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Von seinem erstaunlichem 1846er-Prolog bis hin zu den infernalen Straßenschlachten von 1863, bemüht sich der Film, das Bild eines anständigen New Yorks des 19. Jahrhunderts zu korrigieren und die Stadt als Hexenkessel der Straßenschlachten darzustellen. Die Feindseligkeit nimmt Gestalt an in einer Geschichte von Vergeltung zwischen dem Irisch-Amerikaner Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) und dem schonungslosen Mörder seines Vaters und Kopf der "Nativist"-Bande, Bill "der Schlächter" Cutting (Daniel Day-Lewis) -- so genannt wegen seines tödlichen Talents im Umgang mit Messern.
Vallons Rache ist nur zum Teil überzeugend; die Rolle ist mit DiCaprio nicht optimal besetzt, und Cameron Diaz als Vallons diebische Geliebte treibt in einem Film dahin, in dem wenig Platz für eine Frau zu sein scheint. Trotz dieser Schwächen kommt Scorseses Können durch seine Verbindung von persönlichen und politischen Entwicklungen auch diesmal wieder voll zur Geltung. Hier wird amerikanische Geschichte mit Blut geschrieben -- unerschrocken, authentisch und höchst spektakulär. --Jeff Shannon
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Völlig unterschätztes Epos über die Geburt einer Nation,
Von
Rezension bezieht sich auf: Gangs of New York [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Aus zeitlicher Distanz würde ich den Film anders beurteilen, als zu seinem Erscheinen vor 4/5 Jahren.Damals war ich trotz der sehr guten Machart des Films etwas enttäuscht, weil ich seit "Zeit der Zärtlichkeit" eigentlich jeden Film von Scorsese dahingehend einordne, dass er speziell dafür realisiert wurde, dem Regiegott endlich den wohlverdienten Oscar zu bescheren. "Kundun", "Aviator", "Gangs of New York" und auch "Departed" mit dem es ja nun auch endlich geklappt hat. Dabei habe ich beim ersten Male doch übersehen, was für ein brilliantes, geschlossenes Werk "Gangs of New York" wirklich ist, vorausgesetzt man vergisst für kurze Zeit den Scorsese der grandiosen Mafiafilme und Boxerbiographien und lässt sich auf den Jäger der fast schon verloren geglaubten Filmstatue ein. Der Film erzählt in gewaltigen Bildern die Entstehung der Metropole New York City, eine Geschichte der Bandenkriege in der Stadt um 1860 bis hin zum historischen Gemetzel "Draft Riots", die Rebellion der armen Bevölkerung gegen die Zwangsrekrutierung für den Bürgerkrieg, bei dem sich die Upperclass mit 300 Dollar davon freikaufen konnte. Dem Betrachter bietet der Film eine wahrhaft geniale Kulisse des damaligen New Yorks, alles detailgetreu von den Gebäuden bis zu den Kostümen. Da kommt wahrlich schon eine Versessenheit wie bei Visconti ans Licht. Eingebettet in diese historische Umgebung ist die Rachegeschichte von Amsterdam (di Caprio) an dem Mörder seines Vaters. Dieser Mörder Bill Cutting "The Butcher" wird gespielt von einem grandios agierenden Daniel Day Lewis. Hört sich alles konventionell an, die Umsetzung ist aber dank beider Schauspieler eine regelrechte Meisterleistung, denn "Gut" und "Böse" lösen sich auf und verschmelzen sogar teilweise. So hegen beide durchaus neben dem unbändigen Hass eine Art Zuneigung zueinander, die den ganzen Stoff dann wirklich zu einem grandiosen Meisterwerk werden lassen. Der Film war zwar ein Blockbuster, trotzdem hatte er gleich danach durch eine grosse Enttäuschung des Mainstreampublikums mit herben Kritiken zu kämpfen, die ihm sehr spontan das Attribut des Flops einbrachten. So blieb ihm dann auch der Oscarregen versagt, trotz einer Vielzahl von Nominierungen. Ich müsste mich schwer täuschen, aber ich denke dieser Fílm wird wie beispielsweise "Heavens Gate" von Cimino auch erst Jahre später sehr wohl noch die grosse künstlerische Akzeptanz erhalten, die er zweifelsohne verdient. Scorsese hat ein Epos geschaffen, dass den amerikanischen Traum mit den Fleischermessern des Butchers zerstückelt, am Ende stehen die Gräber und zeigt uns die Skyline Manhattans in diversen zeitlichen Abständen, die Nation wurde geboren und hat sich immer wieder entwickelt. Der Film dauert 160 Minuten und es ist einer dieser Film, bei dem ich mir jetzt richtig wünsche, dass dieser Directors Cut mit noch längerer Laufzeit endlich veröffentlicht wird. Und hoffentlich zuerst im kino, denn diese grossen Bilder brauchen die grosse Leinwand, für die heimische Glotze ist der Film zu gross. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
New Yorks verlorene Epoche,
Rezension bezieht sich auf: Gangs Of New York (Einzel-DVD) (DVD)
New York City, anno 1863:Immigranten aus den verschiedensten Ländern der Welt, besonders aus Europa, prägen das gesellschaftliche Bild der Stadt. New York präsentiert sich dem Zuschauer als ein brodelnder Hexenkessel, eine Hochburg wachsender Kriminalität, in der rivalisierende Gangs in düsteren Armenvierteln um Macht und Ansehen kämpfen. Morde, Gewalt und rassistische Vorurteile sind allgegenwärtig. Martin Scorsese ("Taxi Driver") benötigte mehrere Jahrzehnte, um sein gigantisches Projekt endlich verwirklichen zu können und diese verloren geglaubte, wenig bekannte Epoche New Yorks während des Sezessionskrieges zu neuem Leben zu erwecken. Besonders in punkto Ausstattung wurde nicht gespart - aufwendiger und komplex gestrickter hätte "Gangs of New York" nicht inszeniert werden können, auch wenn die Story ab und zu ins Kitschige abzugleiten neigt, was der einzig auffallende Kritikpunkt ist. Doch im Ganzen hat mir der Film sehr gut gefallen, vor allem auch aufgrund der hervorragenden darstellerischen Leistungen von Leonardo DiCaprio und Daniel Day-Lewis als Bösewicht. Ein absolut sehenswerter, filmischer Höhepunkt dieses Jahres. Anschauen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Es hätte der beste Scorcese aller Zeiten werden können...,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gangs Of New York (Einzel-DVD) (DVD)
...aber stattdessen wurde Gangs of New York geschunden, entwürdigt und - am schlimmsten - ignoriert! Kein Wunder, denn der Starttermin wurde so weit verschoben, das GoNY beinahe das selbe Schicksal geteilt hätte, wie so manch anderer Flop, der einfach auf Video abgeschoben wurde, bevor er das Licht der Kinosäle erblickt hätte. Am Ende waren es, neben der Starbesetzung und den hohen Erartungen, wohl auch die hohen Produktionskosten von fast 100 mio. Dollar, die den Film doch ins Kino brachten. GoNY wird den hohen Erwartungen schließlich doch nicht ganz gerecht, doch das liegt bei weitem nicht an seinem Schöpfer, Martin Scorsese. "Zu lang" lautete das knappe Urteil von Miramax-Boss Weinstein - schon fielen etwa anderthalb Stunden der Schere zum Opfer. Dummerweise hat der Film dadurch besonders in der zweiten Hälfte etwas an Substanz verloren und das sehen viele meiner Freunde auch so. Das Urteil lautet also im Grunde genommen: "Zu kurz!" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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