Ja, Sheffield hat sich doch verändert, wie man gleich in den ersten Filmminuten auf originelle Weise sieht. Glaubte man in den 1970ern noch an ein endloses Wachstum der Stahlindustrie, guckt man in den 1990ern nur noch auf die leerstehenden Werkshallen, in denen letzte Reste der Produktion vor sich hin gammeln. Viele Männer, die voll im arbeitsfähigen Alter sind, haben längst ihre Jobs verloren und finden keine anderen, denn sie sind Stahlarbeiter, keine IT-Experten oder Leute, die man in Call-Center setzen kann.
Klingt deprimierend? Ist es ja auch. Fürchterlich deprimierend. Und die Jungs sind zu Beginn allesamt nicht gut drauf: Gareths Ex-Frau droht damit, ihm das gemeinsame Sorgerecht zu entziehen, dabei ist sein kleiner Sohn, der seinen Papa liebt, seine letzte Anbindung an so etwas wie ein normales Leben. Sein bester Kumpel leidet unter seinem Übergewicht und fühlt sich immer wertloser, wenn seine Frau den ganzen Tag im Supermarkt arbeitet und er irgendwie die Zeit totschlägt. Er fürchtet, dass sie ihn irgendwann verlässt. Gerald traute sich noch gar nicht, seiner Frau zu sagen, dass er arbeitslos ist. Stattdessen geht er seit Monaten brav jeden Morgen mit Sandwiches und Thermoskanne aus dem Haus und setzt sich ewig im Jobcenter vor den Computer in der Hoffnung, mit Mitte 50 noch einen Job zu finden. Lomper muss seine behinderte alte Mutter versorgen. Er ist der einzige, der noch einen Job hat: Wachmann in einer leeren Fabrikhalle. Schließlich ist er so deprimiert, dass er sich umbringen will.
Die einzige Frohnatur ist Guy, der ein schlichtes Gemüt mit gutem Aussehen verbindet und auch kein Problem mit seiner Homosexualität hat.
Die Idee, die Chippendales nachzuahmen, aber sich komplett ausziehen, um die Mädels in ihre eine Stripshow zu locken, kommt ihnen zunächst selbst etwas bescheuert vor. Doch Gareth treibt seine Freunde immer wieder an, die Hoffnung nicht endgültig aufzugeben.
Der Film ist voller witziger und genial in Szene gesetzter Situationskomik, die für ständigen "Comic Relief" in einer eigentlich sehr sozialkritischen Story sorgt. Es ist auch spannend zu sehen, wie die Männer durch ihr Projekt (so absurd es auch sein mag) aus ihrer Lethargie hochkommen und plötzlich z.B. im Park Fußball spielen, stundenlang proben oder einfach zusammensitzen und endlich mal laut über ihre Anliegen und Sorgen reden (wobei wieder zynische Sprüche für Lacher sorgen.)
Ein Film, der zeigt, wie man völlig ernste Themen ausgesprochen interessant und unterhaltsam angehen kann, ohne sie zu trivialisieren.
Eine amerikanische Neuversion war mal geplant, wurde aber wohl fallen gelassen, da sich der derbe Humor sicher schlecht übertragen lässt.
Stattdessen wurde tatsächlich eine Synchronisation in US-English erstellt, die man auch als Extra auf der DVD findet, da der breite Yorkshire-Dialekt, den die meisten Figuren in der Orignalversion sprechen, nicht ganz leicht verständlich ist.
Die deutsche Synchro ist hier meiner Meinung nach mal ausgesprochen gut gelungen, so dass die Gags auch in der Übersetzung zünden.