Die Spieleindustrie der Zukunft hat der Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall) revolutioniert. Er hat eine Gedankensoftware entwickelt, die es Computerspielern in aller Welt erlaubt, reale Todeskandidaten in makabren Online-Spielen als Avatare zu steuern und gegeneinander antreten zu lassen. Einer dieser modernen Gladiatoren ist Kable (Gerard Butler), der Superstar des Ego-Shooters "Slayers". Er versucht verzweifelt aus diesem perfiden Spiel zu entkommen, um seine Familie zu befreien und den rücksichtlosen Ken Castle zur Strecke zu bringen. Unterstützung erfährt er dabei von einer Hacker-Gruppe, die sich gegen Castles scheinbar allmächtiges Spielsystem auflehnt...
Im besten Stile von "Death Race" markieren die Macher ein erneutes Reality-TV-Ereignis, dass darauf abzielt Straftäter ins Live-geschaltete Schlachtfeld zu schicken. Wo bei "Death Race" noch der Fokus auf Autos mit ihren Waffen lag und die Fahrer keine Avatare waren. So befindet sich hier der Gamer direkt am Steuerpult und führt seinen Helden in bester Ego-Shooter-Manier von einem Punkt der Karte, zum anderen. Wild um sich schießend und umrahmt von einer alles-vernichtenden Zerstörungswucht.
Inszenatorisch setzen die Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor, wie schon in "Crank" auf einen hektischen und visuellen Overkill. Aber anstatt auf durchgehendes Tempo, versucht der Film auch regelmäßig einen Hauch von Gesellschaftskritik zu versprühen, dass nicht nur unpassend wirkt, sondern auch die ansonsten stellenweise gut durchdachte Handlung, unnötig abbremst. Dazu kommt natürlich eine kompromisslose Härte, die aber im hektischen Feuerwerk nie die Wirkung, wie bei "Crank I + II" entfaltet.
Dennoch kann man den Machern eine gewisse Kreativität nicht absprechen. An manchen Stellen sprudelt der Film nur so vor guten Ideen, vor allem diese postmoderne Sims-Adaption hat mir sehr gut gefallen. Nichtsdestotrotz wirkt "Gamer" an vielen Stellen etwas unausgegoren. Auch Gerard Butler als Actionstar, kommt ungewöhnlich blass daher. Die restliche Besetzung ist eher durchschnittlich gefordert und verleiht keinerlei Nachhaltigkeitswirkung. Einzig Bösewicht Michael C. Hall, liefert eine durchaus abgefahrene Inszenierung ab.
Fazit:
Wer "Death Race" gut fand wird auch diesen Film mögen.
"Gamer" zeichnen viele Höhen und Tiefen aus. Der visuelle Overkill geht einher mit tollen, kreativen Ideen der Macher. Beides zusammen zu verzahnen ist den Machern allerdings nur bedingt gelungen. Vor allem weil sie bei aller Action, auch noch versuchen eine fundamentale Gesellschaftskritik zu platzieren, was in meinen Augen das Tempo immer weider verschleppte. Auch die Charaktere wirken chronisch unterfordert und selbst die Actionsequenzen sind nicht so überragend, wie es der Trailer vermuten würde. Deswegen reicht es unterm Strich nur zu 3 Sternen.