Im Januar hatte ich genug über geocaching gelesen und gehört. Ich wollte es selbst testen!
Also habe ich eine sehhhhr entfernte Bekannte angemailt, ob sie mich nicht mal mitnehmen würde. Ich wußte durch den Freund eines Freundes......., dass sie cachen geht. Tja, sie hat mich mitgenommen, ich wollte sofort ein eigenes GPS.
Aber: Viel Geld wollte ich auch nicht ausgeben. Ich dachte an Keller und Dachboden, wo die Reste früherer Hobbies vor sich hin gammeln. Ferngesteuerte Modelle, Angeln samt Zubehör, Rollerblades ,ein Rennrad (OK, das nutze ich noch)..... Sollte ich nun ein 300€-GPS-Gerät daneben legen, wenn das Caching doch nicht so gut ist?!?
Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe mir bei amazon ein neues e-trex H gekauft. Gebraucht gab es nichts, man könnte es fast für den Neuwert wieder loswerden. Aber das will ich ja gar nicht.
Denn das etrex führt mich sehr zielsicher zu den gewünschten Standorten. Ich habe maches mal auf dem cache gestanden, ohne es zu wissen. Die Koordinaten stimmten jedenfalls immer zu der Positon. Eine Karte im Gerät braucht man meiner Meinung nach zum cachen nicht, wöfür? Auch Nachtcaches habe ich mit dem Gerät gut gefunden.
Zudem ist das etrex so genau, dass einige meiner Freunde das Gerät als Referenz nehmen, wenn sie ihre neuen Handys auf Genauigkeit testen... Beim cachen war dieses eher schlichte Gerät jedenfalls jedem Auto-Navi, PDA und Smartphone um einige Meter Zielgenauigkeit überlegen.
Andererseits kann das Gerät außer die eigene Position, die Richtung und die Nähe zum Cache zu zeigen nahezu gar nichts. OK, Geschwindigkeit und Track-Aufzeichnung ist dabei. Das Gerät hat insgesamt wirklich nur fünf Tasten (inkl. Ein/Aus-Schalter). Die Eingabe der Koordinaten funktioniert, indem man aus einer Liste von 0-9 die jeweils richtige Zahl per Wippschalter aussucht und dann mit einer anderen Taste die Cursorposition wechselt. Hat mich am Anfang an tiefste 80-er Jahre Technik erinnert.
Eine Eingabe per PC würde nur mit einem sehr teuren Kabel funktionieren. Aber nach wenigen gespeicherten Koordinaten wäre auch Schluss, schon wegen des geringen Speichers (80-er Jahre...).
Wer nun denkt, sein Smartphone oder Auto-Navi würde zum cachen reichen, der täuscht sich. Technisch mag ein solches Telefon ebenbürtig und besser sein. Nach einer etwas besseren cache-Tour weiß man die Tauchtiefe des etrex von fast einem Meter aber zu schätzen. Wenn mal gerade kein Bach zur Stelle ist, in den etrex fällt - egal! Das Gerät macht fast alles mit, auch Stürze auf üblen Steinboden. Die Verarbeitung des Gehäuses ist wirklich super, die Technik ist simpel. Kaputt gehen kann also wenig. Das ist der Vorteil der nur fünf Knöpfe!
Ein weiterer Vorteil, den ich beim Kauf gar nicht bedacht hatte: Wenn man (sprichwörtlich und vor allem buchstäblich) im Wald steht, kann man die Batterien mal eben wechseln. Hört sich doof an, aber sucht doch mal die Steckdose zum Laden des integrierten Handyakkus im Wald. Und das Auto zum Aufladen des Auto-Navi findet man leider ohne Navi auch nicht so einfach wieder, jedenfalls dann, wenn es eine gute caching-Tour -am besten nachts- ist...
Alles in allem ist das etrex ein super Gerät. Es ist sehr simpel, man muß sich an die Bedienung gewöhnen (Die Bedienungsanleitung verdient den Namen nicht...). Aber es ist auch sehr zuverlässig und genau, selbst im Wald bei Regen. Außerdem scheint es unkaputtbar zu sein.
Wer Komfort will (Karte, Speichern von Wegpunkten, PC-Abgleich), der liegt falsch, Finger weg.
Wer ein gutes, simples Gerät mit den nötigsten Funktionen sucht(und Wegpunkte auch altmodisch per Hand eingeben kann/will), der ist mit dem Gerät perfekt bedient.
Last, but not least: Wenn das Geocaching doch kein Hobby von Dauer ist, dann liegt das Garmin ganz gut neben dem anderen Zeugs im Keller, ohne Unmassen von Geld gekostet zu haben!