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Ganz nah die Ferne rückt: Begegnungen mit  Kulturen Kameruns
 
 
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Ganz nah die Ferne rückt: Begegnungen mit Kulturen Kameruns [Taschenbuch]

Reiner Rumohr
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 305 Seiten
  • Verlag: Lembeck Otto Gmbh + Co.K; Auflage: 1., Aufl. (23. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3874764257
  • ISBN-13: 978-3874764254
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 524.271 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reiner Rumohr
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie lebt und arbeitet man in einem fernen, afrikanischen Land, gerufen als jemand, der helfen soll? Wie jemand, der schnell weiß, was nötig ist, sofort zugreift und vieles verändern will? Oder jemand, der immer aufs Neue eine ganz andere Gesellschaft zu verstehen sucht und dadurch zum Empfangenden wird und sich Fremdem eine Zeit lang ausliefert? Fängt nicht jede Begegnung damit an, dass man dem Anderen Zeit lässt zu geben? Der Autor war 1983 zum ersten Mal gebeten worden, in einer afrikanischen Kirche die Finanzverwaltung zu organisieren und die Projektarbeit aufzubauen. Das war in Äquatorialguinea. Derselben Aufgabe widmet er sich seit 1992 in der Evangelischen Kirche Kameruns. Er kennt eine große Zahl von Projekten und Werken, an einigen war er sehr nah beteiligt. Warum aber scheitern so viele? Sie scheinen auf die Bedürfnisse der Menschen zu antworten und sind doch wie Fremdkörper. Hat man sich bemüht, Denkweisen und Wissen der Menschen mit einzubeziehen, die doch nicht erst anfingen zu leben, als man ihr Land eroberte? Über die Hälfte der Kameruner geht regelmäßig zu traditionellen Heilern. Warum? Die meisten Menschen sind Christen, aber bewahren und befolgen dennoch traditionelle Riten. Sind sie deshalb „Heiden“? Ihnen sind in den Dörfern und Städten moderne Verwaltungsstrukturen aufgezwungen worden, aber sie respektieren ihre „Könige“ und „Dorfchefs“ und tun, was diese ihnen sagen. Sie lernen, sich in der modernen Wirtschaft „individuell“ durchs Leben zu schlagen, haben aber weiterhin als wichtigsten Bezugspunkt ihre große Familie und ihr Dorf. Eine weit entfernte Kultur zu verstehen braucht Zeit, viel Zeit. Wer sich darauf einlässt, muss wachsen können mit dem, was er an Fremdem erfährt. Die Texte dieses Buches sind aus den Begegnungen mit den Menschen Kameruns vor allem an den Orten abseits der asphaltierten Straßen entstanden, dort, wo Fragen genug Zeit haben, auf Antworten zu warten. Im Mittelpunkt steht weniger die Frage, welche Hilfe die Menschen brauchen, sondern wie sie ihr Zusammenleben denken und organisieren. Afrikanischem Denken entspricht eine Entwicklung, die das Überlieferte bewahrt und Neues darin zu integrieren sucht. Scheitern deshalb so viele Projekte, weil die in ihr Handelnden aus dem Gleichgewicht geraten sind? Einer von ihnen ist zum Bettler gemacht worden, er hat seine Würde verloren. Woher er kam und was er wusste, will niemand wissen. Man brachte ihm „Hilfe“ und er hatte alles zu verleugnen, was er und seine Vorfahren über Jahrtausende gewesen waren.

Über den Autor

Reiner Rumohr, geb. 1943, ist Industriekaufmann und Volkswirt. Er arbeitet seit 1992 als Finanzberater bei der unierten Evangelischen Kirche Kameruns und berät die Verantwortlichen vieler Projekte und Programme innerhalb der Kirche. Reiner Rumohr ist verheiratet mit einer Kamerunerin; beide haben fünf Kinder.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unbedingt Lesenswert 25. Februar 2007
Format:Taschenbuch
Sehr lesenswert für Leute, die nach Kamerun reisen, gereist sind, oder sich sonst für seine Leute interessieren. Der Autor vermittelt einen Einblick in den Alltag und die Art, wie Kameruner mit diesem umgehen, was für sie wichtig ist, was nicht. Es werden nicht nur anekdotisch Begebenheiten geschildert, sondern es wird versucht, diese für Europäer verständlich zu machen. Der Autor hat selbst viele Jahre im Land gelebt, ist mit einer Kamerunerin verheiratet - hat also vermutlich einen genügend tiefen Einblick in die Materie. Die kulturellen Betrachtungen beziehen sich fast ausschließlich auf das Leben der Bamileke im Westen des Landes. Sie sind zwar ein einflussreiches Volk, es besteht aber die Gefahr, die beschriebenen Umstände und wie ihnen durch die Menschen begegnet wird, auf das ganze Land zu übertragen. Die kulturellen Unterschiede der meisten anderen ethnischen Gruppen des Landes zu den Bamileke sind meines Erachtens aber zu groß, als dass dies immer möglich ist. Ungeachtet dessen lässt dieses Buch uns tief in das Leben der Kameruner einblicken. Ich meine, eine gewisse Tendenz zur Romantisierung und Kritiklosigkeit gegenüber den Verhältnissen im Land festzustellen. Das mag aber auch an persönlichen Erfahrungen liegen. Die Auswahl der beschriebenen Umstände und Ereignisse ist jedoch unzweifelhaft repräsentativ und für europäische Leser nutzbringend.

Der Schreibstil lässt den Leser mit Freude am Ball bleiben. Hier und da empfinde ich die Texte als ein wenig "bemüht poetisch" und nicht "aus einem Guss". Insgesamt, ich wiederhole mich gern, lesenswert und zum tieferen Verständnis von Land und Leuten unbedingt zu empfehlen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich lebte selbst sieben Jahre in Kamerun und habe daran auch herrliche Erinnerungen, ein wundervolles Land... wenn man es mit den Augen des Autors betrachtet! Das Landleben fern weg von den brodelnden Hauptstädten kann süß und angenehm sein, wenn man sich vor allem die soziale und materielle Distanz wahren kann. Der Kameruner zieht gemeinhin die Städte vor, um den ewigen lebensgefährlichen Zauberspielereien, den ständigen Vergiftungen ganzer Familien und dem autoritären Regimes des Dorfchefs zu entgehen. Nicht das es all das in den Städten nicht geben würde, aber die Möglichkeiten, sich zu entfalten sind dort ungleich größer. Von meinen vielen kamerunischen Freunden wollte jedenfalls niemand mehr in den Busch zurück!

Der beschriebene Bamileke-Stamm, der sich wieder in einige Unterstämme gliedert, ist von ganz anderer Natur als die übrigen ethnischen Gruppen des Landes. Sie werden als die, um einen netten Ausdruck zu gebrauchen, Geschäftsleute Kameruns angesehen, leben im hochgelegenen Grasland Westkameruns oder sind in leitenden Positionen vor allem in Douala zu finden.

Als ich selbst 1978 Ewondo lernte, mit Bulu zusammen die Sprache des Südens, wurde mir schon größte Vorsicht gegenüber den Bamilékés eingeimpft. Trotz aller Reminiszenzen der Restkameruner sind gerade die "Bamis" ein sehr farbenfrohes Völkchen mit einer eigenen Geschichte und sind auch anderen Kulturen gegenüber sehr offen und freundlich! Das kann man nicht von allen Gruppierungen behaupten, die Spannungen zwischen den zehn großen ethnischen Gruppierungen sind gewaltig. Der Autor hat hier meines Dafürhaltens eine rosarote Brille aufgesetzt und bringt die großen Problematiken des Landes, die da wären galoppierende Verarmung eines Großteiles der Bevölkerung, politische Unruhen gegen das Regime von Paul Biya, eine regelrechte Bevölkerungsexplosion und eben diese Spannungen zwischen den Gruppierungen!

Reiner Ru-mohr gibt trotzdem einen interessanten Einblick in die Kulturen des Landes und vermittelt ein herziges, touristisch sehenswertes Land!
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Marvelous 28. Juli 2005
Von Pius
Format:Taschenbuch
I like the educative, yet humorous and often hilarious account of the characters and the reality experienced is very insightful. It dispelled the many inner inhibitions visitors often have about a new culture . True life in rural Africa can be boring, but there are many fascinating aspects about it if we have an open and curious mind, somthing that got dispelled by this story.The usurper and Other Stories, Mission to kala,The old man and the medal, Disciples of Fortune,Union Moujik are other enticing stories to read.
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