Da die Montana-Varianten 600, 650 und 650t hardwaremäßig absolut identisch sind, stelle ich meine Bewertung auch hier ein:
Den positiven Punkten der anderen Rezensenten möchte ich mich weitestgehend anschliessen. Herausragend dabei ist aus meiner Sicht das Konzept der variablen Stromversorgung - das ist sehr praxistauglich, vor allem für mehrtägige Unternehmungen Abseits der "Zivilisation".
Aber was Garmin nach dem langen Leidensweg mit den Colorados und Oregons unter Fortschritt versteht macht mich etwas sprachlos:
Ja - das Display ist jetzt größer und heller als bei den genannten und es ist jetzt fast so hell und hat sogar eine fast so hohe Bildschirmauflösung*, wie der von Größe, Gewicht und Konzept vergleichbare, aber 7 Jahre alte Vorgänger "GPSmap 276 C", anno 2004 !
(*... damals gabs noch 480 x 320 Pixel)
Auch ein Vergleich der heutigen Laufleistung der beiden Li-Ion-Akkus, des neuen mit dem gebrauchten (im konkreten Fall 6 Jahre alten Akkus) ist interessant:
- ständige Kartenanzeige, aber ohne Hintergrundbeleuchtung: knapp 10 Stunden beim Montana (gegenüber 14 h beim "steinalten", aber unter diesen Bedingungen besser ablesbaren GPSmap-Gerät)
- volle Beleuchtung: keine 3 Stunden beim Montana, (ca. 7 h beim "276er") ... da wird deutlich auf wessen Kosten man die max. Bildschirmhelligkeit gegenüber den Garmin Oregon's steigern konnte!
- als kleiner Trost hält es mit vollständig deaktiviertem Display*, also als reiner Tracklogger 19 h (*BatterieSaveModus=keine Anzeige!)
Falls jemand diesen Leistungsschwund mit der Prozessorleistung erklären will - die reicht schon beim "Vorgänger" locker auch für inhaltsreichere Karten wie die Topo Germany 2010.
Übrigens der beste, optimale GPS-Empfang ist beim Montana immer mit dem Display nach unten ... !
Warum hat man nicht einfach die neue Software (Firmware), mit der Möglichkeit (auch eigene) Rasterkarten bzw. GE-Satellitenfotos anzuzeigen, in die bewährte (und hochgelobte) alte Hardware implementiert*?
Genau das war ja beim "GPSmap60" zum "62" auch möglich!
(*natürlich + zeitgemäßem Empfängerchip und erweitertem Speicherplatz, der kostet ja heute nichts mehr, im Vergleich zu damals)
Aber scheinbar muss alles dem Zeitgeist, sprich der Touchscreen-Technologie*, geopfert werden. Und das selbst bei einem Outdoor-Gerät. Das finde ich sehr schade.
[P.S.: * und dann wird wegen der Allwetter-Bedienbarkeit auch noch die billige resistive Variante eingesetzt, mit all ihren Handhabungsnachteilen gegenüber der, bei höherwertigen Smartphones inzwischen üblichen kapazitiven Touchscreentechnik - Auch sind die diversen Foren mittlerweile voll mit "Bildschirmkalibrierungs-Problemen"]