Ich war sehr gespannt auf Connie Palmens neues Buch und bin nicht enttäuscht worden. Meiner Meinung ist dies sogar neben "Die Gesetze" ihr bestes Buch. Es ist meisterhaft komponiert, die Handlungsstränge verdichten sich, die Spannung steigt zunehmend, während aus der Sicht von fünf sehr verschiedenen Frauen den Fragen rund um die Liebe auf den Grund gegangen wird: wie ist das mit der Liebe? Wann liebt man? Wann schlägt Liebe in Krankheit und Wahn um? Wie entsteht Angst vor der Liebe? etc. Wie in den "Gesetzen" werden solch zentrale Fragen von Archetypen behandelt: es ist die Psychologin, die Hure, die Nonne, die Schauspielerin und die Biographin, die diesen Mann, Salomon Schwartz, jede auf die ihr eigentümliche Art geliebt haben und nun auf der Suche nach Antworten sind. Seine eigenen Gedanken zum Thema Liebe werden durch die Worte der Frauen posthum analysiert. Connie Palmens Versuch, die Gesellschaft aufzusplitten und extreme Blickwinkel auf ein und denselben Menschen zu ermöglichen, um eine Ganzheit zu erreichen, geht meiner Meinung nach voll auf. Es ist sehr befriedigend und spannend diesen Frauen in ihren (teils sehr philosophischen) Gedanken zu folgen. Intelligentes tiefgehendes Lesevergnügen!