Seit Gardena per Badge-Engineering den Automower 305 von Konzernmutter Husquarna zum R40Li gemacht hat, hat der deutsche Kunde plötzlich Vertrauen zu Rasenmährobotern. Auch unterbietet der Gardena seinen Bruder im Preis deutlich. Daher haben auch wir nicht mehr gezögert und seit 2012 tut der Gardena Mähroboter bei uns im Garten seinen Dienst.
Die Installation ist einfach, Nachteil sind nur die hohen Anforderungen an die Platzwahl der Ladestation. Sie muss innerhalb der Installation stehen. Hier hilft experimentieren, wenn man das nicht akzeptieren will. Mit etwas Grün an passender Stelle gepflanzt, kann man das häßliche Teil aber auch so gut kaschieren. Wer einen separaten Vorgarten hat, muss leider das Kabel als Schleife ums Haus legen und dann den Mäher umsetzen, was nicht überall geht. Lösung wäre für diesen Fall eine zweite Ladestation. Dann kann es aber auch schon losgehen.
Was sofort auffällt: Der Mäher ist unglaublich leise. Man könnte ihn tatsächlich nachts mähen lassen, wenn da nicht das vollautomatische Bewässerungssytem sinnvollerweise arbeiten würde. Beides zusammen fährt die Zeit für Gartenarbeit auf nahezu null. An Rasenpflege bleibt nur Arbeit für den Turbotrimmer, dabei nutze ich den preiswerten 400 Li, der im Gegensatz zu Fadentrimmern exakt an jede Kante kommt und somit die Ecken erwischt, die der Robotermäher nicht erreicht. Diese Ecken kann man mit guter Gartenplanung auf Null reduzieren, wenn man die Rasenbegrenzung mit ebenen und damit befahrbaren Platten realisiert und Baumscheiben teilbefahrbar macht.
Auf unserem sehr ebenen und trockenen Grund ist bei warmen Wetter das Verhältnis zwischen Ladezeit und Arbeitszeit sehr gut, gemessene 67 Minuten zur Aufladung und 80 Minuten Mähzeit bei 18° Außentemperatur, besser also als in der Betriebsanleitung beschrieben, was ich sehr akzeptabel finde. Pflege außer der Aufladung braucht der Mäher trotzdem ab und an. Der feine Rasenrest wird unter Feuchtigkeitsentzug hart wie Beton und kann die Beweglichkeit der Messer einschränken. Daher reinige ich den Mäher alle paar Wochen. Ersatzmesser brauchte er bisher nach sechs Wochen noch nicht, zudem sind sie preiswert und sehr einfach zu installieren.
Kinder lieben den Mähroboter. Allerdings sollte man ihnen einmal erklären, wie der Mäher arbeitet und dass man entsprechend nicht im Betrieb unter ihn greift. Neugierigem Anheben durch größere Kinder entzieht er sich durch Abschalten. Danach ist der PIN-Code im normalen Sicherheitsmodus fällig, sonst fährt er nicht mehr. Sinnvoll! Ansonsten ist der Mäher durchaus kompatibel zu üblichem, fröhlichen Gartentreiben. Kleine Spielzeuge sollten nicht auf dem Rasen sein, sie können die Messer beschädigen. Größere Spielzeuge wie Bälle schiebt er beiseite oder wendet an ihnen per Anstoßautomatik, wie an Kinderfahrzeugen oder Gartenstühlen. Hund und Katze meiden ihn üblicherweise sofort oder nach dem ersten Kontakt.
Der Gardena R40Li- ein tolles Haustier und ein weiterer Schritt zum wartungsfreien Garten!
Edit nach der ersten Mähsaison: Stimmt alles noch. Das Gerät ist wirklich eine große Hilfe. Der Rasen sieht Klasse aus.
Edit nach einigen Wochen der zweiten Saison: Inbetriebnahme problemlos. Die lange Schleife von etwa 150m, die Vorgarten und Hauptgarten ums Haus herum verbindet blieb unversehrt. Die Station hat draußen überwintert - Kontaktspray auf Anschlüsse und Ladebleche - fertig. Der Mäher war im Herbst gereinigt, geladen und der Messer beraubt im Gartenschuppen abgestellt worden. Neue Messer eingesetzt und schon fuhr der Mäher ohne Nachladen los. Der Rasen sieht tiptop aus, das ist die erste Saison, wo ich im Frühjahr auf Vertikutieren und Einsatz von Unkrautvernichter verzichte. Jetzt mäht der R40Li gerade am Sonntag. Die Dezibel kann ich nicht messen, aber subjektiv ist er so leise, dass man ihn schon aus 10m Abstand kaum noch aus dem Grundgeräusch in unserem reinen Wohngebiet heraushört. Entsprechend gibt es mit den Nachbarn keinen Ärger, eher Freude wenn sie mit Bekannten beim Vorbeilaufen das faszinierende Gartengerät bei der Arbeit beobachten. Was will man mehr?