Bord und ist absolut unempfindlich gegen Spritzwasser/Salzwasser. Die Akkuladung reicht auch locker für einen Angeltag. Zum Glück hatten wir immer gute Sicht. Aber wenn es doch zum Fall der Fälle kommt, könnte man auch blind mit dem Garmin navigieren. Kursabweichung durch Driftversatz wird ebenso zuverlässig angezeigt.
Fazit: Hochseetest bestanden - kaufen :-)