Seit 2010 benutze ich den Edge500 und war davon so begeistert, dass ich nun auf den Edge800 aufgerüstet habe, um damit auch auf unbekanntem Terrain navigieren zu können.
Die Radmontage ist dieselbe, wie schon beim Edge500, Halter wird mit 2 Gummis an Vorbau oder Lenker angebracht, das Gerät dann durch eine 90° Drehung am Bajonettverschluss verriegelt. Ein selbständiges Lösen des Gerätes aus der Halterung ist quasi unmöglich. Die einzigen Bedenken habe ich bei der Haltbarkeit der Gummis am Halter; hier würde ich mir eine zusätzliche Möglichkeit der Sicherung z.B. mittels eines Kabelbinders wünschen.
Im Lieferumfang ist eine gedruckte Kurzbeschreibung enthalten, die die wichtigsten Punkte enthält, um das Gerät zu starten. Ein ausführliches Handbuch in allen Sprachen ist im pdf-Format auf dem Gerät abgelegt, und somit abrufbar, sobald man den Edge800 über das mitgelieferte USB-Kabel mit einem PC koppelt.
Die City-Navigator Europe Karte des Bundles wird auf einer Micro-SD Karte mitgeliefert: Karte in das Einsteckfach (vor Dreck und Wasser geschützt unter einer Gummiabdeckung) einstecken, und Karte wird automatisch nach dem Einschalten des Gerätes erkannt.
Nach dem Einschalten des Gerätes werden einige persönliche Daten abgefragt, wie Alter, Größe, Gewicht, Herzfrequenz-/Leistungsgrenzen... Eingabe alles über Touchscreen, sehr einfach und schnell.
Insgesamt können 3 verschiedene Fahrräder eingegeben werden, die jeweils unterschiedlich konfigurierbar sind - mit/ohne Trittfrequenz-/Speedsensor und/oder Leistungsmesser. In meinem Falle habe ich den Edge800 mit dem mitgelieferten Herzfrequenzsensor und einer SRM-Leistungsmesskurbel gekoppelt. Beides verlief völlig problemlos; bei der SRM-Kurbel wird automatisch die Seriennummer und die Steigung erkannt, sobald man die Kurbel bei eingeschaltetem Gerät einige Umdrehungen dreht. Die Kalibrierung der Kurbel scheint auch automatisch zu funktionieren, immer wenn keine Last auf der Kurbel anliegt und die Geschwindigkeit größer Null ist.
Auf dem Display des Edge800 lassen sich jetzt noch mehr Daten gleichzeitig darstellen, bis zu 5 Trainingsdatenseiten mit bis zu 10 Werten. Dabei hat der Anwender völlig freie Hand, wie viele und welche Daten er auf der jeweiligen Seite sichtbar haben möchte, von vielfältigen Angaben (z.B. aktuelle Werte, min-/max-/Durchschnittswerte und mehr) über Herzfrequenz, Leistung, Geschwindigkeit, Zeit, Kalorienverbrauch, Distanz, Höhen, ...
2 weitere Seiten stehen zur Navigation (mit Karten Display) und Höhenprofildarstellung zur Verfügung. Somit stehen in Summe bis zu 7 Displayseiten zur Verfügung, zwischen denen über Touchscreenbedienung hin und hergeschalten werden kann.
Wem dies alles zu viel ist, kann ganz einfach einzelne Seiten deaktivieren.
Die gesamte "Programmierung" der Displayseiten geschieht über Touchscreen und ist damit nochmals bedienfreundlicher und schneller geworden, als es schon beim Edge500 war.
Die Bedienung des Touchscreen hat sogar bei Minusgraden mit langen Handschuhen problemlos funktioniert!
In den vergangenen 12 Jahren habe ich Erfahrungen mit Radcomputern der Marken Ciclo, Suunto, Polar und Garmin gemacht, doch sowohl der Edge500 als auch der Edge800 waren bislang die einzigen Geräte, die eine fehlerlose Herzfrequenzmessung bieten, d.h. keine Störungen an Stromleitungen oder vorbeifahrenden Fahrzeugen!
Der GPS-Empfänger des Edge800 scheint ggü. dem Edge500 nochmals verbessert worden zu sein, denn nun bekomme ich sogar beim Einschalten in der Wohnung in der Nähe eines Fensters einen Satellitenempfang!
Erste Navigationsversuche mit dem Edge800 habe ich auf einer zuvor mit dem Edge500 aufgezeichneten Strecke durchgeführt. Dazu muss die Datei einfach auf dem Gerät im Ordner "NewFiles" abgelegt werden. Nach dem Einschalten des Gerätes erscheint die Strecke im Streckenverzeichnis. Hier kann man der Strecke nun einen Namen vergeben und die Darstellung der Strecke (Farbe) in der Karte frei wählen. Startet man die Fahrt auf der Strecke, kann man unterwegs z.B. abfragen, wie viel Zeit und Kilometer es noch bis zum Ende der Strecke sind. Gpx-Daten lassen sich ebenso verwalten wie tcx-Daten. Leider kann man anscheinend immer nur eine neue Route in das Verzeichnis "NewFiles" stellen. Beim Übertrag mehrerer Dateien, wurde immer nur eine neue Strecke nach dem Einschalten erkannt.
Wenn man mag, kann man auch gegen seinen "virtuellen Partner" auf der Strecke antreten, d.h. man bekommt zu jeder Zeit angezeigt, wie viel Vorsprung oder Rückstand man auf seine damals gefahrene Zeit hat. Dieser Punkt lässt sich jeder Zeit aktivieren/deaktivieren.
Die aufgezeichneten Daten können nach der Trainingsfahrt wiederum über USB mit Hilfe der kostenlosen Garmin Traings Center Software ausgelesen und ausgewertet werden. Ebenso problemlos verlief die Auswertung mit TrainingPeaks!
Alles in allem ein super Gerät sowohl für Training als auch Navigation. Man merkt, dass hier in die Entwicklung die Erfahrung von Radsportlern eingeflossen ist. Bisher habe ich noch keine Funktion und keinen Anzeigewert vermisst. Die Optionen sind so vielfältig, dass wohl für jeden Benutzer das Richtige dabei ist!