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Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen. Mit einem Nachwort (1998)
 
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Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen. Mit einem Nachwort (1998) [Taschenbuch]

Christopher R. Browning , Jürgen Peter Krause
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Mehr über den Autor

Christopher R. Browning
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Sommer 1942 wurde ein Bataillon der Hamburger Polizeireserve, etwa 500 Männer, die zu alt zum Dienst in der Wehrmacht waren, nach Polen zu einem Sonderauftrag gebracht. Dort wurde ihnen eröffnet, dass sie die jüdische Bevölkerung in polnischen Dörfern aufzuspüren, die noch arbeitsfähigen Männer für den Lagereinsatz auszusondern, die übrigen - Alte, Kranke, Frauen und Kinder - auf der Stelle zu erschießen hätten. Vor ihrem Einsatz mchte der Kommandant den Leuten das Angebot, wer sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühle, könne sein Gewehr abgeben und würde dann zu einer anderen Aufgabe eingesetzt. Nur etwa 12 Männer von fast 500 traten vor. In ganz Polen und Russland wüteten in der Folgezeit diese Polzeibataillone, erschossen Tausende von Menschen und brachten weitere Tausende in Konzentrationslager. Durch minuziöse auswertung aller verfügbaren Quellen versucht der Autor nicht zu erklären, aber doch Gründe und beeinflussende Umstände dafür zu finden, wie "ganz normale Männer" zu Massenmördern gemacht werden konnten. In einem neuen Nachwort von 1998 setzt sich Browning mit den Thesen Daniel Jonah Goldhagens ("Hitlers willige Vollstrecker") kritisch auseinander.

Über den Autor

Christopher R. Browning, geboren 1944, ist Professor für Geschcithe an der Pacific Lutheran University, Tacoma, Washington. Sein Buch "Ganz normale Männer" hat seinen Ruf begründet.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckende Anlayse 6. April 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Auf den ersten Blick ein unspektakuläres Buch, das trotz der Brisanz des gewählten Themas erstaunlich sachlich und emotionslos geschrieben ist. Dennoch lässt es den Leser nicht los, zu erfahren, wie völlig „normale" Männer, die weder sadistisch veranlagt noch als fanatische Nazis anzusehen oder besonders gravierenden psychosozialen Umständen ausgesetzt waren, zu Mördern wurden. Es macht Angst, dass es keinen rationalen Grund für die Hoffnung gibt, dass sich so etwas nie wiederholen kann. Die Geschichte hat dafür leider auch Beispiele geliefert. Eine ganz besondere Würdigung verdient in diesem Buch unbedingt auch die Auseinandersetzung mit Goldhagen („Hitlers willige Vollstrecker"). Der Autor beweist auf eindrucksvolle Weise, dass es unabdingbar ist, die Täter zu verstehen und ihre Motivation im Kontext mit den gesellschaftlichen Verhältnissen der damaligen Zeit nachzuvollziehen, um sich diesem gespenstischen Phänomen, dass aus Durchschnittsmenschen Massenmörder werden können, nähern zu können. Dieses „Verstehen" hat nichts mit „Entschuldigen" oder „Relativieren" zu tun. Dem Autor diesen Vorwurf machen zu wollen, wäre absurd und ungerecht.
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76 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Absolut lesen! 11. April 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Christopher R. Brownings Buch ist alles andere als ein leicht erträglicher, schwungvoller Lesestoff, den man sich "zwischendurch" reinzieht. Brownings Buch ist eine genau ausgearbeitete, wissenschaftliche Studie, die sich mit den Vorgängen und Vorfällen in den Jahren 1942 bis 1944 in Polen befaßt, die nahezu unbeachtet blieben, bis sie für ihn und für Goldhagen interessant wurden. Browning geht strikt nach tatsächlichen Angaben vor, schildert eindrucksvoll, genau und erschreckend detailliert, aber ohne je ins Kitschige, Wertende oder Belehrende zu rutschen, die Bedingungen, Begebenheiten und Situationen rund um das Polizeibataillon 101, das mehr als wütend und zerstörend durch die Judenverfolgung und -vernichtung Polens raste. Allein, daß Browning auf die Aussagen aus den Verhörprotokollen und Gerichtsakten zu diesem Fall aus den 1960er Jahre angewiesen war, zeigt sehr deutlich wie unbeachtet und unbedeutend die Vorfälle in Polen bis dahin und bis heute behandelt werden.
Brownings Stellungnahme zu Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" (Goldhagen ist übrigens ein sehr guter Freund Brownings) hat völlige Berechtigung, bezeichnet Tatsachen und gibt eine gute Position zur unwissenschaftlichen Vorgehensweise Goldhagens zu dieser Thematik wider - eine Haltung, die ich großteils mit Browning teile.
Dieses Buch ist nicht nur wissenschaftlich absolut vorbildhaft, es sollte auch zum verpflichtenden Lesestoff in Oberstufen werden.
Sollte man sich dafür entscheiden dieses Buch zu lesen, sollte man sich unbedingt darauf einstellen, dieses Buch nicht als Bettlektüre zu benutzen (damit man nachher noch schlafen kann...) und eventuell im Vergleich Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" zu lesen. Die Unterschiede besonders in der Qualität wissenschaftlichen Arbeitens werden markant auffällig sein!
Absolut empfehlenswert!
Grausam genug zu wissen, daß Menschen zu Bestien werden können, hilfreich allerdings nachzulesen, wie grausam Menschen wirklich werden können!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Weiterdenken notwendig 5. Dezember 2006
Format:Taschenbuch
Die erste und längste Phase des Umgangs mit brutaler Gewaltausübung war Leugnung ( die Unfähigkeit zu Trauern). Dann kamen immer mehr unwiderlegbare Darstellungen, dass viele dabei waren, mitgemacht haben und mindestens davon wussten. In diese Phase fällt auch die Doktorarbeit von Browning, die dann als Buch erschien und, in Anlehnung an die Auffassung von Hannah Arendt, den bezeichnenden Titel trägt: Ganz normale Männer. Gerade die Entdämonisierung ist das Bedrohliche. Schon Hannah Arendt wurde dafür gescholten, dass sie das Böse durch Entdämonisierung näher an jeden einzelnen heranrückte. Eichmann war eben kein Monster, sondern potentiell der nette Nachbar von nebenan. Inzwischen hat es weitere Studien gegeben,insbesondere vom Erinnerungsforscher Harald Welzer zur Frage, wie aus normalen Männnern Massenmörder werden konnten. Je sozialpsychologischer der Ansatz, desto mehr wird man den Strukturen eine wichtige Steuerungsfunktion zuweisen. Browning mühte sich in seiner Studie, Differenzierungen vorzunehmen, nicht alle zu willigen Vollstreckern ( Goldhagen) zu erklären,sondern auch die zu beschreiben, die sich widersetzten. Nach den neueren Studien, die die umfassende Bereitschaft zur Anpassung zu belegen scheinen, ist man neugierig, mehr zu erfahren, aufgrund welcher " Ausstattung" Menschen sich denn weigerten, diese Greueltaten mitzumachen. Religiöse Bindungen ? Andersgeartete Wertmaßstäbe des Nicht-Handelns oder schlicht mangelnde Entschlossenheit ? Inzwischen gibt es fast eine Beweislastumkehr: der Mitmacher ist die Normal-Rolle, was macht den Verweigerer aus ? Das war nicht die Aufgabe von Brown vor fast zwanzig Jahren, aber diese Frage wäre heute zu stellen, denn Anpassungsbereitschaft und Folgewille ist ja nicht erloschen, sondern wird auch heute praktiziert. Deswegen gibt es ein besonderes Erkenntnisinteresse daran, unter welchen Bedingungen Menschen gegenüber Zumutungen immun bleiben ? Das Buch von Browning trägt nach wie vor dazu bei, über die Frage des Mitmachens nachhaltig zu reflektieren. Gerade erschien der Film von Vilsmaier, der letzte Zug,Abtransport der letzten Juden von Berlin nach Auschwitz. Jede Menge Menschen haben das mitbekommen und daran mitgewirkt.Auch Vilsmaier zeigt uns beide Seiten-Grausamkeit und Mitgefühl-. Darüber lohnt intensives Nachdenken !
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