Zur blu-ray:
Die recht mager ausgestattete Disc (Hauptfilm mit japanischem und deutschem Ton sowie deutschen Untertiteln, Originaltrailer, Trailer zu sechs anderen Filmen, sowie einem 15-minütigen "Making-Of", das aber zu mehr als 50% aus B-Rolls besteht [d.i. nur das Mitlaufen einer zweiten Kamera hinter der eigentlichen Kamera]) kommt mit Wendecover und Pappschuber.
Bild und Ton sind großenteils in Ordnung, echtes HD-Feeling kommt aber nicht auf. Das Bild wirkt stellenweise verwaschen und kontrast- und/oder detailarm. Ich vermute jedoch, dass das am Equipment liegt (d.i. Kamera, Nachbearbeitung) und nicht an der Disc. Der Ton wirkt auf mich auch nicht optimal ausgesteuert - die Dialoge sind im Vergleich zu Soundeffekten eher zu leise. Ich kann hier allerdings keine objektiven Fakten nennen, sondern mich nur auf den Vergleich mit Referenz-discs (Transformers, King Kong etc.) berufen.
Zum Inhalt:
Gantz ist kein Einzelfilm mit Fortsetzung, sondern EIN Film, der in zwei Teilen ins Kino kam (man denke an "Herr der Ringe" in drei Teilen). Es macht also keinen Sinn, nur einen der beiden zu sehen. Erwartbar konsistent knüpft dieser zweite Teil an den ersten an, formell bleibt alles gleich (Stil, Optik, Darsteller, Crew), nur die Geschichte wird weiterzählt. Meiner Meinung nach handelt es sich bei Gantz um eine der besten Manga/Anime-Verfilmungen - vor allem, weil sie sehr gut eigenständig funktioniert, ohne dass man die Vorlage kennen muss. Die Effekte gehören sicher ebenfalls zum Besten, was der vergleichbare Markt hergibt. Sie sind zwar klar erkennbar als CGI (ähnlich wie z.B. in Space Battleship Yamato), aber das macht sie nicht weniger eindrucksvoll. Besonders in diesem zweiten Teil wurden praktische Effekte (z.B. Pyro-Effekte on set, sowie die tollen Kostüme und Sets selbst) und Kampfchoreographien (in denen die Bewegungen der Darsteller mithilfe von Drahtseilkonstruktionen übernatürlich übersteigert wurden, wie in vielen Martial-Arts-Filmen) exzellent mit digitalen Effekten kombiniert. Meines Erachtens sind die Action-Szenen makellos und absolut sehenswert.
Das "ABER": Wer den Film nur für die Action sehen möchte, wird enttäuscht werden. Der Film baut erst sehr langsam (ca. eine Dreiviertelstunde) zur ersten Action-Szene auf, und bis dahin wird man mit so einigen stereotypen Schwächen des japanischen Kinos konfrontiert. Ich persönlich mag so einen langen, sorgfältigen Aufbau sehr gern (vergleichbar etwa mit Ang Lees Filmen, insbes. "Crouching Tiger, Hidden Dragon") und ziehe ihn reinen Action-Orgien vor. Das Problem dieses Films ist allerdings, dass die Schauspielregie die typisch japanische Theatralik nie so richtig in der Griff bekommt. Wer bessere japanische Filme kennt (Kurosawa-Filme, Kitano-Filme, "Der Aal" etc.), der weiß, dass das durchaus mit großer Brillanz geht, ohne sich an westliche Sehgewohnheiten anzubiedern. Im Fall von Gantz gibt es meines Erachtens hier zwei Hauptprobleme: Einen Kern des Films bildet die Liebesbeziehung von Kei Kurono zu Tae Kojima. Diese Beziehung wird fast karikaturhaft verklemmt dargestellt, und es war mir fast unmöglich, sie ernstzunehmen. Das zweite Problem ist die allgemeine Verlorenheit der Darsteller in den Sets: Dialogszenen, in denen konsequent aneinander vorbeigeschaut wird (wie gesagt, der Theatralik wegen), wirken zwangsweise unheimlich künstlich, und konterkarieren den Immersionseffekt (d.i. das "Eintauchen" in die Handlung), den der Film eigentlich erzeugen will.
Zuguterletzt: Die Musik von Kenji Kawaii ("Ghost In The Shell", "Ip Man") ist wie gewohnt großartig.
Unterm Strich bleibt ein wirklich guter, sehenswerter Film mit einigen genretypischen Schwächen. Wer sich im Genre auskennt, der wird sicher über diese hinwegsehen können und den Film genießen.