Mit einer gewissen Vorfreude legte ich die DVD ein: Behinderung und Partnerschaft, Sexualität, den Weg im Leben finden - ein Thema, das brennt, wenn man wie ich mit jugendlichen Behinderten arbeitet und auf der Suche nach guten Filmen ist. Aber leider musste ich feststellen, dass dieser Film in fast jeder Hinsicht nicht lohnt. Man kann schon Mitleid empfinden angesichts des redlichen wenn auch vergebliche Mühens der beiden Hauptdarsteller. Die schaffen es leider in fast keinem Moment, authentisch zu wirken. Vielleicht hätte man den Mut haben sollen, Betroffene zu besetzen, statt Schauspieler. Das hätte die Story allerdings auch nicht gerettet, die entweder klischeehaft daher kommt (das verzweifelte und mehr als amerikanische Elternhaus) oder ins völlig Wirklichkeitsfremde abdriftet (leicht geistig behindertes Mädchen schlägt sich durchs College; realistisch wie ein Sechser im Lotto). Was will der Film also? Falsche Hoffnungen wecken? Edle Motive vermitteln, Integration propagieren, für Verständnis werben? Tja, ich weiß es auch nicht.