Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Fußball Fan-Artikel calendarGirl Prime Photos Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen46
3,4 von 5 Sternen
Format: Amazon Video|Ändern
Preis:3,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 4. Oktober 2014
(Kinoversion)

Regisseur Wayne Kramer hat bereits 2003 mit "The Cooler" unter Beweis gestellt, dass er komplexe Geschichten so spannend wie absurd erzählen kann und vor inszenatorischer Kreativität nur so strotzt. Sein Talent hierfür treibt er mit seinem neuesten Film "Pawn Shop Chronicles" (so der Originaltitel) so gekonnt auf die Spitze, dass man gar nicht weiß, worüber man sich mehr freuen soll: Den Haufen Stars, die Kramer hier herangekarrt und teilweise konsequent gegen den Strich ihres Images besetzt hat, die coolen Settings, die aberwitzigen Dialoge oder die cleveren Storys, die immer wieder solch irrwitzige Haken schlagen, dass man ihren Verlauf unmöglich vorhersehen kann. Brendan Fraser, Matt Dillon, Paul Walker, Vincent D'Onofrio, Norman Reedus, Elijah Wood, Lukas Haas, DJ Qualls und Thomas Jane, sie alle tragen dazu bei, dass aus "Pawn Shop Chronicles" ein kleines Meisterwerk geworden ist, geadelt durch Kramers exzellente und phantasiereiche Regie und das grandiose Drehbuch von Adam Minarovich. So geht Kultkino!

Raw Dog und Randy (Paul Walker, "The Fast and the Furious" und Kevin Rankin, "Unforgettable") sind drogenabhängige Hillbillys, die, permanent zugedröhnt, auf die schwachsinnigsten Ideen kommen. Rassist Randy zum Beispiel hält es für eine gute Idee, ihren Drogendealer Stanley (leider hinter einer Gasmaske verborgen: Norman Reedus, "The Boondock Saints") zu beklauen, obwohl Randy diesem Geld schuldet. Blöd nur, dass Kumpel und Mittäter Vernon (Lukas Haas, "Contraband") die dafür benötigte Waffe im Pfandleihhaus von Alton (Vincent D'Onofrio, "Chained") verscherbelt, um an Benzingeld zu gelangen, um überhaupt zu dem geheimen Treffen der drei Pappnasen kommen zu können.

Derweil entdeckt der frisch verheiratete Richard (Matt Dillon, "Factotum") in Altons Pfandleihe den Verlobungsring seiner vor sechs Jahren spurlos verschwundenen Frau. Als er versucht, zurückzuverfolgen, wer den Ring dort hinterlegt und somit eventuell etwas zum Verbleib seiner ersten Frau sagen kann, landet er bei Johnny (Elijah Wood, "Herr der Ringe"). Dem kann er dank sehr schlagkräftiger Argumente bald die Wahrheit aus dem Körper prügeln, allerdings ist diese so furchtbar, dass Richard sich schon bald in einem wahren Alptraum wiederfindet.

Und auch der nur sehr mäßig begabte Elvis-Imitator Ricky Baldoski (Brendan Fraser, "Die Mumie") landet bei Alton. Um an etwas Geld zu gelangen, um zu seinem nächsten Auftritt auf einem Jahrmarkt zu kommen, versetzt er bei Alton seine Elvis-Kette. Nachdem seine Freundin den schmalzigen Loser verlassen hat, trifft Ricky auf Gott…oder doch den Teufel? Dieser vermag es, Rickys Zukunft nachhaltig zu verändern…

Die Fäden der drei Storys laufen über kurz oder lang alle in der Pfandleihe zusammen, in der Alton mit Freund Johnson (Chi McBride, "I, Robot") sitzt und philosophiert (über schwarze Weihnachtsmänner und Arnold Schwarzeneggers Akzent in den Terminator-Filmen). Und auch, wenn die drei Storys nacheinander erzählt werden, ergibt sich nach und nach, in welcher chronologischen Reihenfolge sie stattgefunden haben, bzw. welche zufälligen Begegnungen das Schicksal der Protagonisten nachhaltig beeinflussen. Und hier hält Wayne Kramer noch so manche Überraschung für den Zuschauer bereit.

Im Netz wird über "Pawn Shop Chronicles" als misslungene "Pulp Fiction"-Kopie gelästert oder der Film gar als "nihilistischer Trash" verunglimpft. Keine Ahnung, wie man nach Sichtung des Films auf so einen Blödsinn kommen kann, denn "Pawn Shop Chronicles" biedert sich weder bei Tarantinos Erzählstrukturen oder aberwitzigen Dialogen an noch ist der Film trashig. Im Gegenteil, Kramer findet seinen ganz eigenen Weg, die drei Geschichten zu erzählen und hier ganz unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Und nur, weil zwei Crackheads in einer methgeschwängerten Diskussion sehr amüsant darüber zu sinnieren beginnen, warum genau sie eigentlich Juden hassen, muss das noch kein tarantinoeskes Plagiat sein.

"Pawn Shop Chronicles" entwickelt seinen ganz eigenen, oft dunklen und bösen Charme, dem man nach sehr kurzweiligen 112 Minuten nahezu vollständig erlegen ist. Ob das nun daran liegt, dass Sonnyboy Paul Walker mal hübsch gegen den Strich seines muskelbepackten Tralala-Filmchen-Images als völlig durchgeknallter Drogenabhängiger besetzt wurde oder Elijah Wood nach dem nur mäßig gelungenen Ausflug ins Horrorgenre ("Maniac") hier erneut die Chance erhält, mal richtig böse zu sein oder auch an dem wunderbar schmierlappigen Elvis, den Milchgesicht Brendan Fraser mit sichtlichem Genuss gibt, sei dahingestellt. Fakt ist, es funktioniert. Die einzelnen Geschichten sind clever erzählt, witzig, böse, abgründig, brutal und sogar philosophisch und werden von Wayne Kramer in wunderbar südstaatliche Settings verpackt, aus denen die Protagonisten dreckig, schwitzend, stinkend und blutend hervortreten und teilweise mit wunderbarem Singsang-Akzent sprechen.

"Pawn Shop Chronicles" ist eine überaus gelungene Mischung aus Crime, Action und schwarzer Komödie, gespickt mit coolen One-Linern und denkwürdigen Dialogen, aberwitzigen Geschichten, die fortwährend Haken schlagen, hervorragenden darstellerischen Leistungen und einer irrwitzigen und kreativen Regie, die auf einem wirklich coolen Drehbuch fußt. Nix zu meckern also, ergo gerne volle fünf von fünf Pfandleihgaben, die man besser schnell wieder auslöst, bevor sie in die falschen Hände geraten.
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2016
Zwei Junkies planen, ihren Dealer hochzunehmen. Ein Mann findet den Ehering seiner vermissten Frau und macht sich auf die Suche nach ihr. Ein schlechter Elvis-Imitator schließt einen Pakt mit dem Teufel. um erfolgreich zu werden. Und alle drei Geschichten verbinden sich im Pfandleihhaus von Alton, dem Besitzer.

*

Wow, was für eine Orgie an sprühenden Ideen, coolen Settings und abgedrehten Charakteren. Ich weiß gar nicht, wo genau ich anfangen soll, denn zu vieles gefällt einfach.
Da wären zum einen schon mal die durchdachten und vollkommen undurchschaubaren Stories, die in ihrer Erzählweise manchmal wie die besten Episoden aus „Geschichten aus der Gruft“ wirken. Die Übergänge zwischen den Geschichten, die verzwickten Zusammenhänge und die teils aberwitzigen Dialoge sind einfach nur genial. Inszenatorisch ist diese filmische Kurzgeschichtensammlung meisterhaft gelungen und erinnert des öfteren an Grindhouse-Produktionen. Niveauvoller Trash wechselt sich mit schauspielerischen Glanzleistungen und einem äußerst effektiven Plot ab, der die 112 Minuten wie im Winde verstreichen lässt. Es macht unheimlichen Spaß, den irren, aggressiven, bescheuerten und manches Mal sogar philosophisch angehauchten Charakteren auf ihren mal brutalen und mal völlig abgefahrenen Wegen zu begleiten.

Regisseur Wayne Kramer liefert ein kleines Meisterwerk ab, das bei mir noch öfter den Weg in den BluRay-Player schafft. Die Besetzungsliste liest sich wie ein „Who Is Who“ der jungen Hollywood-Darstellerriege: Paul Walker in einer vollkommen untypischen Rolle, als abgefahrenen Drogenabhängiger. Elijah Wood als perverser Triebtäter, Brendan Fraser als erfolgloser Elvis-Imitator … es ist unglaublich, zu welchen grandiosen Darstellerleistungen Kramer seine Schauspieler treibt. Matt Dillon ist da als verzweifelter Ehemann eher unterfordert und Norman Reedus sieht man leider gar nicht, denn er verbirgt sich hinter einer Maske. Skurril und unkonventionell werden die Geschichten erzählt, die alle ihren Auslöser in einem Pfandhaus haben. Und auch diese „Rahmenhandlung“ im Pfandhaus ist grandios, vor allem Vincent D’Onofrio als Pfandleiher hat es mir da angetan. Es ist eine wahre Freude, seiner coolen Schauspielerei zuzusehen.

Das Schöne an diesem Film (der im Original übrigens „Pawn Shop Chronicles“ heißt, was auch viel mehr Sinn als „Gangster Chronicles“ ergibt) ist, dass er sich definitiv keinem Genre zuordnen lässt. Krimi, Action, Mystery, Komödie … das alles versteckt sich in den Episoden und verbindet sich zu einem meisterhaften Mix, der zwar manchmal an Tarantino erinnert, aber auf jeden Fall sehr eigenständig und voller eigener kreativer Ideen ist.
Hinzu kommen noch Jim Whitakers außergewöhnlichen Kameraeinstellungen, die den Film neben der Regie und den Schauspielern nochmals aufwerten. Wer verrückte Geschichten im Gewand einer abgedrehten, innovativen Regieführung mag, wird wie ich hellauf begeistert sein. Wer einen geradlinigen Actionfilm erwartet, schaltet wahrscheinlich nach der ersten Episode ab. Hier ist nichts, wie es scheint und endet alles anders, als man denkt.
Für mich ein äußerst herausragender Film, der unverständlicherweise nicht einmal annähernd den Bekanntheitsgrad erreicht hat, den er verdient hätte.

Kramer versucht auch, seinen Bildern eine künstlerische Note zu verleihen, indem er Szenen mit Flammen unterlegt oder comicartige Überblendungen einsetzt. Hin und wieder setzt eine gewöhnungsbedürftige, aber dadurch auch sehr mutige, Situationskomik ein, die die Grenze zur Lächerlichkeit nie überschreitet, sondern brav im Rahmen bleibt. Der Film wirkt, als Gesamtwerk gesehen, wie ein von Drogen vernebelter Alptraum, dessen Faszination man sich schwer entziehen kann, vorausgesetzt natürlich, man kann sich auf so ein filmisches Experiment einlassen.
Volle Punktzahl für dieses ausgezeichnete Meisterwerk.

*

Fazit: Skurril, abgedreht und dennoch manchmal hintergründig. Abseits vom Mainstream strotzt dieser Film von innovativen Ideen, sowohl den Plot als auch die Inszenierung betreffend.

© 2016 Wolfgang Brunner
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2014
muss das nicht immer was schlechtes sein.

Der Film besteht aus 3 einzelnen Episoden, die mehr oder minder zusammenhängen und immer wieder im örtlichen Pfandhaus zusammenlaufen.
Man sollte erwähnen, der Film trägt im Original den Titel "Pawn Shop (Pfandhaus) Chronicles".
Die einzelnen Kurzgeschichten sind skurril bis schockierend, der Cast gut gewählt und die Handlungsstränge begegnen sich diverse Male während des Films auch ausserhalb des "Pawn Shop".
Der Versuch ist sicher etwas gewagt, aber in einzelnen Szenen denkt man entfernt an Filme wie "11:14".

Kameraführung, Schnitt und Überblendungen sind stellenweise so verrückt wie der Film selbst und erinnern mit ihrer "jugendlichen" Art an diverse Tarantino Werke oder die Machart eines "Running Scared".

Das Herzstück des Films bilden allerdings die Schauspieler selbst, die man teilweise in recht ungewohnten Rollen wiederfindet.
Elijah Wood's Part ist ansatzweise vergleichbar mit seiner Rolle aus "Sin City", Paul Walker überzeugt als durchgeknallter Redneck Crack Junkie und Brendan Fraser als abgehalfterter Elvis Imitator schießt den Vogel ab.

Witzig, schockierend, unterhaltsam... mit diesem Film in geselliger Runde ist das definitiv möglich.
11 Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2014
Ein wenig wie Tarantino mit etwas weniger Genialität. Ein wenig wie Sin City, nur in Farbe und weniger kunstvoll-abstrahiert. Aber keinesfalls schlecht: das Werk um ein Südstaaten-Pfandhaus führt drei Handlungsstränge ein, die nicht eben arm an Gewalt und Flüchen sind. Die FSK-Einstufung 16 ist nicht übertrieben, wenn sich Matt Damon auf der Suche nach seiner vermissten Ex-Frau durch Louisiana prügelt und foltert. Der Moment, in dem er sie findet, ist auch kein Ponyhof.

Dabei kommt die Komik nicht zu kurz. Sowohl über die Dialoge als auch szenisch. Wer diesen Film in den Player legt, sollte nicht zartbesaitet sein. Wer Gewaltexzesse mit Distanz betrachten kann, wird durch namhafte Schauspieler wie Brendan Fraser und Eliah Wood mit skurril-komischen Dialogen und durch kreative Kameraideen prima unterhalten. Auch Paul Walker ist dabei, der wenige Monate nach der Filmpremiere in seinem Porsche Carrera verunglückte.

Raw Dog und Randy: “The Shotgun”
Die „Rebel flag“ auf dem Dach des Trucks und eine Hakenkreuz-Tätowierung am Hals: Raw Dog und Randy wirken wild. Sie wollen Geld und planen ihren Dealer auszurauben. Gar nicht so leicht, wenn Raw Dog seit drei Tagen drauf ist und halluziniert, und Randy vorher noch eine satte Nase Kokain zieht. Der dritte im Bunde, Vernon, verpfändet für die Benzinkosten schnell noch die Schrotflinte und ... ups, deren Fehlen erschwert nun den geplanten Raubüberfall doch ein wenig. Wie gut, dass ein freundlicher Cowboy vorbeikommt, mit dem Kennzeichen „The Man“ am Truck. Der zündet sich seine Zigarette am Filterende an und gibt Vernon seine Schrotflinte. Die er nicht als Schrotflinte bezeichnet wissen will, sondern als „Erlösung“. Das Kreuz auf seiner breiten Gürtelschnalle zeigt den Grund seiner waffenteilenden Nächstenliebe. Ein Mann Gottes mit Großkaliberwaffe im Fahrzeug, Ach ja, vorher wird Vernon noch von Randy überfahren und schwerverletzt zurückgelassen, das macht das Beziehungsgeflecht des Trio Infernale auch nicht harmonischer.

Richard: „The Ring“
Richard und Sandy sind nach ihrer Heirat auf dem Weg nach Florida. Dort wollen sie ihren Honeymoon verbringen. Ein gehacktes Bankkonto und ein widerspenstiger Geldautomat führen sie in das Pfandhaus von Alton und Johnson. Dort entdeckt Richard den Ring seiner vermissten ersten Frau. Damit beginnt eine Suche, bei der er sich entlang einer längeren Kette von Männern entlangprügelt, die im Besitz des Rings waren. Wie in einem Computerspiel erlangt er dabei eine Pumpgun als zusätzliches „Werkzeug“-Element, das seinen Auskunftsersuchen mehr Nachdruck verlangt. Aus dem Mann am Ende der Spur, Johnny, gespielt von Elijah Wood (richtig, der Frodo in „Lord of the Rings“), foltert er die sehr dunkle Wahrheit heraus...

Rick: „The Medaillon“
Elvis-Imitator Rick Baldoski ist pleite, sein Auto müffelt und seine Freundin ist mit der Gesamtsituation unzufrieden. Sie verlässt ihn in dem Bewusstsein, es überall zu schaffen, da sie etwas hat, das ihrem gescheiterten Freund fehlt: „A pussy“. Sein protziger goldener Elvis-Anhänger bringt ihm 200 Dollar beim Pfandleiher, und damit Benzin in den Tank. Bei zwei sehr surillen benachbarten Friseuren, derentwegen die gesamte Kleinstadt verfeindet ist, hat er kein Glück. Der erste ruiniert seine Koteletten, der zweite schneidet ihm lediglich mit dem Rasiermesser in den Nacken. Und möchte dafür Geld sehen:12 Dollar bitte.
Ein mysteriöser Fremder verspricht dem glücklosen Elvis-Double Erfolg. Wer das ist, verrät die Hausnummer: 666 Charon Street. Dass er mit dem Teufel spricht, erzählt Rock auch gleich Mama am Telefon. Als seine Show auf der Dorfkirmes bemitleidenswert floppt – Bandsalat im Kassettenrekorder, versagendes Feuerwerk, und Omas Lichtshow mit der Taschenlampe funktioniert auch nicht – geht er den Pakt mit dem Teufel ein. Was schon für Doktor Faustus ging, hebt nun auch seine Show auf Las Vegas-Niveau. Und führt mal eben alle filmischen Handlungsstränge zusammen.

Der Film führt mit Comic-Einblendungen in seine Kapitel ein und ist insgesamt comicartig angelegt. Neben der schablonenhaften und graphischen Inszenierung setzt „Gangster Chronicles“ Elemente wie visualisierte Drogenhalluzinationen ein. Dazu werden Bilder um die Mittelachse gedreht, überlagert und mit Flammen unterlegt.

Neben der plakativen Gewalt nimmt der Film auch dort bei Quentin Tarantino Anleihen: wie in Pulp Fiction verbindet er Handlungen lose. Dies macht es möglich, drei durchaus sehenswerte Kurzgeschichten auf Spielfilmlänge zu bringen. Einen dialogischen Bezug zu Pulp Fiction gibt es auch: Pfandhauseigner Alton berichtet von seinem Bruder, der tot im Keller seines Pfandhauses gefunden wurde. Darüber wolle er nicht reden...

Scott Foundas schreibt in Variety, dass dieser Film vor allem von „bösen Dingen handelt, die dummen Menschen passieren“. Stimmt schon. Aber dies durchaus unterhaltsam für alle, die sich mit einem gewollt flachen Niveau anfreunden können, das sich selbst nicht ernst nehmen will, sowie zelebrierter Brutalität. Dabei ist das Toleranzniveau gegenüber den Gewaltszenen bei den Zuschauern sicher unterschiedlich ausgeprägt. Für mich ist es dort überreizt, wo die Entführungsopfer des Dorfperversen nicht nur misshandelt, sondern auch unnötig exponiert in ihrer Nacktheit gezeigt werden. Dass Rick seiner entblößten Frau nicht sein Hemd anbietet, überzieht die Darstellung zu voyeuristisch. Wo wir gerade über diese Szene sprechen: seine Wortfindungsstörung können wir mit „Stockholm-Syndrom“ heilen, und dies wird hier recht extrem dargestellt. Dessen Folgen für Richard dürften wohl nicht heilbar sein, zu wirksam war die Gehirnwäsche der Missbrauchten.

Dass die befreiten misshandelten Frauen, nackt und verdreckt, nun ausgerechnet zu „Amazing Grace“ auf die Dorfkirmes marschieren, schmalzig intoniert vom Elvis-Kopisten Rick, versöhnt wieder etwas mit einer Situationskomik, die dem Film immer wieder gelingt.

Der Ton lässt in der Originalversion ein wenig Dynamik vermissen und bringt Dialoge teils etwas dumpf. Die nuschelnden Pfandhausbetreiber sind damit nicht leicht zu verstehen. Bei ihnen klingt Louisiana-Bayou durch, klassifizierte die US-Amerikanische Abteilung von film-blog.tv schon ohne Kenntnis des Filmorts. Die übrigen Akteure machen es einem leichter. Die deutsche Synchro ist hier klarer auf die Tonspur gebannt, aber Hochdeutsch im tiefen US-Süden? Die Bildqualität, geprägt von einer Kamera, die gerne in Bewegung ist, ist ansehnlich für eine DVD.

Die Disc startet ungefragt mit einigen Trailern, lässt einen aber per Fernbedienung in das Menü verzweigen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Oktober 2014
Chaos pur in Lousiana! Das Pfandleihhaus von Alton (Vincent D’Onofrio) wird zum Mittelpunkt dreier verrückter Geschichten, die sich immer wieder kreuzen: Zwei Meth-Junkies (Paul Walker und Kevin Rankin) planen, ihren eigenen Dealer auszunehmen, ein frisch verheirateter Mann (Matt Dillon) findet den Ehering seiner vermissten Ex-Frau bei Alton und macht sich auf die Suche nach ihr, und ein mieser, in die Jahre gekommener Elvis-Imitator (Brendan Fraser) muss sich entscheiden, ob er einen Pakt mit dem Teufel eingeht, um seinen Durchbruch zu schaffen…
Trotz der beträchtlichen Anzahl von bekannten Schauspielern, die sich in Pawnshop/Gangster Chronicles tummeln, blieb dieser Film in Deutschland relativ unbeachtet. Was einen erwartet könnte man einerseits als drogenvernebelte schwarze Komödie sehen, die in Horrorgefilde abdriftet und schließlich bei einem schlechten Elvis Imitator landet. Andererseits bietet der Film einen wunderbaren symbolischen sozio-religiösen / politischen Blick auf das Amerika von heute. Das Endergebnis ist nicht ganz so gut, wie es hätte sein können, hat aber sicherlich seine Momente und schafft es über weite Strecken unterhaltsam zu sein. Mit einem soliden Regisseur wie Wayne Kramer und einer so langen Liste von talentierten Schauspielern kann ja gar nichts schief gehen. Doch dann kommt der Dialog von Autor Adam Minarovich, der leider sehr unausgewogen ausgefallen ist und den Film in Phasen wie ein Anker nach unten zieht.
Der Schauplatz von Pawnshop Chronicles ist das Pfandhaus von Alton (Vincent D’Onofrio), das irgendwo in einer ungewöhnlichen Südstaaten-Stadt voller noch ungewöhnlicherer Leute ansässig ist. Während Alton und sein Kumpel Johnson (Chi McBride) im Laden abhängen werden drei Geschichten präsentiert, die alle auf einzigartige Weise mit dem Pawnshop verbunden sind. Diese Geschichten handeln von durchgeknallten Speedfreaks, Entführung, Mord und gescheiterten Persönlichkeiten. Jede Story dreht sich um einem Artikel, der im Geschäft ge- oder verkauft wird, während man im Verlauf eines Tages erfahren kann wie die verschiedenen Gegenstände und Personen miteinander in Beziehung stehen.
In der ersten Episode kommen Kevin Rankin, Lukas Haas, Norman Reedus und Paul Walker zum Einsatz. Hier geht es um einen Tag im Leben einiger Meth-Heads, wobei schwarzer Humor nicht zu kurz kommt und Walker als “Raw Dog” im vollen Tweaker-Modus sehr erfrischend und im vollkommenen Gegensatz zu seinen sonstigen Rollen spielt. Wie den gesamten Film über offeriert Wayne Kramer dem Zuschauer auch in dieser ersten Geschichte symbolische Anmerkungen über Religion, Politik und das Wirtschaftsleben in der amerikanischen Arbeitergesellschaft. Schon das Pfandhaus an sich symbolisiert, dass in den USA alles eine Ware ist, die ge- oder verkauft werden kann. Nichts hat echten Wert … der Wert einer Sache definiert sich über die Notwendigkeit des Verkäufers diese Sache verkaufen zu müssen. Die drei Meth-Head-Rednecks zum Beispiel sind nur an der Oberfläche “gläubig” (an was auch immer sie glauben mögen!?), drücken ihren “Glauben” nur über Symbole (z.B. das Swastika am Hals oder andere Tatoos) aus und haben eigentlich gar keine Ahnung warum sie glauben an was sie glauben, weil sie sich zu sehr in destruktiver Selbstverliebtheit verbrauchen. Als Vernon für tot gehalten zurückgelassen wird, erscheint ihm ein “Retter”, der ihn nicht rettet aber eine Chance zur Rache bietet. In Amerika reicht es schon an etwas zu glauben (Religion, Rassismus, Rache etc.), man muss es nicht verstehen und schon gar nicht danach leben.
Das zweite Kapitel, mit Matt Dillon und Elijah Wood, schaltet von Schrullig auf Entsetzlich. Dillon spielt Richard, der im Pfandhaus einen Ring entdeckt, welcher seiner seit sechs Jahren vermissten Frau gehört. Er lässt buchstäblich alles stehen und liegen, um sich auf die Suche nach ihr zu begeben. Dabei ist er bereit an jedem, der mit dem Ring in Verbindung gebracht werden kann, “süße” Rache zu üben. Horror-Fans werden dieses Segment wohl am meisten zu schätzen wissen. Hier zeigt uns Kramer wieder welchen Wert Eigentum in der sozialen Ordnung hat. Materielle Dinge/Werte sowie auch der Mensch stellen für kapitalistische “Herrenmenschen” Objekte dar, die es auszubeuten gilt. Wood repräsentiert den Kapitalismus, der von der Arbeiterklasse (die eingesperrten Frauen) für kleine Gefallen (30 Minuten TV in der Woche, im Haus) energisch Gehorsam und Dankbarkeit einfordert. Dillon steht für den Befreier und Freiheitskämpfer, der von den Amerikanern immer abgelehnt und vernichtet wird.
Die dritte Episode erscheint im Vergleich mit der durchgeknallten Richtung, die der Film bis jetzt eingeschlagen hat, etwas fade zu sein, bietet aber ein ziemlich bizarres Ende. Es geht um Brendan Fraser, der einen ausgebrannten Elvis-Imitator mimt, der eine wichtige Entscheidung zu fällen hat, während er auf dem Jahrmarkt auftritt. Gleichzeitig trifft eine Parade von nackten Frauen mit zombieähnlichem Gesichtsausdruck auf dem Gelände ein. In diesem Segment hält Kramer der Gesellschaft wohl am deutlichsten den Spiegel vors Gesicht. Hier soll ausgedrückt werden, dass der amerikanische Bürger ein Star sein will aber nur wenige das Zeug und Talent dazu haben und immer kleine Fische im riesigen Teich bleiben werden. Genau hier findet sich Ricky (Fraser) wieder. Als er sich in der namenlosen Südstaaten Kleinstadt seine Kotletten für den Auftritt am Abend trimmen lassen möchte, muss er sich dafür zwischen zwei identischen, nebeneinander liegenden Barber-Shops entscheiden. Kramer symbolisiert hiermit elegant das amerikanische politische System, wo es zwischen den beiden führenden Parteien (Demokraten und Republikaner) auch keinen wirklichen Unterschied gibt. Die Einheimischen glauben aber an einen Unterschied zwischen den Friseurläden und als Ricky den einen über den anderen auswählt bricht das Chaos auf der Straße aus. In den USA ist es Wahrnehmung oder Auffassung was Entscheidungen vorantreibt, wenn eine Entscheidung oder Wahl im eigentlichen Sinne gar nicht existiert. Am Abend hat Ricky endlich seinen Auftritt (für den er auf extrem peinliche Art und Weise fleißig auf dem lokalen Fernsehsender geworben hat. Überhaupt ist Ricky nur peinlich, glänzend interpretiert von Brendan Fraser.) und präsentiert sich dabei so unvorbereitet und untalentiert, sodass ihn sogar die paar angetrunkenen, einheimischen Zuschauer verhöhnen. Als er daraufhin das Angebot des Straßenpredigers (Mephistopheles !?!) annimmt ändert sich sein gesamtes Erscheinungsbild, während er ‘Amazing Grace‘ anstimmt. Plötzlich sehen ihn die Stadtbewohner in einem hellen Licht, wahrscheinlich weil er ihre christlichen Werte akzeptiert hat!? Gleichzeitig tauchen die nackten und mit Schmutz bedeckten Frauen auf, deren Nacktheit gleich mit amerikanischen Nationalflaggen bedeckt wird. Das Trugbild von Freiheit und Gerechtigkeit leuchtet solange die Amerikaner ihren Patriotismus und Gott haben. Die mittlerweile in Rickys Nummer integrierten Frauen, plus einer neuen No. 1, werden zu guter letzt vom wiederauferstandenen Elijah Wood abgeholt. Er kann sie ohne Probleme weglotsen, da die Einheimischen von Rickys Auftritt zu geblendet sind, um erkennen zu können was direkt vor ihrer Nase geschieht. Die Amis können dem kapitalistischen System, welches Shaw repräsentiert, nicht entkommen, da die Gesellschaft immer dem Treiben der Religion, des Patriotismus und der Finanzmacht nachgibt.
Insgesamt handelt es sich bei Pawnshop Chronicles um einen bizarren und trotz aller Bemühungen unzusammenhängenden Film, der versucht so etwas wie eine Hinterwäldlerversion von Pulp Fiction zu sein, letztendlich aber nur ein Mischmasch aus eigenartigen Elementen ist. Obwohl auch das Drehbuch noch lange nicht brilliant ist, hat der Film trotzdem seine Momente und weiss streckenweise gut zu unterhalten. Die Schauspieler leisten allesamt gute bis sehr gute Arbeit und machen das Beste aus einem Skript, dem jeglicher wirklicher Witz und Stil fehlt. Amüsant ist der Streifen schon aber längst nicht so witzig wie er gerne sein möchte. Wahrscheinlich wird Gangster Chronicles bereits vergessen sein, bevor er überhaupt entdeckt wurde. Was allerdings schon schade wäre, denn die sozio-religiösen und politischen Anspielungen auf das amerikanische Gesellschaftsleben funktionieren meiner Meinung nach wirklich gut.
11 Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 28. März 2016
Eigentlich will Raw Dogs mit seinen ebenfalls etwas unterbelichteten Kumpels einen Überfall begehen. Dumm nur, dass der eine von ihnen grade seine Flinte in die Pfandleihe gebracht hat....
Das ist der Anfang einer aus mehreren Einzelepisoden bestehenden Handlung, deren Stärke in dem prominenten Darstellercast und skurrilen, schrägen Ideen liegt. Die Highlights sind klar Paul Walker, den man nie so völlig verpeilt und optisch wie einen Waldschrat gesehen hat, wie hier, sowie Brendan Fraser im zweiten Handlungsfaden als Elvis Imitator. Den dritten Handlungsstrang setzt Matt Dillon in Gang, der auf der Durchreise in der Pfandleihe den Ring seiner vor Jahren verschwundenen Frau entdeckt, der ihn zu einem absoluten Psycho führt...
Elijah Wood frönt mal wieder seinem Faible für geistig kranke Charaktere, Tom Jane hat ebenfalls einen kurzen, markigen Cameo, also darstellerisch ist der Film top.
Die Einzelepisoden fügen sich zwar am Ende zusammen, so dass der Film schon durchdacht ist, aber der Mix aus Skurrilität, bewusster Trash-Note Richtung Grindhouse, mit unübersehbarer Hommage an Tarantino ist schon stark Geschmackssache.
Manches wirkt auf mich jedenfalls etwas zu überzeichnet, ins Lächerliche gezogen und abgedreht. Zudem hat Paul Walker sichtlich soviel Spaß daran, nen für ihn untypischen Charakter zu spielen und sich optisch verunstalten zu lassen, dass hätte man mehr nutzen sollen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2014
Dieser Film ist hier in Deutschland leider sofort auf DVD erschienen - hätte ihn gerne im Kino gesehen. Der Cast ist mega-schräg - und gut. Ausnahmslos alle Schauspieler liefern auf den Punkt ab - vor allem Paul Walker ist hier in der für ihn absolut ungewohntesten Rolle seiner Filmographie zu sehen - schade, daß dies der erste und letzte Film von ihm als Anti-Held in einer Weird-Comedy ist - ich hätte gerne mehr Filme in dieser Machart von ihm gesehen. Ein Must-See für alle, die es abgefahren mögen - für Paul Walker Fans nur eingeschränkt empfehlenswert - hier ist er nicht der strahlende Sunny-Boy, sondern der optisch wenig ansprechende Loser - und trotzdem klasse.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Dezember 2014
Hab mir nach den gesehenen Ausschnitten/Trailer mehr erwartet. Natürlich Geschmackssache. Violence trash a la Tarantino. Wer z.b. pulp fiction gesehen und für "gut" befunden hat, könnte etwas damit anfangen. ..
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Oktober 2014
"Gangster Chronicles" ist ein ungewöhnlicher Episoden-Film, welcher drei Kurzgeschichten von recht unterschiedlicher Qualität präsentiert. Die drei Handlungsstränge wurden irgendwie miteinander verknüpft, wobei das Gespür für eine anständige Zusammensetzung hier nicht wirklich gut ist. Richtig überzeugend ist keine Story und alle haben so ihre Schwächen. Die erste Episode kann zumindest halbwegs unterhalten, haut einen aber nicht wirklich vom Hocker, die nachfolgende, recht bizarre u. mit Folterelementen versehene Episode ist am Interessantesten und die letzte Episode mit einem lahmen und nervigen Elvis-Imitator stellt den langweiligsten Teil dar.

"Gangster Chronicles" kann man sich schon mal anschauen, das Gesamtkonstrukt ist aber nicht wirklich gut geworden und auch die recht bekannten Darsteller werten das Ganze nicht sonderlich auf.

5 von 10
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Mai 2016
Schade das Paul bei dem Film nur 10 Minuten zu Sehern ist ich hatte mir da was anderes drunter vorgestellt
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

3,99 €
2,99 €
1,98 €