Normalerweise lasse ich mir mit dem schreiben von Rezensionen etwas länger Zeit. In der ersten Begeisterung wird ein Artikel schnell mal zu gut bewertet. Ich bemühe mich deshalb, bei meinem ersten Eindruck, möglichst objektiv zu bleiben.
Zunächst war ich von der Größe des Controllers überrascht. Die Abmessungen entsprechen durchaus denen eines echten Schalthebels samt Kulisse. Die Verarbeitung macht einen wirklich guten Eindruck. Zerlegt habe ich das Teil allerdings noch nicht.
Der TH8 RS läßt sich sehr einfach und bombenfest am Tisch anschrauben. Die Befestigungsschraube besteht aus einer Metall-Gewindestange und einem Kunststoffdrehknauf, der gut in der Hand liegt. Die beiden Auflageflächen sind gummiert und lassen sich bis auf 5.8cm auseinander drehen.
Zur Installation muß der Treiber zunächst von der Thrustmaster-Seite heruntergeladen werden. Die Installation selbst erfolgt schnell und problemlos. Die ebenfalls zum Download angebotene erweiterte Kalibrierungs-Software ist mehr Spielerei, als wirklich nötig. Da die Schaltwege bereits durch die Kulisse vorgegeben sind, gibt es eigentlich nichts zu kalibrieren.
Nach der Installation muß man sich noch entscheiden, ob man lieber mit H-Schaltung (vormontiert), oder doch lieber mit sequentiellem Getriebe ins Renngeschehen eingreifen will. Schnell mal zwischen einer der beiden Varianten zu wechseln, wie beim Logitech G25, ist hier nicht möglich.
Der Grund ist die ziemlich umständliche Schrauberei. Es sind zwar nur vier Schrauben, aber die sitzen in den ersten Gewindegängen recht fest. Mit dem mitglieferten Inbusschlüssel (klein) kein wirkliches Vergnügen. Auch mit einem langen Schlüssel ist mir der Aufwand zu groß. Da greife ich lieber auf die Schaltwippen am Lenkrad zurück. Allerdings lässt sich die Schalteinheit, nach dem lösen der Schrauben, im Gehäuse stufenlos um 360 Grad drehen. Sehr praktisch, wenn man das Gehäuse schräg am Tisch befestigen will/muß.
Bei der H-Schaltung lässt sich mithilfe eines Schraubenziehers der Schaltwiderstand einstellen. Nicht nötig, die einzig gute Einstellung ist "maximaler Widerstand" und schon voreingestellt.
Der Ganghebel ist auf Höhe der Schaltkulisse verstärkt und läßt sich präzise in dieser führen. Die Bewegungen werden allerdings von einem leisen Quietschen begleitet. Zu hören ist das nur beim testen und stört im Spielbetrieb nicht weiter. Die Gänge rasten sauber in allen 8 Positionen ein.
Der Schaltknauf muß nicht nach unten gedrückt werden, o.ä.,um den Rückwärtsgang einzulegen. Dadurch können die Gänge im Spiel frei belegt werden. Rückwärtsgang links oben u.s.w.
Durch die Führungsschlitze der Schaltkulisse erkennt man einen Stoffsack, durch den die Mechanik effektiv vor Schmutz und Staub geschützt wird.
Insgesamt macht der TH8 RS einen hochwertigen Eindruck. Die Gänge werden sauber geführt und rasten satt ein. Das Schaltgefühl eines realen Autos, wie in der Werbung versprochen, vermittelt auch dieser Controller nicht. Im Vergleich zu meinen anderen Lenkrädern (Logitech G25, Fanatec GT3 RS) ist der TH8 RS allerdings schon ein deutlicher Sprung nach vorn. Laut Werbung arbeitet der TH8 RS annähernd verschleißfrei. Das leise Quietschen beim schalten belegt mir das Gegenteil.
Sollte die Qualität trotzdem in ein paar Jahren noch auf diesem Niveau liegen, wäre der Preis meines Erachtens nach gerechtfertigt.