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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beeindruckende Anlayse,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen. Mit einem Nachwort (1998) (Taschenbuch)
Auf den ersten Blick ein unspektakuläres Buch, das trotz der Brisanz des gewählten Themas erstaunlich sachlich und emotionslos geschrieben ist. Dennoch lässt es den Leser nicht los, zu erfahren, wie völlig „normale" Männer, die weder sadistisch veranlagt noch als fanatische Nazis anzusehen oder besonders gravierenden psychosozialen Umständen ausgesetzt waren, zu Mördern wurden. Es macht Angst, dass es keinen rationalen Grund für die Hoffnung gibt, dass sich so etwas nie wiederholen kann. Die Geschichte hat dafür leider auch Beispiele geliefert. Eine ganz besondere Würdigung verdient in diesem Buch unbedingt auch die Auseinandersetzung mit Goldhagen („Hitlers willige Vollstrecker"). Der Autor beweist auf eindrucksvolle Weise, dass es unabdingbar ist, die Täter zu verstehen und ihre Motivation im Kontext mit den gesellschaftlichen Verhältnissen der damaligen Zeit nachzuvollziehen, um sich diesem gespenstischen Phänomen, dass aus Durchschnittsmenschen Massenmörder werden können, nähern zu können. Dieses „Verstehen" hat nichts mit „Entschuldigen" oder „Relativieren" zu tun. Dem Autor diesen Vorwurf machen zu wollen, wäre absurd und ungerecht.
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74 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolut lesen!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen. Mit einem Nachwort (1998) (Taschenbuch)
Christopher R. Brownings Buch ist alles andere als ein leicht erträglicher, schwungvoller Lesestoff, den man sich "zwischendurch" reinzieht. Brownings Buch ist eine genau ausgearbeitete, wissenschaftliche Studie, die sich mit den Vorgängen und Vorfällen in den Jahren 1942 bis 1944 in Polen befaßt, die nahezu unbeachtet blieben, bis sie für ihn und für Goldhagen interessant wurden. Browning geht strikt nach tatsächlichen Angaben vor, schildert eindrucksvoll, genau und erschreckend detailliert, aber ohne je ins Kitschige, Wertende oder Belehrende zu rutschen, die Bedingungen, Begebenheiten und Situationen rund um das Polizeibataillon 101, das mehr als wütend und zerstörend durch die Judenverfolgung und -vernichtung Polens raste. Allein, daß Browning auf die Aussagen aus den Verhörprotokollen und Gerichtsakten zu diesem Fall aus den 1960er Jahre angewiesen war, zeigt sehr deutlich wie unbeachtet und unbedeutend die Vorfälle in Polen bis dahin und bis heute behandelt werden.Brownings Stellungnahme zu Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" (Goldhagen ist übrigens ein sehr guter Freund Brownings) hat völlige Berechtigung, bezeichnet Tatsachen und gibt eine gute Position zur unwissenschaftlichen Vorgehensweise Goldhagens zu dieser Thematik wider - eine Haltung, die ich großteils mit Browning teile. Dieses Buch ist nicht nur wissenschaftlich absolut vorbildhaft, es sollte auch zum verpflichtenden Lesestoff in Oberstufen werden. Sollte man sich dafür entscheiden dieses Buch zu lesen, sollte man sich unbedingt darauf einstellen, dieses Buch nicht als Bettlektüre zu benutzen (damit man nachher noch schlafen kann...) und eventuell im Vergleich Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" zu lesen. Die Unterschiede besonders in der Qualität wissenschaftlichen Arbeitens werden markant auffällig sein! Absolut empfehlenswert! Grausam genug zu wissen, daß Menschen zu Bestien werden können, hilfreich allerdings nachzulesen, wie grausam Menschen wirklich werden können! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
52 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Allgemeinmenschliche Abgründe, nicht nur im 3.Reich!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen. Mit einem Nachwort (1998) (Taschenbuch)
Browning räumt in seiner fundierten, beeindruckenden Dokumentation auf mit dem Mythos vom "gerechten Krieg", vom "ritterlichen Kampf", von den Idealen "ehrenhaften Soldatentums". Nicht nur der dazu ausgebildete Soldat sei zum Töten fähig, sondern jeder Mensch sei dazu veranlagt, insbesondere, wenn er sich von der Gemeinschaft (Kameradschaft) akzeptiert fühlt, durch die "segensreiche" Kulturdroge Alkohol enthemmt ist und "höhere" Ziele vorgegeben sind. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, daß sich nach der Dokumentation bis zu 20% dem Befehl zum infernalischen Massenmord verweigerten (ohne dadurch Schaden an Leib und Leben zu nehmen) und die Verachtung der Gemeinschaft als unmännlicher "Weichling" auf sich nahmen. Diese haben meine besondere Hochachtung, zumal ich mir nicht sicher sein kann, wie ich mich selbst in einer vergleichbaren Situation verhalten hätte, zumal ich als Kriegsteilnehmer und Wehrmachtsangehöriger das "Glück" hatte, zwar in todbringende Kampfeinsätze, aber nicht in die beschriebenen unvorstellbaren Massenmorde verwickelt worden zu sein, die ich (wie die Mehrzahl der Kriegsgeneration) seinerzeit auch leider nicht geglaubt hätte! Diese Massenmmorde, wie überhaupt der perfide raffiniert ausgeklügelte Holocaust (und weitere Unsäglichkeiten wie Hiroshima und Dresden), unterscheiden sich durch die Regierungsverantwortung von den vielfältig auf allen Seiten auch in der jüngeren Vergangenheit weiter vorgekommenen Unmenschlichkeiten im ausufernden, sich progredient brutalisierenden Kampfgeschehen. Ein erschüttendes Zeugnis unseliger deutscher, aber auch der Menschheits- Geschichte, das man nicht so schnell wieder aus der Hand legt und das aus der Distanz eines amerikanischen Wissenschaftlers absolut redlich wirkt! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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