Geschichte und Humor - diese Verbindung war mir bislang nicht bekannt. Sie wird in diesem Buch zu einem lesenswerten Erinnerungsstück auf 50 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte verknüpft. Einige der Witze und lustigen Sentenzen sind längst Allgemeingut, oft weiß man aber nicht mehr, aus welchem Zusammenhang sie entstanden sind. Wie die Herrenmenschen in der Nachkriegszeit veräppelt (bzw. verarbeitet) wurden, zeigt dieser jüdische Witz: "Moische sitzt in einem Eisenbahnabteil erster Klasse und liest. Kommt ein hochgewachsener, blonder Preuße ins Abteil. Der Mann wuchtet seinen Koffer ins Gepäcknetz und fragt Moische: Sagen Sie mal, fahren wir schon? Moische lässt die Zeitung sinken und sagt: Nein, wegen Ihnen schieben se vorbei die Häuser."
Aus der Zeit als Umfragen und Zählungen in Mode kamen: "Drei Jäger gehen in den Wald. Der erste hat das Gewehr. Der zweite hat den Rucksack. Was hat der dritte? Der dritte hat Karies. Jeder dritte in Deutschland hat Karies." Oder als man begann, etwas Besseres zu fahren: "Sie fahren Mercedes? Das bin ich mir schuldig. Und woher haben Sie das Geld. Das bin ich meiner Bank schuldig!"
Dieses Buch ist ein lesenswertes Sammelsurium aus (vergessenen) Tatsachen, Erinnerungen und Anekdoten unserer soeben erlebten Geschichte. Auch mit Blick z.B. auf ein vor kurzem erlebtes politisches Paar: "Lafontaine und Schröder dürfen nicht mehr zusammen fliegen. Bei einem Absturz müssten gleich 7 Witwen versorgt werden."
Wir Deutschen sind nicht nur ernsthaft, wie immer unterstellt. Wir haben Humor. Das beweist dieses Buch - getreu einem der tiefsinnigsten Deutschen. Denn Schopenhauer sagte: "Je mehr ein Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, je herzlicher kann er lachen."