Gamma Ray

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Biografie

„Kai und Dirk, bitte ruft mich sofort an. Das Studio brennt. Das ist kein Scherz.“ Gerade waren GAMMA RAY für eine Tour mit den alten Weggefährten Helloween in Südamerika angekommen, da erreichte sie auf dem Handy eine Hiobsbotschaft von Studio-Kompagnon Eike Freese aus dem heimatlichen Hamburg: Am 18. November 2013 fielen die bandeigenen Hammer Studios einem Großbrand zum Opfer. Glück im Unglück: Die ersten Aufnahmen fürs inzwischen elfte Studioalbum der deutschen Heavy-Metal-Urgesteine waren nicht betroffen und in Sicherheit. „Letzten Endes lief alles noch recht glimpflich ab, da etwa 90 ... Lesen Sie mehr

„Kai und Dirk, bitte ruft mich sofort an. Das Studio brennt. Das ist kein Scherz.“ Gerade waren GAMMA RAY für eine Tour mit den alten Weggefährten Helloween in Südamerika angekommen, da erreichte sie auf dem Handy eine Hiobsbotschaft von Studio-Kompagnon Eike Freese aus dem heimatlichen Hamburg: Am 18. November 2013 fielen die bandeigenen Hammer Studios einem Großbrand zum Opfer. Glück im Unglück: Die ersten Aufnahmen fürs inzwischen elfte Studioalbum der deutschen Heavy-Metal-Urgesteine waren nicht betroffen und in Sicherheit. „Letzten Endes lief alles noch recht glimpflich ab, da etwa 90 Prozent unseres Equipments unbeschadet blieb“, zieht Bandkopf Kai Hansen drei Monate später Resümee. Und schiebt hinterher: „Zum Glück konnten alle Gitarren gerettet werden!“

Eine Metal-Band ohne ihre Gitarren – das wäre wahrlich ein Horrorszenario gewesen. Letztlich sind GAMMA RAY jedoch größtenteils mit dem Schrecken davongekommen, mussten freilich aber auch schnell eine neue Studioheimat finden, um die Aufnahmen zu „Empire Of The Undead“ nach ihrer Rückkehr aus Südamerika zu finalisieren. Ihre Wahl fiel auf das Hamburg Chameleon Studio, in dem schon namhafte Künstler wie Tina Turner oder Udo Lindenberg aufgenommen haben. Oder Heino. Zwar war es letztlich alles andere als einfach, den in unterschiedlichen Studios aufgezeichneten Songs des neuen Albums am Ende einen homogenen Sound zu verpassen, doch Klangmeister Freese liebt die Herausforderung und hat hier einmal mehr ganze Arbeit geleistet. „Auf irgendeine verdrehte Art und Weise hat uns der Studiobrand am Ende stärker gemacht und noch mehr gekickt“, meint Hansen rückblickend. „Es mag komisch klingen, aber letzten Endes war das alles sehr erfrischend für uns. Vielleicht liegt es daran, dass Feuer neben der zerstörerischen Kraft auch etwas Reinigendes an sich hat: Jedes Feuer ist immer auch der Beginn von etwas Neuem.“

Denn so gravierend sich dieser tragische Brandunfall auf die Entstehung von „Empire Of The Undead“ auch ausgewirkt haben mag, so wichtig ist es auch, nach vorne zu schauen. Ein Lebensmotto, dem sich Hansen voll und ganz verschrieben hat. „Ich schaue nicht gerne bedauernd oder nostalgisch zurück“, erklärt der Sänger mit der markanten Stimme. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben. Denn wenn du im Tal stehst und von Bergen umgeben bist, dann gibt es nur eine Richtung: nach oben.“

Schauen wir also nach vorne und oben, schauen wir auf GAMMA RAYs „Empire Of The Undead“, das am 28. März 2014 – gut vier Jahre nach dem gefeierten Zehntwerk „To The Metal“ – das Licht der Welt erblickt: Über eine Stunde ist es lang und zeigt die Hamburger so ambitioniert und variabel wie... ja, wie nie zuvor, möchte man fast sagen. Schon der Opener „Avalon“ deutet an, dass es Sänger/Gitarrist Kai Hansen, Bassist Dirk Schlächter, Gitarrist Henjo Richter und Drummer Michael Ehré – Nachfolger des 2012 abgetretenen Daniel Zimmermann – mit diesem Album noch einmal wirklich wissen wollen: Ein neuneinhalb-minütiges Song-Epos, das man wohl nur dann an den Anfang einer Platte stellt, wenn man ohne Wenn und Aber vom Gesamtpaket überzeugt ist. Und natürlich dann, wenn man – wie Hansen – wortwörtlich davon geträumt hat, dass dieses faszinierende Song-Opus einfach an den Anfang gehört.

Doch bereits beim zweiten Song, „Hellbent“, legen GAMMA RAY den symphonischen Bombast beiseite und liefern eine astreine Highspeed-Metal-Nummer ab, wie sie sie Judas Priest nicht vernichtender hätten schreiben können. Zwei denkbar verschiedene Songs, die den Auftakt eines elf Tracks starken Albums darstellen, das von der pumpenden Hardrock-Nummer („Pale Rider“) – ein Stil-Element, das Hansen von seinem Nebenprojekt Unisonic mitgebracht hat – über die sirrende Power-Metal-Hymne („I Will Return“) bis hin zur emotionalen Rock-Ballade („Time For Deliverance“) die komplette Bandbreite des Heavy Metals abdeckt und neben der musikalischen auch bei seiner stimmlichen Vielfältigkeit begeistert. Geschickt variiert Hansen immer wieder seine markanten hohen Gesangsparts und erweitert sie durch neue klangliche Facetten: Während er beim von der gleichnamigen 2013er EP bekannten „Master Of Confusion“ plötzlich ein an Billy Idol erinnerndes Timbre aus der stimmlichen Wundertüte auspackt, wird „Seven“ – eine amtliche Metal-Hymne mit großartigem Refrain – plötzlich von düsterem Sprechgesang aufgebrochen, der geschickt das Tempo drosselt, bevor der Song schließlich im mit Chören unterlegten Finale explodiert.

„Ich denke, wir haben schon immer nach dieser stilistischen Vielfalt gestrebt. Auf elf Songs immer wieder das Gleiche zu machen, ist doch langweilig“, bemüht Hansen eine Floskel aus dem Musikinterview-Knigge, an der sich „Empire Of The Undead“ jedoch problemlos messen lassen kann. „Ich mochte schon immer die Alben, die unterschiedliche Stile vereinen – solange es zusammenpasst. Wir haben uns stets die Freiheit erlaubt, das zu machen, worauf wir Lust hatten. Und da ich viele unterschiedliche Dinge mag, ist dieses Album auch so vielfältig geworden.“ Was neben der gesteigerten stilistischen Variation auch ins Auge (bzw. Ohr) fällt, ist ein erhöhter Thrash-Anteil bei den Songs. Hansen erklärt: „Dieses Album hat definitiv mehr Biss und Härte – ich hatte ein Bedürfnis nach Thrash. Vielleicht weil mir aufgefallen ist, dass viele Bands im Laufe der Jahre einen Gang zurückschalten und softer werden – und diesen Gedanken hasse ich irgendwie.“

Einen Gang zurückschalten, das war noch nie eine wirkliche Option bei GAMMA RAY. In 25 Jahren Bandgeschichte, die Album-Highlights wie „Land Of The Free” (1993), „Powerplant“ (1999), „No World Order“ (2001) oder „Majestic“ (2005) hervorbrachte, frästen sie sich wie der namensgebende Gammastrahl durch die internationale Metalszene und erspielten sich eine treue, stetig wachsende Fangemeinde auf dem ganzen Globus. Und wenn es – wie dieses Mal – dann vergleichsweise lange vier Jahre dauert, bis ein neues Album am Start ist, liegt das daran, dass die Hamburger nach wie vor ein absolutes Tourmonster sind. Auch mit „Empire Of The Undead“, dessen Titel übrigens eine Andeutung auf unsere heutige übertechnisierte Gesellschaft ist, in der uns Handys und andere Gadgets immer mehr zu lebenden Zombies werden lassen, begeben sich GAMMA RAY bereits Mitte April wieder auf Deutschland-Tour.

Am Ende des ungewöhnlichen Entstehungsprozesses von „Empire Of The Undead“, das wohl für alle Zeiten mit der Zerstörung der Hammer Studios in Verbindung gebracht werden wird, steht ein Album, das – klar – GAMMA RAY-Fans lieben werden. Aber auch ein Album zum Wiederentdecken für jene, die die Band im Laufe der Jahre vielleicht aus den Augen verloren haben mögen – in der falschen Annahme, ihre Musik hätte ihnen nichts mehr zu geben. Tja, irren ist menschlich, nicht wahr?

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

„Kai und Dirk, bitte ruft mich sofort an. Das Studio brennt. Das ist kein Scherz.“ Gerade waren GAMMA RAY für eine Tour mit den alten Weggefährten Helloween in Südamerika angekommen, da erreichte sie auf dem Handy eine Hiobsbotschaft von Studio-Kompagnon Eike Freese aus dem heimatlichen Hamburg: Am 18. November 2013 fielen die bandeigenen Hammer Studios einem Großbrand zum Opfer. Glück im Unglück: Die ersten Aufnahmen fürs inzwischen elfte Studioalbum der deutschen Heavy-Metal-Urgesteine waren nicht betroffen und in Sicherheit. „Letzten Endes lief alles noch recht glimpflich ab, da etwa 90 Prozent unseres Equipments unbeschadet blieb“, zieht Bandkopf Kai Hansen drei Monate später Resümee. Und schiebt hinterher: „Zum Glück konnten alle Gitarren gerettet werden!“

Eine Metal-Band ohne ihre Gitarren – das wäre wahrlich ein Horrorszenario gewesen. Letztlich sind GAMMA RAY jedoch größtenteils mit dem Schrecken davongekommen, mussten freilich aber auch schnell eine neue Studioheimat finden, um die Aufnahmen zu „Empire Of The Undead“ nach ihrer Rückkehr aus Südamerika zu finalisieren. Ihre Wahl fiel auf das Hamburg Chameleon Studio, in dem schon namhafte Künstler wie Tina Turner oder Udo Lindenberg aufgenommen haben. Oder Heino. Zwar war es letztlich alles andere als einfach, den in unterschiedlichen Studios aufgezeichneten Songs des neuen Albums am Ende einen homogenen Sound zu verpassen, doch Klangmeister Freese liebt die Herausforderung und hat hier einmal mehr ganze Arbeit geleistet. „Auf irgendeine verdrehte Art und Weise hat uns der Studiobrand am Ende stärker gemacht und noch mehr gekickt“, meint Hansen rückblickend. „Es mag komisch klingen, aber letzten Endes war das alles sehr erfrischend für uns. Vielleicht liegt es daran, dass Feuer neben der zerstörerischen Kraft auch etwas Reinigendes an sich hat: Jedes Feuer ist immer auch der Beginn von etwas Neuem.“

Denn so gravierend sich dieser tragische Brandunfall auf die Entstehung von „Empire Of The Undead“ auch ausgewirkt haben mag, so wichtig ist es auch, nach vorne zu schauen. Ein Lebensmotto, dem sich Hansen voll und ganz verschrieben hat. „Ich schaue nicht gerne bedauernd oder nostalgisch zurück“, erklärt der Sänger mit der markanten Stimme. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben. Denn wenn du im Tal stehst und von Bergen umgeben bist, dann gibt es nur eine Richtung: nach oben.“

Schauen wir also nach vorne und oben, schauen wir auf GAMMA RAYs „Empire Of The Undead“, das am 28. März 2014 – gut vier Jahre nach dem gefeierten Zehntwerk „To The Metal“ – das Licht der Welt erblickt: Über eine Stunde ist es lang und zeigt die Hamburger so ambitioniert und variabel wie... ja, wie nie zuvor, möchte man fast sagen. Schon der Opener „Avalon“ deutet an, dass es Sänger/Gitarrist Kai Hansen, Bassist Dirk Schlächter, Gitarrist Henjo Richter und Drummer Michael Ehré – Nachfolger des 2012 abgetretenen Daniel Zimmermann – mit diesem Album noch einmal wirklich wissen wollen: Ein neuneinhalb-minütiges Song-Epos, das man wohl nur dann an den Anfang einer Platte stellt, wenn man ohne Wenn und Aber vom Gesamtpaket überzeugt ist. Und natürlich dann, wenn man – wie Hansen – wortwörtlich davon geträumt hat, dass dieses faszinierende Song-Opus einfach an den Anfang gehört.

Doch bereits beim zweiten Song, „Hellbent“, legen GAMMA RAY den symphonischen Bombast beiseite und liefern eine astreine Highspeed-Metal-Nummer ab, wie sie sie Judas Priest nicht vernichtender hätten schreiben können. Zwei denkbar verschiedene Songs, die den Auftakt eines elf Tracks starken Albums darstellen, das von der pumpenden Hardrock-Nummer („Pale Rider“) – ein Stil-Element, das Hansen von seinem Nebenprojekt Unisonic mitgebracht hat – über die sirrende Power-Metal-Hymne („I Will Return“) bis hin zur emotionalen Rock-Ballade („Time For Deliverance“) die komplette Bandbreite des Heavy Metals abdeckt und neben der musikalischen auch bei seiner stimmlichen Vielfältigkeit begeistert. Geschickt variiert Hansen immer wieder seine markanten hohen Gesangsparts und erweitert sie durch neue klangliche Facetten: Während er beim von der gleichnamigen 2013er EP bekannten „Master Of Confusion“ plötzlich ein an Billy Idol erinnerndes Timbre aus der stimmlichen Wundertüte auspackt, wird „Seven“ – eine amtliche Metal-Hymne mit großartigem Refrain – plötzlich von düsterem Sprechgesang aufgebrochen, der geschickt das Tempo drosselt, bevor der Song schließlich im mit Chören unterlegten Finale explodiert.

„Ich denke, wir haben schon immer nach dieser stilistischen Vielfalt gestrebt. Auf elf Songs immer wieder das Gleiche zu machen, ist doch langweilig“, bemüht Hansen eine Floskel aus dem Musikinterview-Knigge, an der sich „Empire Of The Undead“ jedoch problemlos messen lassen kann. „Ich mochte schon immer die Alben, die unterschiedliche Stile vereinen – solange es zusammenpasst. Wir haben uns stets die Freiheit erlaubt, das zu machen, worauf wir Lust hatten. Und da ich viele unterschiedliche Dinge mag, ist dieses Album auch so vielfältig geworden.“ Was neben der gesteigerten stilistischen Variation auch ins Auge (bzw. Ohr) fällt, ist ein erhöhter Thrash-Anteil bei den Songs. Hansen erklärt: „Dieses Album hat definitiv mehr Biss und Härte – ich hatte ein Bedürfnis nach Thrash. Vielleicht weil mir aufgefallen ist, dass viele Bands im Laufe der Jahre einen Gang zurückschalten und softer werden – und diesen Gedanken hasse ich irgendwie.“

Einen Gang zurückschalten, das war noch nie eine wirkliche Option bei GAMMA RAY. In 25 Jahren Bandgeschichte, die Album-Highlights wie „Land Of The Free” (1993), „Powerplant“ (1999), „No World Order“ (2001) oder „Majestic“ (2005) hervorbrachte, frästen sie sich wie der namensgebende Gammastrahl durch die internationale Metalszene und erspielten sich eine treue, stetig wachsende Fangemeinde auf dem ganzen Globus. Und wenn es – wie dieses Mal – dann vergleichsweise lange vier Jahre dauert, bis ein neues Album am Start ist, liegt das daran, dass die Hamburger nach wie vor ein absolutes Tourmonster sind. Auch mit „Empire Of The Undead“, dessen Titel übrigens eine Andeutung auf unsere heutige übertechnisierte Gesellschaft ist, in der uns Handys und andere Gadgets immer mehr zu lebenden Zombies werden lassen, begeben sich GAMMA RAY bereits Mitte April wieder auf Deutschland-Tour.

Am Ende des ungewöhnlichen Entstehungsprozesses von „Empire Of The Undead“, das wohl für alle Zeiten mit der Zerstörung der Hammer Studios in Verbindung gebracht werden wird, steht ein Album, das – klar – GAMMA RAY-Fans lieben werden. Aber auch ein Album zum Wiederentdecken für jene, die die Band im Laufe der Jahre vielleicht aus den Augen verloren haben mögen – in der falschen Annahme, ihre Musik hätte ihnen nichts mehr zu geben. Tja, irren ist menschlich, nicht wahr?

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

„Kai und Dirk, bitte ruft mich sofort an. Das Studio brennt. Das ist kein Scherz.“ Gerade waren GAMMA RAY für eine Tour mit den alten Weggefährten Helloween in Südamerika angekommen, da erreichte sie auf dem Handy eine Hiobsbotschaft von Studio-Kompagnon Eike Freese aus dem heimatlichen Hamburg: Am 18. November 2013 fielen die bandeigenen Hammer Studios einem Großbrand zum Opfer. Glück im Unglück: Die ersten Aufnahmen fürs inzwischen elfte Studioalbum der deutschen Heavy-Metal-Urgesteine waren nicht betroffen und in Sicherheit. „Letzten Endes lief alles noch recht glimpflich ab, da etwa 90 Prozent unseres Equipments unbeschadet blieb“, zieht Bandkopf Kai Hansen drei Monate später Resümee. Und schiebt hinterher: „Zum Glück konnten alle Gitarren gerettet werden!“

Eine Metal-Band ohne ihre Gitarren – das wäre wahrlich ein Horrorszenario gewesen. Letztlich sind GAMMA RAY jedoch größtenteils mit dem Schrecken davongekommen, mussten freilich aber auch schnell eine neue Studioheimat finden, um die Aufnahmen zu „Empire Of The Undead“ nach ihrer Rückkehr aus Südamerika zu finalisieren. Ihre Wahl fiel auf das Hamburg Chameleon Studio, in dem schon namhafte Künstler wie Tina Turner oder Udo Lindenberg aufgenommen haben. Oder Heino. Zwar war es letztlich alles andere als einfach, den in unterschiedlichen Studios aufgezeichneten Songs des neuen Albums am Ende einen homogenen Sound zu verpassen, doch Klangmeister Freese liebt die Herausforderung und hat hier einmal mehr ganze Arbeit geleistet. „Auf irgendeine verdrehte Art und Weise hat uns der Studiobrand am Ende stärker gemacht und noch mehr gekickt“, meint Hansen rückblickend. „Es mag komisch klingen, aber letzten Endes war das alles sehr erfrischend für uns. Vielleicht liegt es daran, dass Feuer neben der zerstörerischen Kraft auch etwas Reinigendes an sich hat: Jedes Feuer ist immer auch der Beginn von etwas Neuem.“

Denn so gravierend sich dieser tragische Brandunfall auf die Entstehung von „Empire Of The Undead“ auch ausgewirkt haben mag, so wichtig ist es auch, nach vorne zu schauen. Ein Lebensmotto, dem sich Hansen voll und ganz verschrieben hat. „Ich schaue nicht gerne bedauernd oder nostalgisch zurück“, erklärt der Sänger mit der markanten Stimme. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben. Denn wenn du im Tal stehst und von Bergen umgeben bist, dann gibt es nur eine Richtung: nach oben.“

Schauen wir also nach vorne und oben, schauen wir auf GAMMA RAYs „Empire Of The Undead“, das am 28. März 2014 – gut vier Jahre nach dem gefeierten Zehntwerk „To The Metal“ – das Licht der Welt erblickt: Über eine Stunde ist es lang und zeigt die Hamburger so ambitioniert und variabel wie... ja, wie nie zuvor, möchte man fast sagen. Schon der Opener „Avalon“ deutet an, dass es Sänger/Gitarrist Kai Hansen, Bassist Dirk Schlächter, Gitarrist Henjo Richter und Drummer Michael Ehré – Nachfolger des 2012 abgetretenen Daniel Zimmermann – mit diesem Album noch einmal wirklich wissen wollen: Ein neuneinhalb-minütiges Song-Epos, das man wohl nur dann an den Anfang einer Platte stellt, wenn man ohne Wenn und Aber vom Gesamtpaket überzeugt ist. Und natürlich dann, wenn man – wie Hansen – wortwörtlich davon geträumt hat, dass dieses faszinierende Song-Opus einfach an den Anfang gehört.

Doch bereits beim zweiten Song, „Hellbent“, legen GAMMA RAY den symphonischen Bombast beiseite und liefern eine astreine Highspeed-Metal-Nummer ab, wie sie sie Judas Priest nicht vernichtender hätten schreiben können. Zwei denkbar verschiedene Songs, die den Auftakt eines elf Tracks starken Albums darstellen, das von der pumpenden Hardrock-Nummer („Pale Rider“) – ein Stil-Element, das Hansen von seinem Nebenprojekt Unisonic mitgebracht hat – über die sirrende Power-Metal-Hymne („I Will Return“) bis hin zur emotionalen Rock-Ballade („Time For Deliverance“) die komplette Bandbreite des Heavy Metals abdeckt und neben der musikalischen auch bei seiner stimmlichen Vielfältigkeit begeistert. Geschickt variiert Hansen immer wieder seine markanten hohen Gesangsparts und erweitert sie durch neue klangliche Facetten: Während er beim von der gleichnamigen 2013er EP bekannten „Master Of Confusion“ plötzlich ein an Billy Idol erinnerndes Timbre aus der stimmlichen Wundertüte auspackt, wird „Seven“ – eine amtliche Metal-Hymne mit großartigem Refrain – plötzlich von düsterem Sprechgesang aufgebrochen, der geschickt das Tempo drosselt, bevor der Song schließlich im mit Chören unterlegten Finale explodiert.

„Ich denke, wir haben schon immer nach dieser stilistischen Vielfalt gestrebt. Auf elf Songs immer wieder das Gleiche zu machen, ist doch langweilig“, bemüht Hansen eine Floskel aus dem Musikinterview-Knigge, an der sich „Empire Of The Undead“ jedoch problemlos messen lassen kann. „Ich mochte schon immer die Alben, die unterschiedliche Stile vereinen – solange es zusammenpasst. Wir haben uns stets die Freiheit erlaubt, das zu machen, worauf wir Lust hatten. Und da ich viele unterschiedliche Dinge mag, ist dieses Album auch so vielfältig geworden.“ Was neben der gesteigerten stilistischen Variation auch ins Auge (bzw. Ohr) fällt, ist ein erhöhter Thrash-Anteil bei den Songs. Hansen erklärt: „Dieses Album hat definitiv mehr Biss und Härte – ich hatte ein Bedürfnis nach Thrash. Vielleicht weil mir aufgefallen ist, dass viele Bands im Laufe der Jahre einen Gang zurückschalten und softer werden – und diesen Gedanken hasse ich irgendwie.“

Einen Gang zurückschalten, das war noch nie eine wirkliche Option bei GAMMA RAY. In 25 Jahren Bandgeschichte, die Album-Highlights wie „Land Of The Free” (1993), „Powerplant“ (1999), „No World Order“ (2001) oder „Majestic“ (2005) hervorbrachte, frästen sie sich wie der namensgebende Gammastrahl durch die internationale Metalszene und erspielten sich eine treue, stetig wachsende Fangemeinde auf dem ganzen Globus. Und wenn es – wie dieses Mal – dann vergleichsweise lange vier Jahre dauert, bis ein neues Album am Start ist, liegt das daran, dass die Hamburger nach wie vor ein absolutes Tourmonster sind. Auch mit „Empire Of The Undead“, dessen Titel übrigens eine Andeutung auf unsere heutige übertechnisierte Gesellschaft ist, in der uns Handys und andere Gadgets immer mehr zu lebenden Zombies werden lassen, begeben sich GAMMA RAY bereits Mitte April wieder auf Deutschland-Tour.

Am Ende des ungewöhnlichen Entstehungsprozesses von „Empire Of The Undead“, das wohl für alle Zeiten mit der Zerstörung der Hammer Studios in Verbindung gebracht werden wird, steht ein Album, das – klar – GAMMA RAY-Fans lieben werden. Aber auch ein Album zum Wiederentdecken für jene, die die Band im Laufe der Jahre vielleicht aus den Augen verloren haben mögen – in der falschen Annahme, ihre Musik hätte ihnen nichts mehr zu geben. Tja, irren ist menschlich, nicht wahr?

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