Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Dies zu Beginn als Kurzinfo an all diejenigen, die keine Lust haben, die ganze Rezension zu lesen. Ein solches Statement bedarf aber auch einer Begründung. Wenn man beginnt, diesen Roman von Rita Mae Brown zu lesen, hat man so ganz und gar nicht das Gefühl, daß dieses Buch einem so manche langweilige Stunde vertreiben könne. Zu Beginn ist man etwas verwirrt, von den vielen Personen, die einem begegnen. Die Umgebung der Handlung erscheint auch nicht unbedingt so spannend.Man wird aber eines besseren belehrt. Die von Schicksal gebeutelte Hauptfigur Cig Blackwood wird einem aber zunehmend symphatisch. Man lernt sie kennen, schätzt sie zunächst als bodenständige, resolute und selbstbewußte Person ein. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Leider wird man erst nach etwa 100 Seiten sehr plötzlich in eine andere Wirklichkeit gestossen, die so irreal anmutet, daß man genauso wie die Hauptfigur beginnt, an der Wahrnehmung zu zweifeln. Rita Mae Brwon versetzt sowohl Cig Blackwood, als auch den Leser ins Jahr 1699. Ein Zeitsprung von Jahrhunderten in nur wenigen Sätzen. Wie es dazu kommt, soll hier nicht verraten werden. Aber man muß zumindest erwähnen, daß das Stilmittel, mit dem die Autorin diesen Zeitsprung wagt, sehr ungewöhnlich aber perfekt ist. Obowohl alles so verrückt erscheint, nimmt man die neue Realität mit der Zeit als selbstvertändlich hin. Zu Beginn befand man sich noch in einer sehr modernen, schnelllebigen und grausamen Welt. Genau in der Welt, in der wir leben. 1699 fehlt es an jeglichem Komfort. Es gibt keine Mikrowelle, kein Telefon, keines dieser nützlichen kleinen Dinge, auf das wohl niemand von uns verzichten möchte. Trotzdem wird einem diese Welt zunehmend symphatischer. Die Hauptfigur findet Geborgenheit, Menschlichkeit und Liebe; alles, was bei uns kurz vorm Jahrtausenwechsel wohl verloren gegangen scheint. Man fühlt mit Cig Blackwood, die - so kurios es auch klingt - ihre Familie lieber zu sich ins 17. Jhd. holen würde, als wieder zurückzugehen. Sie lernt, auf was es im Leben wirklich ankommt (und das ist nicht die Mirkowelle oder der Fernseher). Die Vergangenheit hat ihre Zukunft verändert. Und die Vergangenheit taucht am Ende des Buches in ihrer Zukunft wieder auf, und zwar - wie sollte es anders sein - in Form von Liebe (Damit ein kleiner Tribut an die amerikanische Marotte, meist zu einem Happyend zu kommen).
Es lohnt sich also, diese ersten etwas langwierigen Seiten des Buches zu überwinden, um zu dem Hauptteil des Buches zu gelangen, von dem man sich kaum losreissen mag. Es ist eine eigentümlich Spannung, die von Rita Mae Brown aufgebaut wird. Nicht die übliche Steigerung, die im Plot der Story endet. Es sind die kleinen Dinge, die das Buch ausmachen. Vielleicht kann man davon auch etwas in die eigene Realität und in die Zukunft mitnehmen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)