Erst einmal möchte ich anmerken, dass meine Erfahrungen mit dieser Uhr meine persönlichen sind. Ich möchte hiermit alle erwähnten Vor- und Nachteile ehrlich abwägen. Auf die Erläuterung der einen oder anderen Funktion (Intervalltrainings oder Virtual Partner, sehr motivierend!) habe ich verzichtet.
Dazu mein erstes Fazit: einiges hier Kritisiertes kann ich unterstützen, einige erwähnte Kritik konnte ich persönlich mit dem Forerunner 405 jedoch nicht finden.
Die Akkulaufzeit:
Ich habe an drei Tagen, an denen ich nicht gelaufen bin, die Uhr im Stromsparmodus (mit ausgeschaltetem GPS) getragen. Nach drei Tagen wurde mir eine Kapazität von 79% angezeigt. Das sind 21 % für drei Tage. Interpoliert bedeutet dass eine Laufzeit von ca. 2 Wochen ohne GPS im Standby-Modus, genau so wie von Garmin angegeben.
Durch vieles anfängliches Ausprobieren und Licht Ein- und Ausschalten verringert sich die Kapazität natürlich schneller, was die von Garmin gemachten Angaben negativ verzerrt.
Im Trainingsmodus verliert die Uhr mit aktiviertem GPS und angeschlossenem Herzfrequenzgurt pro Stunde ca. 10-12% an Akkukapazität. Auch diese Werte stimmen in Ungefähr mit den von Garmin angegebenen Werten überein.
Für mich also absolut KEIN Kritikpunkt.
Des Weiteren besitze ich ein Akkupack von Kensington für iPod/iPhone, mit dem ich prima meinen FR405 unterwegs aufladen kann, somit brauche ich keine Steckdose. Übrigens wird der Akku des FR 405 sehr schnell wieder aufgeladen! Gut!
Der Empfang:
Das Satellitensignal wird recht zügig gefunden. Ich habe mir aber von Anfang an angewöhnt, die Uhr vor dem Training zum Orten am Fenster vorzubereiten. Wenn ich mich komplett angekleidet habe und nun vor der Tür bin, braucht sie tatsächlich nur wenige Sekunden Zeit, bis sie startbereit ist. Sehr gut! Die Aufzeichnung ist recht genau, grössere Abweichungen als 15 Meter hatte ich bisher keine. Ob ich jetzt laut später ausgewerteter Kartenanzeige ganz selten auch mal neben dem Weg gelaufen bin, ist mir so ziemlich Wurst. Ich weiss doch selbst, wie ich gelaufen bin. ;-) Grössere Patzer hatte ich nach rund 50 Km Lauferfahrung mit dieser Uhr gar keine. Mein Forerunner zeigt übrigens eine recht genaue aktuelle Pace an, auch wenn Ich zusätzlich die "Autolab-Funktion" aktiviert habe und mir alle 200 Meter die Durchschnitts-Pace angezeigen lasse. Es geht auch mit kleineren Schritten (min. 50 Meter), bei denen aber das zusätzliche Fenster die anderen Anzeigen zu oft überdeckt. Mir reichen die 200m/Pace vollkommen, obschon es hierüber ja heftige ideologische Diskussionen gibt. Wie gesagt, ich schreibe hier ja meine persönliche Sichtweise auf.
Die Navigationspunkte wie "zurück zum Start" habe ich nicht ausprobiert.
Die Bedienung:
Der Touchring in Verbindung mit dem Menü ist insgesamt gesehen eine gute Idee mit den schon zitierten Schwächen: Der Touchring reagiert nicht immer auf Befehle. Ich fand aber heraus, dass ich anfangs allzu oft nicht immer die gleiche Druckstärke aufgewendet habe (Habe die Empfindlichkeit auf "Mittel" gestellt). Man braucht also ein wenig Zeit und Umgang mit der Uhr, um sich darauf einzuspielen. Mittlerweile funktioniert der Touchring bei mir sehr genau und zuverlässig, weil ich einfach fester und ein wenig länger drücke, gerade wenn ich kalte Finger habe. Also, nicht ganz zu zart bitte ;-). Es ist also nur eine Frage der Zeit und Gewöhnung.
Das Menü des FR 405 irritierte mich Anfangs erst einmal ein wenig, vor Allem in Hinblick auf die Funktion "Training" (Rechts am Touchring durch längeres drücken aufrufbar) und der Option "Trainings" im Menu (unten am Touchring aufzurufen).
Man braucht beide Funktionen:
die eine zum Einstellen der Trainings-Optionen und -Modi, die andere zum Starten des Trainings (man kann aber auch im "Menu"-"Trainings"- "sofort starten"). Diese Zusammenhänge habe ich Anfangs nicht so verstanden und fand sie etwas unlogisch, mittlerweile bin ich aber vertraut damit.
Man wird wohl anfangs den einen oder anderen Einstellungs-Fehler machen und seine Zeit brauchen, bis man mit der Uhr vertraut trainiert.
Meine Anfangsfehler:
Die Datenfelder zu voll zu stopfen. Beim Laufen merkte ich dann schnell, dass weniger manchmal mehr ist. Die Ablesbarkeit der drei Datenfelder funktioniert während des Laufens nur dann gut, wenn man schon ganz genau weiss, wie und WO man sie Programmiert hat. Und eben das kann dauern und bei den ersten Trainings stören. Mein Tipp: pro Datenfeld max 2 Anzeigen. Ein Plus aber an die persönlichen Konfigurationsmöglichkeiten! Es wird für jeden eine passende Einstellung dabei sein.
Der nächste Fehler ist gleichzeitig ein Kritikpunkt: Das einfache und sofortige loslaufen ist mit dieser Uhr in einigen Trainingsmodi wohl nicht möglich. Erst muss man einige Einstellungen über die Dauer oder Distanz des Trainings zB. im Herzfreguenz-Modus einfügen. Das führte bei mir später zum ausschalten der Stoppuhr, da das Trainingsziel durch eine zu kurz eingegebene Distanz schon erreicht war, ich aber noch weiterlaufen wollte. Somit musste ich die Stoppuhr incl. Auswahl des Trainingsmodus und der entsprechenden Einstellungen neu starten und hatte zwei separate Trainings zur Folge.
Übrigens, die oft in Foren vielzitierte Kritik, dass der Forerunner405 keinen Pulsalarm auslöst, ist blödsinn. Es gibt eben dafür genau den Herfrequenztrainingsmodus. Dort stellt man ein, in welchem der fünf Herzfrequenzbereiche man trainieren möchte, oder in welchem Pulsbereich. Ein Über- und Unterschreiten wird sofort mit entsprechenden Alarmtönen quittiert und auch im Display angezeigt. Hier gilt leider: bitte erst ausreichend Trainingszeit oder Distanz eintragen, sonst beendet die Uhr zu früh selbst das Training!
Die Anbindung
Der Forerunner 405 wird ja mit dem drahtlosen ANT-USB-Stick ausgeliefert. Nach Installation der Treibersoftware (Garmin-Webseite) auf meinem Mac, funktioniert Alles bestens. Bei neuen Daten auf der Uhr findet sofort eine Übertragung auf dem Mac am USB-Stick statt (3m Reichweite), sehr gut! Die Daten werden entweder auf das Trainingscenter, oder auf Garmin-Connect hochgeladen.
Generell ist Garmin nach meinem Wissen der einzige Hersteller von Pulsuhren, der eine direkte Mac-Unterstützung anbietet, die bei mir wunderbar und sehr zuverlässig auf OSX 10.6.xx funktioniert!
Übrigens, der Herzfrequenzgurt wird am 405 sofort erkannt und liefert sehr genaue Werte und lässt sich bis jetzt durch nichts stören (Hochspannungsmasten usw.).
Über die Software Training-Center möchte ich nichts sagen, da es ja genügend sehr gut an den 405 zur Übertragung angepassten Alternativen gibt. (Zum Beispiel Trailrunner, Rubitrack, Ascent für Mac und Sporttracks für PC...)
Der Komfort
Eine kleine Kritik sei hier loszuwerden: tatsächlich ist das Armband recht kurz, vor allem wenn man im Winter die Uhr "aussen" am Arm tragen möchte. Durch das Tragen von Thermoshirt UND Thermojacke wird es bei mir am Handgelenk sehr eng, obwohl ich nicht das dickste Handgelenk habe! Es dauert immer eine Weile, bis ich die Uhr am letzten Loch befestigen kann, dann ist sie schon recht gespannt.
Mein Fazit:
Ich habe mich zu 5 Sternen entschieden, weil die wenigen Kritipunkte mich wirklich nicht so sehr stören, dass ich eine Abwertung gerechtfertigt fände. Ich bin begeistert von der Uhr, sie sieht auch im Alltag schick aus und freue mich immer wieder über sie im Training beim Laufen. Mittlerweile weiss ich auch alle Funktionen für meine Bedürfnisse und meinem Vorteil zu nutzen. Das GPS ist zuverlässig und ausschaltbar, die Herzfrequenzfunktion auch, die Akkudauer begeistert mich.
Ich hoffe, ich habe durch meine Rezension dem einen oder anderen Interessierten eine würdige und ehrliche Empfehlung geben können...