Was wie eine Floskel klingt, ist nichts weiter als die reine Wahrheit. Das Warten auf die neueste Scheibe von Mr. Römer hat sich gelohnt.
Und alle die das Glück hatten und die Schnelligkeit besaßen, sich rechtzeitig das Amazon Exclusiv Album zu bestellen, werden mehr als begeistert sein. Besonders erfreulich ist, dass im Booklet eine orginal Textzeile aus dem Textbuch (handgeschrieben von F.R.) mit Autogramm befindet. Ein Platz an der Wand hat dieses Schmuckstück sicher.
Legt man die CD rein, weiß man sofort in welche Richtung das Album steuert "machen!"... Einfach mal machen... F.R. beschreibt in seinem Album die Perspektivlosigkeit und Orientierungslosigkeit der Generation Praktikum. Auch in dem Song "Irgendwas mit Medien" wird dies deutlich. F.R. kritisiert hier, u.a. die krasse Entwicklung der Jobsituation in Deutschland. Jobs wie "Executive assistance medien directior Producer" (Ich überspitze bewusst), klingen total futuristisch und innovativ, sind es aber nicht. Nach dem Motto "Bäcker und Metzger braucht keiner mehr, ich mache irgendwas mit Medien".
Tracks wie "Gefällt mir" und "Russisch Chatroulette" befassen sich mit der enorm schnellen Entwicklung des Social Networks. Hier werden Plattformen wie Facebook auf die Schippe genommen und die Gefahren kritisch, aber auch ironisch mit einer Priese Selbstwitz dargestellt. Typisch F.R. halt.
"Ganz normaler Wahnsinn" beschreibt eben den ganz normalen Wahnsinn der unseren Alltag prägt. Ein sehr sehr guter sozial- und gesellschaftskritischer Track.
Auch die Koop mit Tim Bendzko zeigt neue Facetten von F.R. Und ist deutlich mehr als nur "hörenswert".
Einzig "Wir schweigen es tot" springt, bei dem roten Faden und der Stimmigkeit, die das Album vorweist, ein wenig durch harte unpassende Beats (für mein Ohr) aus der Reihe.
Unter den Bonustracks stechen besonders "Synthie und Römer" sowie "Steinbock" hervor (besonders beim Letzten habe ich sehr gelacht). "Schrott" klingt sehr experimentell und erinnert an die Anfänge von F.R.
Insgesamt kann ich das Album ohne Einschränkungen weiterempfehlen. Ich sage es immer wieder: Rap muss nicht immer von dicken Autos, dicken Brüsten, Waffen und Bling Bling handeln. Es geht auch anders. Rapper wie F.R, Casper oder auch Prinz Pi sind die Zukunft des deutschen Raps und stehen für einen positiven Wandel in der Szene. Sie verkörpern das, was Rap in den Anfängen ausgemacht hat und wieso Rap überhaupt entstanden ist.
Abschließend bleibt nur zu sagen:
DAS GEFÄLLT MIR!!!