Rund um das Thema 'Vampire' dreht sich die bislang umfangreichste Anthologie aus dem Schreib-Lust-Verlag.
Unter der Herausgabe von Fran Henz veröffentlichten insgesamt 33 (!) Autoren Geschichten über die unsterblichen Blutsauger, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Vampirsäuglinge lassen ihre Mütter zur Ader, Massenhaltungen, dämonische Blutsauger aus längst vergessener Zeit, besessene Tiere, alte Legenden und bizarre Portraits zeigen dem Leser die komplette Bandbreite der ebenso verführerischen, wie beängstigenden Nachtgespenster. Eingeleitet wird das blutige Potpourri durch ein Vorwort der Herausgeberin.
Wer eine Story-Sammlung des Schreib-Lust-Verlags zur Hand nimmt, kann versichert sein, dass Abwechslung groß geschrieben wird. Auch dieses Mal wurde darauf geachtet, dass sämtliche Variationen des Themas vertreten sind. Von der humorvollen Persiflage, über die klassische Blutsaugerlegende, bis hin zur düsteren Zukunftsvision im Stil von Richard Mathesons 'Ich bin Legende' reicht die Palette der düster-fantastischen Lesekost. Dabei begegnen dem Leser nicht nur viele, neue, vielversprechende Namen, sondern auch bekannte Autoren, wie Bernd Rümmelein, Träger des Wolfgang-Hohlbein-Preises, sowie Susanne Schubarsky, Eva Markert, Claudia Göpel, Sabine Ludwigs, Fran Henz, Andreas Schröter und Michael Rapp, die im Schreib-Lust-Verlag bereits omnipräsent sind. Natürlich trifft nicht jede Geschichte den Geschmack des Lesers, das ist nun einmal der Preis der Vielfalt. 'Point Dexters Meisterwerk' von Friedrich Markewitz ist eine nette, aber vorhersehbare, Vampirversion der genialen Lovecraft-Erzählung 'Pickmans Modell'. Recht bizarr, und beinahe schon zu verspielt Stefanie Pappons 'Spätzünder', während Bernd Rümmeleins 'Linsenparty' zu den humorvollsten Beträgen zählt. 'Blutmilch' (Eva Markert) und 'Massenhaltung' (Jens Behn) gehören zu den düsteren Höhepunkten der Anthologie, und selbst der Verleger Andreas Schröter beweist mit der Geschichte 'Der Böse-Menschen-Zähler' schriftstellerisches Talent. Schrift und Satz sind von angenehmer und augenfreundlicher Größe, die Umschlaggestaltung hingegen wurde sehr einfach gehalten. Durch eine Laminierung des Buchdeckels und 'rückens wäre der Band außerdem robuster geworden, so sieht man dem Buch bereits das erste Lesen deutlich an. Bedauerlicherweise wurde auf Innenillustrationen verzichtet, die das Nonplusultra der Anthologie gewesen wären.