152 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Überblick über eine wirklich integrale Weltsicht, 8. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Ganzheitlich handeln: Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität (Gebundene Ausgabe)
Es ist immer wieder beeindruckend wie es Wilber gelingt Altbekanntes so neu zu verpacken, daß es nicht langweilig wird. Aber dieses Buch ist weit mehr als eine erneute kurze Einführung in Wilbers Denken, es zeigt wo und wie seine Ideen konkret umgesetzt werden können und schon werden. Doch auch das ist noch nicht alles. Immer lauter und eindringlicher wird Wilbers Appell selbst etwas zu tun. Er setzt sich ausführlich mit der Ideologie der Grünen auseinander (und hier ist das grüne Mem gemeint, das aber weitgehend identisch mit der grünen Bewegung/Partei ist) und zeigt deren Schwachpunkte auf, vor dem Hintergrund einer großen Sympathie für die grüne Bewegung an sich. Nur wird wohlmeinender Pluralismus immer da zum Bumerang, wo allein schon die bloße Erwähnung, daß Menschen irgendwie unterschiedlich sein könnten, als faschistoid gilt und dabei wagt man dann ungerne den Blick in den Spiegel, der genau hier die Wurzel des sogenannten Ökofaschismus zeigt, wenn er will, daß es allen gut geht, aber bitte genau nach meiner Vorstellung. Hier kommt es zu jener unheiligen Allianz zwischen Pluralismus und Narzißmus, die Wilber im Buch ausführlich beschreibt. Aber es geht nicht darum die Grünen abzuqualifizieren, im Gegenteil. Sie blockieren notwendige Schritte gerade deshalb, weil sie so hoch entwickelt sind (und sich nicht trauen das auch mit Stolz zu zeigen und zu erwähnen) und aus ihrer an sich mitfühlenden und wohlwollenden Haltung keinem weh tun wollen. Nur gibt es andere, die genau das als Schwäche auslegen und ausnutzen.
Das Buch, vor dem Terroranschlag in New York geschrieben, enthält leider berechtigte Ahnungen der Geschehnisse, was zeigt, daß auch hier gearbeitet werden muß.
Und das ist der offene Aufruf Wilbers: Tut was, es wird Zeit. Ernstzunehmende Stimmen schätzen die Chancen, daß wir alle das nächste Jahrhundert nicht mehr erleben auf 30-50%, so sagt uns Wilber.
Und die Lösungen liegen nicht auf dem Mond, sie sind in griffnähe, gerade für die Grünen, die es schaffen bestimmte ideologische Themen hinter sich zu lassen (und alle die haben meine allerbesten Wünsche).
Ja und dann geht es noch darum wie verschiedene Lebensbereiche integral verbessert werden können, daß die Notwendigkeit dazu besteht sehen wir allerorten (Pisa-Studie, Gesundheitswesen, Ökonomie).
Es wäre hilfreich Wilber mal anzuhören, wenn es bessere Vorschläge gibt, steht dem ja nichts im Weg und er wird ja auch hier und da schon gehört.
Solange aber Spiritualität immernoch als etwas angesehen wird an das man glauben kann oder nicht, wird dieser Schritt nie getan werden können. Die es nicht begreifen können, denen kann man keinen Vorwurf machen, die es besser wissen, sollten loslegen. Es gilt ALLE Linien, Ebenen und Quadranten zu achten und Dinge einzustufen heißt nicht sie abzuqualifizieren. Rituale sind vielleicht nicht sehr spirituell, aber wirksam und wichtig. Drehpunkt 8 und 2 sollten nicht verwechselt werden, aber beide sind eminent wichtig und Drehpunkt 2 ist viel grundlegender (aber weniger bedeutsam oder tief).
"Ganzheiltich Handeln" zeigt uns auch, daß sich die Mühe lohnt und daß der Weg so schwer nun auch wieder nicht ist. Denn der Lohn ist, so Wilber, Gesundheit auf allen Ebenen. Und ist es nicht schön Sexualität zu integrieren, Rituale zu feiern, selbstverantwortlich die eigene Gesundheit zu stärken, Yoga zu machen, gut zu Essen, mit Freunden zu reden, eine Aufgabe zu haben… ganz in die Welt einzutauchen und ihr dennoch nicht zu verfallen weil man als Zeuge von all dem irgendwann erkennt, daß der EINE GESCHMACK etwas ist, was alles durchzieht.
Es geht nicht um weltfremde Askese, es geht auch um die Leichtigkeit mit der das alles gehen kann und es ist erfeulich zu beobachten, daß dies langsam offenbar eine weitreichende Erkenntnis und Bewegung wird. (vgl. Dahlke)
Und noch mal zum Buch. Wilber ist einer derjenigen Autoren, die wirklich auf der Höhe der Zeit sind, kurze Zusammenfassungen über die Theorie der kleinsten Teilchen (Fußnote 1) zeigen dies, ebenso eine erfrischende Fußnote über künstliche Intelligenz. Wilbers philosophische und spirituelle Kompetenz sucht ohnehin ihresgleichen und mitlerweile darf man sich nicht nur trauen, sondern muß sagen, daß wer Wilbers Argumente und Theorien nicht kennt eine echte Bildungslücke besitzt.
Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und versäumen Sie nicht dieses Buch zu lesen…
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Titel ist irrefuehrend, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ganzheitlich handeln: Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität (Gebundene Ausgabe)
Ken Wilber ist unbestritten einer der bedeutendsten Autoren der Postmoderne. Fuer Leser, die mit seinem Werk schon vertraut sind, ist jedoch der 2. Teil, in dem die zunaechst theoretisch vorgestellte integrale Theorie anhand von Beispielen erlaeutert werden soll einfach zu mager. Ich war enttaeuscht, trotz der Brillanz vieler seiner Gedanken, weil so wichtige Themen wie z.Bsp. integrale Erziehung sich eher wie eine Literaturliste lesen, die auf andere Buecher verweist. Verstaendlich, dass man in einem so kompakten Buch keine umfassende Theorie von allem in die Praxis umlegen kann, aber etwas mehr Details zu integraler Praxis haette ich mir wirklich erhofft. Trotz allem empfehle ich jedem, der diese Rezension liest, sich davon nicht entmutigen zu lassen und sich auf Ken Wilbers Vision einzulassen: allein das Modell der Spiral Dynamics, das er vorstellt enthaelt soviel Wissenswertes, dass ich nicht bereue, das Buch gekauft zu haben.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Gedanken - schlechter Stil, 26. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Ganzheitlich handeln: Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität (Gebundene Ausgabe)
Der Autor wiederholt sich in meinen Augen oft(auch um sein System besser verständlich zu machen, stellt er sehr ähnliche Gedanken immer wieder in verschiedenen Grafiken und Schemata dar - wers mag - mir wars zuoft) und verweist an verschiedensten Stellen auf andere Werke, die er geschrieben hat. Hier fehlt mit unter weitere Erläuterung und wirkt mitunter mehr werbend als informierend. Auch besteht ein großer Teil des Buches aus teils seitenlangen Anmerkungen, was den Lesefluss stört. Der Gedanke an ein integrales Modell und die Gedanken, die der Autor hier äußert sind sicherlich dennoch interessant und verdienen Beachtung, insbesondere von spezialisierten Gruppen (z.B. in der Forschung).
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