Es gab wohl bei vielen Anwendern am Anfang viel böses Blut mit der ursprünglichen Software-Version. Aber ich habe das Gerät vor kurzem gekauft und gleich die aktuelle Software-Version 2.60 raufgespielt und muss sagen: Es passt alles
Das Gerät knarzt auch bei mir, aber nur kurz, wenn man den "Ein"-Knopf betätigt, ansonsten ist kein Geräusch erkennbar und auch beim Einschalten stört es nicht.
Der barometrische Höhenmeter funktioniert einwandfrei, hier muss das Problem mit dem letzten Update behoben worden sein.
Die Bedienung ist sehr einfach, nur bei einzelnen Einstellungen muss man sich als Anfänger erst durch zahlreiche Menüs klicken, bis man das gewünschte findet. Aber auch hier gibt es verschiedene Wege zu den Menüs, die das Auffinden vereinfachen. So werden die passenden Einstellungs-Menüs bei Klick auf Menü (z.B. auf der Karte) automatisch vorgeschlagen (ähnlich dem Kontextmenü in Windows), bevor man mit einem weiteren Klick ins Hauptmenü kommt.
Der GPS-Empfänger arbeitet einwandfrei. Auch in dichten Wäldern und relativ tiefen Schluchten war der GPS-Empfang immer gewährleistet.
Mit USB-Kabel kann das Gerät einfach an den PC angeschlossen werden und wird als Massenspeichergerät angezeigt. So ist es ohne Probleme möglich, Tracks aus dem Internet, Custom-Maps o.ä. auf das Gerät zu schieben. Beim nächsten Start werden diese sofort erkannt, weitere Einstellungen sind nicht notwendig.
Das Display ist auch bei starker Sonneneinstrahlung leicht ablesbar.
Besonders praktisch ist der mitgelieferte Karabiner, damit kann man das GPSMAP an den Schultergurt des Rucksackes einhängen und hat so das GPS immer griffbereit. Der eigentliche Gürtelclip, an dem der Karabiner dranhängt, ist dagegen kaum verwendbar, denn er liegt viel zu streng am Gerät an. Öffnet man ihn nur ein paar Millimeter, hat man schon Angst ihn abzubrechen. Diesen hätte Garmin ruhig etwas flexibler gestalten können. Auch das mitgelieferte USB-zu-MiniUSB-Kabel ist etwas kurz geraten, hier ist es eventuell empfehlenswert, sich selber ein längeres zu besorgen.
Zur Karte:
Das ist ja der große Preisunterschied zwischen dem Garmin GPSMap62s und dem 62st. Die 1:100000-Karte.
1:100000 hört sich nicht so toll an, aber ich muss sagen, das ich positiv überrascht von der Detailgenauigkeit der Karte bin, da hätte ich weniger erwartet. Gut, für Wanderungen, wo es schon fast auf jeden eingezeichneten Baum oder Stein ankommt, kann diese Karte nicht konkurieren. Aber für die meisten einfacheren Wanderungen ist sie durchaus geeignet. Es werden auch zahlreiche Wanderwege und Forststraßen abgebildet, Höhenmeter und auch jede kleine Straße. Zumal die Karte ganz Europa abdeckt, daher kann man hier nicht viel verkehrt machen.
Das erstellen von Custom-Maps ist sehr einfach, jeder der mit Scanner/Bildbearbeitungsprogramm und Google-Earth auch nur einigermaßen umgehen kann, sollte kein Problem haben, hier was auf die Beine zu stellen. Meine erste Cutom-Map hatte ich nach keinen 10 Minuten im Gerät.
Als ein echtes Schnäpchen kann ich dazu noch den "Garmin Freizeitguide Deutschland" empfehlen. Der wird zwar von vielen als Mogelpackung angesehen, aber für knappe 18 €, wie momentan das Kartenwerk angeboten wird, kann man sich nun wirklich nicht beschweren, besonders wenn man hauptsächlich diese Regionen bewandert.
Etwas entäuscht war ich, als ich gemerkt habe, das Autorouting nicht geht. Nun ja "nicht geht" ist vielleicht der falsche Ausdruck. Man benötigt eher die richtige Software, z.b. dem "Garmin City Navigator Europa NT", dann kann man das Gerät auch mit dem Auto auf Straßen nutzen. Das findet man aber auch nur über 5 Ecken heraus, hier wäre es besser gewesen, man hätte das Gerät beworben mit "ist für Straßennavigation vorbereitet".
Zum Geräte-Design: Auch das Auge ißt mit. Optisch ganz klar an dem GPSMAP 60CSx gehalten, entspricht es am ehestem dem, was ich als Outdoor-GPS-Gerät erwarte. Von der Farblichkeit her hätte mir das gelbe GPSMap 62 oder das rote 62s besser gefallen, als das eher unscheinbar wirkende in schwarz/grau gehaltene 62st. So etwas wie Gehäse-Wechsel (gabs/gibts bei Handys teilweise) ist nicht möglich. Aber davon abgesehen ist das Geäuse robust und funktionell.