Seit nunmehr fast einem Jahr besitze ich das Dakota 10 und habe damit schon die eine oder andere Erfahrung gemacht. Bei folgenden Aktivitäten kam es bei mir zum Einsatz:
Wandern:
Da Garmin nur eine sehr schlichte grobe Weltkarte mitliefert, kommt man erstmal nicht umhin, genaueres Kartenmaterial aufs Gerät zu laden, um überhaupt Wanderwege angezeigt zu bekommen. Das Original-Garmin-Kartenmaterial schlägt hierbei mit einem ähnlichen Preis wie das gesamte Gerät zu buche, aber glücklicherweise unterstützt das Dakota 10 das gmapsupp.img-Dateiformt der OpenStreetMap, so dass man hier auch kostenloses Kartenmaterial bekommt und aufspielen kann.
Die Darstellung des Kartenmaterials ist für mein Empfinden in Ordnung, allerdings wird die Himmelsrichtung, in die man aktuell geht, in Ermangelung eines eingebauten Kompasses durch GPS ermittelt. Gerade wenn man langsam unterwegs ist, stimmt die Anzeige dann oftmals nicht. Die Bedienung ist gut gelungen, und der Höhenmesser ziemlich akkurat. Selbst mit Akkus (eneloop) sind lange Tageswanderungen problemlos machbar, ohne dass man Batterien wechseln muss.
Joggen:
Das Gerät bringt zwar eine Trageschlaufe mit, durch das hohe Eigengewicht der einzulegenden AA-Batterien ist ein Tragen um den Hals jedoch beim Laufen nicht drin. Ich hatte allerdings auch keine Empfangsprobleme, wenn ich das Dakota in die Jackentasche gesteckt habe. Die gelaufene Strecke wird auf dem Gerät gespeichert und kann direkt angeschaut werden. Man kann sich auch "Strecken" definieren, zu denen dann in der Kartenansicht jeweils die Himmelsrichtung sowie der nächste Wegpunkt angezeigt wird. Leider finde ich die Funktion, um Strecken aus Wegpunkten zusammenzustellen, nicht so richtig komfortabel, und vor allem wird ein Wegpunkt nicht "abgehakt", wenn man mehr als ein paar Meter daran vorbeiläuft. Eine Strecke, die man aus dem Internet heruntergeladen hat, rückwärts abzulaufen, ist auch nicht drin, man wird immer zum ersten Punkt geführt. Ein Export über die USB-Buchse auf der Rückseite ist einfach machbar, das Gerät wird als USB-Datenträger erkannt und die Logs sind direkt als Dateien gespeichert. Ein direkter Import zum Webdienst GPSVisualizer ist möglich. Sehr schön, wenn man daheim nochmal auf einem größeren Bildschirm anschauen will, wo man war und wie das Streckenprofil aussieht.
Radfahren:
Ich habe zum Dakota 10 noch die Fahrrad-Lenkerhalterung gekauft. Sie wird mit Kabelbindern befestigt und sitzt dementsprechend etwas locker, aber dies hat mit dem Dakota 10 selbst nichts zu tun, daher genug hierzu. Von oben genannten OpenStreetMaps gibt es ebensolche, die Routing-Informationen mitbringen. Man kann sich das Gerät also wie ein Navigationssystem fürs Fahrrad vorstellen, und dies funktioniert erstaunlich gut. Lediglich, wenn man sehr lange Routen planen lassen mag, stößt man an die Grenzen der Rechenleistung. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, eine lange Route in 20-30km lange Abschnitte mit Wegpunkten einzuteilen und mich dann jeweils dorthin routen zu lassen. Gerade bei Sonnenschein ist das Display allerdings recht schwer abzulesen, daher für mein Empfinden nur eingeschränkt beim Radfahren geeignet.
Im Auto:
Das Gerät ist von der Anzeige etwas "träge". In anderen Worten: Man bekommt erst angezeigt, dass man eine Kreuzung passiert, wenn man schon dran vorbei gefahren ist. Dafür, dass das Gerät ja nicht für den Einsatz im Auto konzipiert ist, ist das in Ordnung. Trotzdem muss man sich erst daran gewöhnen, hier für das Gerät mitzudenken, um rechtzeitig abzubiegen. Das Gerät hat eine zudem automatische Zoomfunktion, die näher in die Karte zoomt, wenn man abbiegen muss. Ich habe nicht ganz durchschaut, wann und warum sie das tut, und auch nicht gefunden, wie man sie abschalten kann. Gewöhnungsbedürftig!
Schwächen:
- Das Display ist bei Sonneneinstrahlung eher schlecht ablesbar, weder mit noch ohne Hintergrundbeleuchtung.
- Das Gerät merkt sich zwar, wo man es ausgeschaltet hat, einen "Hot Start" packt es aber trotzdem nicht. Bei jedem Einschalten muss man also mindestens 2 Minuten warten, bis es sich mit den GPS-Satelliten synchronisiert hat.
- Die Synchronisation mit den GPS-Satelliten funktioniert nicht, wenn man sich dabei bewegt. Wenn man also vor dem Joggen vergisst, das Gerät einzuschalten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es seine aktuelle Position überhaupt nicht bestimmen kann und man zu Hause ein leeres Tracklog angezeigt bekommt.
- Der Support auf meine Frage hin, warum über garmin.com heruntergeladene Geocaches nicht auf mein Gerät übertragen werden, beschränkte sich auf ein repräsentatives Schweigen. Schade!