Ich nutze den Forerunner 410 seit Monaten und die Uhr ist für meine Zwecke ein zuverlässiger Begleiter.
Wenn man sich eine GPS Pulsuhr von Garmin zulegt, so muss man genau überlegen, für welchen Einsatzzweck das Gerät gedacht ist. Die Garmin Forerunner 410 richtet sich primär an Läufer. Zusätzlich kann man die Uhr auch als Radcomputer für nicht zu ausgedehnte Radtouren verwenden.
Limitiert ist der Einsatz durch die Akkulaufzeit. Nach maximal 6-8 Stunden Trainingseinsatz muss die Uhr direkt an die Steckdose. Für Marathonradfahrer, Extrem Marathonläufer, Triathleten, Geocacher oder Tageswanderer ist die Uhr somit nicht geeingnet. Für diese Ziel hat Garmin andere Produkte im Angebot. Aufgeladen wird die Uhr über ein beiliegende Klemme mit zwei Kontakten, die mit einen USB Port einers Computers oder mit dem beiliegenden Netzteil verbunden werden kann.
Die Uhr wird über zwei Knöpfe und über einen Ring bedient. Die Knöpfe sind für die Bedienung der Grundfunktionen wie Start/Stop (oberer Knopf) und Lap/Reset (unterer Knopf) während des Trainings gedacht. Alle weiteren Funktionen erreicht man über den Ring. Die Bedienung erinnert an dem IPod von Apple und ist etwas ungewohnt. Nach etwas Übung hat man sich an das Bedienkonzept gewöhnt. Während des Trainings sind zusätzliche Konfigurationen eher schwierig. Persönlich habe ich meine Einstellungen und Trainingsarten vorher eingestellt, so dass ich während des Trainings auf den "Ring" verzichten kann.
Für die Ermittlung der Herzfrequenz wird ein ANT+ Brustgurt benötigt. Wer keinen besitzt muss diesen in einen Bundle miterwerben. Die Herzfrequenz wird zuversichtlich ermittelt. Es empfiehlt sich jedoch zum Start die Sensoren am Start etwas anzufeuchten.
Der GPS Empfang arbeitet im Vergleich zum Vorgängergerät sehr schnell und zuverlässig. Trotzdem kann in bestimmten Situationen wie Indoor, dichter Wald, Tunnel etc. der GPS Empfang abbrechen. Für alle, die in diesen seltenen Fällen auch eine unverfälschte Geschwindigkeitsanzeige wünschen, können den Schrittsensor einsetzen. Analog steht für das Rad ein entsprechender Geschwindigkeitssensor zur Verfügung.
Die Uhr bietet viele Funktionen. Hier sollte jeder Käufer überlegen, ob er diesen Funktionsumfang wirklich benötigt. Im diesen Fall kann man getrost auf den Forerunner 110 oder 210 zurückgreifen und Geld sparen.
Im Trainingsmodus bietet den Uhr verschiedene Trainingsmodi:
- Herzferquenz
- Ausdauer
- Intervall
- Strecke
- Erweitert
Im Bereich Strecke kann man mittels der Navigationsfunktion eine am Computer per Wegpunkte erstellte Strecke ablaufen. An
Abzweigungen wird per Pfeilanzeige und Warnton die Richtungsänderungen angezeigt. Verlässt man die Strecke, so wird die Richtung zum nächsten Wegpunkt angezeigt. Ein Routing wie in der Autonavigation gibt es natürlich nicht. Ein spannender Punkt ist die "Zurück zum Start" Funktion. Sollte man sich verirrt haben, so führt die Uhr den Läufer per Pfeilnavigation über die Rückverfolgung der zurückgelegten Route nach Hause. Dieses hat mir in ungekannten Gebieten schon geholfen.
Für sein individuelles Training kann man die Anzeige konfigurieren. Alle Informationen, die das Gerät kennt, können individuell eingerichtet werden. Insofern hat man neben der der Herzfrequenz alle nötigen und gerne auch unnötigen Informationen im Blick. Das Display lässt sich gut ablesen. Eine Funktion, die mir sehr gut gefällt, ist der virtuelle Partner. Man die Möglichkeit gegen einen virtuellen Partner mit konstanter voreingestellter Geschwindigkeit zu laufen und sich diesen auf dem Display anzeigen zulassen. Alternativ kann man einen vorherigen Lauf auswählen und dann gegen seine eigene Zeit laufen.
Alle Trainings werden durch die Uhr protokolliert. Zusätzlich wird pro Kilometer eine Runde als Zwischenwert abgespeichert. Insgesamt kann die Uhr 1000 Runden abspeichern. Dann ist der Speicher voll und die Daten müssen entsprechend manuell gelöscht werden.
Die Daten können per Ant+ USB Stick auf dem Computer übertragen. Dieses passiert völlig automatisch. Sobald die Uhr in der Nähe des Computers ist. Auf dem Computer muss vorab entsprechend ein Programm installiert werden. Auf meinem Mac verlief die Installtion problemlos.
Für die Bearbeitung der Daten stellt Garmin zwei kostenlose Programme bereit. Garmin Connect ist die Online Version. Hier hat in den letzten Wochen einige Funktionserweiterungen gegeben. Besonders interessant ist es sich die von den Strecken anderer Benutzer inspirieren zu lassen. Zusätzlich kann man sich die Offline Version Trainingscenter runterladen. Hier werden auch alle notwendigen Funktionen zur Verfügung gestellt. Persönlich benutze ich als Offline Version lieber Rubitrack oder Ascent.
Der Tragekomfort der Uhr ist okay. Ich persönlich trage die Uhr zum Sport. Für den Alltag nutze ich in der Regel eine andere Uhr.
Die Bedienungsanleitung ist leider schwach. Im Lieferumfang ist nur ein Quickmanual. Auch die Downloadversion ist leider sehr oberflächlich. Insgesamt muss sich - wenn man alle Funktionen verwenden möchte - sich länger mit der Uhr auseinandersetzen.
Zusammengefasst ist der Garmin Forerunner 410 ein toller Trainingsbegleiter, wenn man das Gerät für den bestimmten Einsatzzweck verwendet und die umfassenden Funktionen nutzt.