Der Garmin Edge 705 gehört schon zu den teureren Bike-Navigationssystemen. Es kann aber auch so ziemlich alles, was am Markt derzeit an Features zu haben ist.
Ich habe die Version mit Herzfrequenzsensor gekauft, und habe vor, die normalen Tachometer von meinen Bikes zu entfernen. Ein Vorteil des Edge ist ja, dass man - entsprechend viele Halterungen vorausgesetzt - den Edge an mehreren Rädern verwenden kann und eigentlich nichts umzustellen braucht. Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt ja via GPS und ist daher vollkommen unabhängig von Radumfängen.
Die Software mag nicht hundertprozentig selbsterklärend zu sein, und ich bin selbst auch noch am Lernen, was das Ausreizen aller Funktionen betrifft. Ein dickes Plus aber von meiner Seite für den hervorragenden Mac-Support. Über die Homepage lassen sich mehrere Tools komfortabel herunterladen, die am Mac völlig klaglos funktionieren. Besonders das Programm BaseCamp, quasi die aufgebohrte Version des Routenplaners RoadTrip, gefällt mir sehr gut.
Zweiter Punkt, der zu loben ist: Die gute Unterstützung von OpenSource Maps.
Drittens: Karten für eine bestimmte Region (zB eine Straßenkarte und eine Topo-Karte mit Wanderwegen) lassen sich am Gerät und am PC übereinanderlegen oder auch einzeln auswählen, sodass beispielsweise bei Radtouren recht fein abgestuft navigiert werden kann.
Viertens: Das Gerät verfügt über eine vernünftige Bedienung mittels Gerätetasten und eine Art Joystick an der Front. Und das geht auch mit dicken Handschuhen. Der Verzicht auf Touchscreen-Bedienung dürfte der Lesbarkeit der Displays zuträglich sein, ich hatte eigentlich noch keine Situation in der ich schlecht ablesen hätte können. Ist aber auch Herbst derzeit;-) Ob man mit Fingerhandschuhen auch ein Touch-Display bedienen kann, weiß ich nicht.
Fünftens: die Genauigkeit der Positionsbestimmung hat mir sehr gut gefallen. Bei aktivierter Routing-Funktion kann das Neuberechnen der Route beim Abweichen vom rechten - genauer gesagt vom geplanten - Weg manchmal ein wenig nerven. Aber das Problem wohnt allen Navis mehr oder weniger heftig inne.
Sechstens: der fix eingebaute Akku läuft sehr lange (Ganztagestour geht wunderbar), das Aufladen funktioniert komfortabel via USB-Anschluss und Standardkabel.
Verbesserungsbedürftig sind aus meiner Sicht die Nutzerführung in der Software. Wenn man's einmal heraußen hat, sind die Abläufe ja nicht ganz unlogisch. Von selber kommt man aber auf die meisten Schrittfolgen nicht drauf. Handbuch (pdf) und Internet helfen sehr gut weiter, und aufgrund der großen Verbreitung von Garmin Geräten findet man auf praktisch jede Frage Tonnen an Lösungen. Die Garmin Karten sind nicht ganz günstig und der Registrierungsprozess ein wenig langwierig. Beides fand ich aber noch durchaus zumutbar im Hinblick auf die problemlose Funktion und den gebotenen Informationsumfang.
Da mir bei der Montage des Geräts ein kleines Malheur passiert ist (Edge hinuntergefallen, Glas über dem Display angeknackst) habe ich auch den Kundenservice schon testen müssen. Hierfür ein dickes Lob. Rasche, knappe, lösungsorientierte Antwort. Rasche Reparatur. Passt.
Noch ein Hinweis: Das Gerät ist wirklich erstaunlich kompakt. Das ist gut, weil es kaum Gewicht aufs Bike packt. Das hat aber auch Nachteile, zB wenn man den Edge auch fallweise im Auto einsetzen will.