Als ich die Tasche bekam, ging es mir wie den meisten Rezensenten: Ich war enttäuscht von deren Größe und dem Spalt, durch den sie kaum als "dicht" gelten kann. Im praktischen Gebrauch jedoch relativiert sich der zunächst negative Eindruck:
- Im Gegensatz zum Modell 010-10850-10 befindet sich eine mit Klettband befestigte Halterung in der Tasche, in die man den Oregon einklinkt. So kann man die Tasche in widrigen Situationen, aber auch beim Tragen an einer Gürtelschlaufe aufklappen, ohne dass das Gerät herausfällt, und es mit einer Hand bedienen.
- Gut durchdacht ist dabei die Lösung, dass der Oregon im Deckel angebracht wird und sich dank zwei Haltestreifen nur um 90 Grad aufklappt. So bleibt er in waagerechter Position (wichtig nicht nur für den Kompass) und kann abgelesen werden, ohne dass man die Tasche festhalten muss. Das bietet eine normale Fototasche nicht.
- Die Länge der Tasche ist notwendig, weil man den Oregon sonst gar nicht einklinken könnte: Der Winkel wäre zu steil, um die Führungsschiene zu treffen, und man müsste die Halterung erst herauslösen. Dank selbiger wackelt das Gerät auch nicht herum wie in der anderen Taschen-Variante.
- Der Spalt sorgt für Luftzirkulation, wichtig gerade bei raschen Temperaturschwankungen. Beim Oregon muss man ja nicht befürchten, dass eindringende Feuchtigkeit dem Gerät schaden könnte; immerhin ist es wasserdicht. Im übrigen liegen die Hälften aufeinander; von 2-4 mm Spaltmaß kann keine Rede sein.
- In der Tat schätze ich die Tasche vor allem als Stoß- und weniger als Regenschutz ein. Wie gesagt, das bisschen Nässe schadet dem Gerät nicht, und wenn man es bei Regen benutzt, wird es eh nass. Fällt der Oregon jedoch z.B. einen steinigen Abhang hinunter, hat er in dieser Tasche - auch wegen der großzügigen Abmessungen - deutlich größere Überlebenschancen als in einer eng anliegenden Hülle.
Ich bin also froh, die Tasche nicht gleich retourniert, sondern einem praktischen Test unterzogen zu haben. Vier Punkte gibt es deshalb, weil man es sicher noch besser machen kann.
Natürlich: Wer den Oregon nur in Situationen benutzt, in denen auch ein PDA oder Navi keinen Schaden nehmen würde, dem genügt eine einfache Tasche aus dem Fotohandel. Diese hier wurde speziell für jene Einsätze konzipiert, in denen ein GPS-Gerät meist genutzt wird: nass, dreckig, riskant. Aber darauf achten, die Version 010-10850-20 zu erwischen, sonst fehlt die wichtige Halterung!
PS: Schade übrigens, dass man links und rechts der Halterung nicht noch zwei Ersatzakkus unterbringen kann - Platz dafür wäre genug. Ich hab's mit einem selbst vernähten Gummiband versucht, aber der Oregon setzt so auf die Batterien auf, dass die Führungsschiene verfehlt wird.