Dieses Navi habe ich der USA-Karten wegen gekauft, da die Miete eines Navis zusammen mit einem Mietwagen in den USA für 2 Wochen zwischen 80 und 120 Euro extra kostet.
Der erste Eindruck war, dass der technische Fortschritt gegenüber meinem ca. 7 Jahre alten Navi von Medion nicht besonders groß ist.
Das Garmin wird ohne Tasche und Ladegerät geliefert, früher gehörten diese Teile selbstverständlich dazu.
Es hat keinen Kopfhörerausgang, d.h. in die Tasche stecken und sich auf dem Motorrad per Lautsprecher im Helm navigieren lassen, geht hier nicht. Gut, dass ich für diesen Zweck noch mein altes Medion habe.
Das kostenlose Karten-update wird jetzt - entgegen früheren Berichten - sowohl für Europa als auch USA angeboten, nicht nur wahlweise für eines davon. Muß ja auch so sein. Ein solches online-update dauert über DSL allerdings mehrere Stunden, der Einstieg ist recht kompliziert und funktioniert nur mit einem einigermaßen leistungsstarken Rechner. Auf einem älteren Pentium-PC mit Windows2000 kam es nicht zum Laufen, ein Netbook mit XP reicht allerdings. Systemanforderungen für das update werden nicht genannt.
Nach dem update kam die Überraschung: Die Karten sind keineswegs wirklich aktuell. Meine Adresse wurde im Zuge einer Reform der Landkreise ab Mai 2010 offiziell umbenannt, also neuer Straßenname und neue PLZ. Das ist nun immerhin 8 Monate her, und in den "aktuellen" Karten von Garmin noch nicht drin, nur die alte, postalisch nicht mehr gültige Adresse. Na prima!
Im übrigen fehlt zu einer berechneten Strecke eine Übersicht der wesentlichen Ergebnisse, man kann sich die Strecke vorher nicht vernünftig ansehen, nur Starten und Fahren, man wird schon ankommen. Auch das konnte mein altes Medion besser.
Die Fahrrad- oder Fußgänger-Navigation ist schließlich ein Witz. Wer denkt, dass da spezielle Strecken abseits der Autostraßen angegeben werden, der irrt. Es wird dieselbe Strecke wie mit dem Auto benutzt, nur die Geschwindigkeit für die Berechnung der Fahrzeit wird dem Fahrrad oder dem Fußgänger angepaßt, d.h. obwohl schöne Wald- und Feldwege vorhanden sind, soll der Fußgänger auf der Bundesstraße laufen, die er auch mit dem Auto fahren würde. Klasse!
Ansonsten funktioniert es ja wie es soll. Wer aber speziell ein Navi mit USA-Karten sucht, sollte sich die Alternative von TomTom anschauen. Das habe ich leider versäumt und kann dazu nichts sagen. Wer die Fummelei nicht scheut, kann ja auch ein anderes Navi mit nachträglich gekaufter USA-Karte aufrüsten. Das kostet allerdings zusätzlich zum Navi je nach Hersteller ca. 70 bis 100 ¤ für die USA-Karte.
Inzwischen (Juni 2011) kann ich noch etwas ergänzen: Auf einer zweiwöchigen Tour in Kalifornien über 4300 km hat das Navi sich prinzipiell bewährt. Die Anzeige der Fahrspuren ist dort besonders nützlich.
Allerdings hat sich inzwischen eine Macke eingestellt: Die Sprachansage - egal ob auf Deutsch oder Englisch - funktioniert nach dem Start einer Zielfahrt häufig nicht, oder es kommt nur die Ansage der Abbbiegungen ohne Straßennahmen, obwohl so eingestellt. Nach einem reset funktioniert es wieder. Die telefonische Garmin-Hotline meint, das könne garnicht sein und empfielt ein online-update der firmware. Eigentlich wollte ich ja ein problemlos funktionierendes Gerät haben und die bugs nicht selbst beseitigen....
Es bleibt also bei den drei Sternen.