Eines vorab: Dieses Marine-Bundle gibt es bei Versendern für Wassersport-Zubehör günstiger und daher habe ich es auch nicht über Amazon gekauft.
Das GPS72H besitzt im Gegensatz zum deutlich günstigeren GPS72 ohne "H" einen hochempfindlichen Empfänger der noch etwas empfindlicher zu sein scheint als der Sirf-III-Chipsatz des Magellan Explorist welches ich zu Vergleichszwecken herangezogen habe. WAAS kann man am Gerät einschalten, das Feature kostet aber zusätzlich Strom, was aber dem Yachtie der dieses Gerät mit externer Stromversorgung nutzt eher egal sein dürfte, jedenfalls wird die Positionsgenauigkeit auch ohne WAAS am Gerät im bebauten Gebiet mit unter 10 m Abweichung angegeben.
Das Gehäuse ist ein fast erschreckend großer Klotz, was zum Erreichen der Schwimmfähigkeit wohl auch nötig ist, allerdings kann ich mir nicht vorstellen ein mattschwarzes Gerät in den Weiten der Nordsee treibend noch jemals wiederzufinden wenn man es nur 10s aus den Augen verliert, da wäre ein freundliches gelb angesagter.
Die Bedienung erfordert etwas Umdenken denn die Tasten sind oberhalb des Displays angeordnet, was ich nicht fürchterlich praktisch finde weil die Hand beim Tasteln einen Teil des Displays verdeckt.
Das Display selber ist zwar recht groß aber nicht sehr hoch auflösend und daher sind die Symbole deutlich größer als sie es sein müßten, was den Bildschirm dann doch unangenehm zumüllt.
Die Bildschirmbeleuchtung lässt sich per Menü regeln, was auch nicht wirklich der Bringer ist denn in stockfinsterer Nacht kann man das Menü nun mal ohne Beleuchtung nicht sehen und wenn man die Taste für Beleuchtung drückt ist als Default-Setting immer erst mal "0" eingestellt. Außerdem ist dieselbe Taste dafür zuständig das Gerät ein- und auszuschalten und das ist nun wirklich ganz blöde denn wenn man den Finger etwas zu lange auf der Taste hat ist das Gerät einfach aus und fertig. Beim Einschalten geht die Beleuchtung auch nicht automatisch für eine definierte Zeit an, also hier ist das Magellan-Gerät deutlich besser zu bedienen.
Die Menüführung ist mehr oder minder selbsterklärend für Leute, die sich schon einmal mit Hand-GPS-Geräten befasst haben, auch hier scheint mir das Explorist etwas stimmiger aber das ist wohl Geschmacks- und vor Allem Gewöhnungssache.
Positiv ist zu vermerken daß dieses Gerät über ein Standard-USB-Kabel ( mini-USB ) mit dem Rechner verbunden, und mit der Freeware "Easy GPS" leicht mit Daten gefüttert und ausgelesen werden kann. ( GPS 76 auswählen )
Negativ wiederum, daß evtl. eingelegte Akkus nicht geladen werden, weder über USB noch über den Garmin-eigenen Stecker. Die Buchsen sind aber ordentlich mit unverlierbaren Gummikappen abgedeckt und auch bei offenem Batteriefach dürfte das Gehäuseinnere nicht voller Wasser laufen. Das Batteriefach selber ist aber nicht komplett wasserdicht, da heißt es ggf. aufpassen.
Die mitgelieferte Halterung ist durchaus nett, denn das Gerät kann darin verriegelt werden und geht dann auch bei wilden Wasserschlachten nicht über Bord. Ob das Plastik unter UV-Einfluss irgendwann versprödet und bricht wird die Zeit zeigen. Über Sinn und Nutzen der mitgelieferten Tasche lässt sich streiten, jedenfalls ist sie nicht gepolstert und schützt wohl vor Kratzern, nicht jedoch bei Schlag oder Sturz. Der Reißverschluß dürfte bei Salzwasserkontakt weggammeln, das haben metallene Reißverschlüsse so an sich. Aber wer eine robuste Nylontasche mit Gürtelschlaufe für andere Dinge brauchen kann - Voila.
Positiv ist noch zu vermerken daß das GPS72H per NMEA an vorhandenes Bordspielzeug angebunden werden, und dann z.B. Flachwasseralarm melden kann, auch ein Alarm für schlierende Anker ist vorhanden aber ob das harmlose kurze Gepiepse irgendjemanden aus dem Schlaf reißt wage ich dann doch zu bezweifeln.
Noch etwas in meinen Augen Erfreuliches zum Schluß: Dieses Teil kommt ausnahmsweise mal nicht aus China sondern aus Taiwan.
Da sind wir doch auch guter Hoffnung daß es nicht nach 3 Wochen mitten auf dem Teich den Geist aufgibt. ;)