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Gallipoli 1915: Das deutsch-türkische Militärbündnis im Ersten Weltkrieg
 
 
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Gallipoli 1915: Das deutsch-türkische Militärbündnis im Ersten Weltkrieg [Gebundene Ausgabe]

Klaus Wolf
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Die Schlacht von Gallipoli 1915 war der Kulminationspunkt im Ringen um die Entscheidung der 'Orientalischen Frage', in dem das Deutsche Reich als strategischer Bündnispartner an der Seite des Osmanischen Reiches stand. Der türkische Sieg von Gallipoli hatte weitreichende strategische Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Krieges. Mustafa Kemal, später genannt Atatürk, leitete aus ihr seine Rolle als Volksheld und Retter der Türkei ab, die er später als ihr erster Präsident der Türkei in eine westliche Ausrichtung führen sollte. In Australien und Neuseeland wird die Niederlage von Gallipoli noch heute als wesentlicher Grund für den Schritt in die Unabhängigkeit und Lösung vom britischen Mutterland gesehen. In Deutschland geriet die Schlacht hingegen weitgehend in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn aus militärhistorischer Sicht war Gallipoli überdies die erste und einzige Schlacht im Ersten Weltkrieg, die auf beiden Seiten umfassend im multinationalen und 'teilstreitkraftgemeinsamen' Zusammenwirken ausgefochten wurde. Sie hat damit eine herausragende Bedeutung bekommen.

In seinem jetzt im Report Verlag erschienenen Buch beschreibt Klaus Wolf nicht nur den militärischen Verlauf der Kämpfe von 1915. Er schildert auch die Realität der deutsch-türkischen Waffenbrüderschaft. Dabei stellt er die damaligen politischen Interessenlagen, die geostrategischen Rahmenbedingungen sowie die wichtigsten militärstrategischen Entscheidungen dar und verdeutlicht die Probleme der Koalitionskriegführung anhand von Beispielen aus der Schlacht von Gallipoli. Ebenso erinnert Wolf an die zahlreichen deutschen Soldaten, die auf diesem Kriegsschauplatz gekämpft haben. Zahlreiche Karten und Übersichten machen den Band auch zum militärhistorischen Reiseführer für eigene Exkursionen.

Über den Autor

Dipl.-Päd. Klaus Wolf, Oberstleutnant i. G., Jahrgang 1959, diente u. a. als Hubschrauberpilot in der Heeresfliegertruppe. Nach Abschluß der Generalstabsausbildung 1995 durchlief er verschiedene Verwendungen im Bereich der taktischen und operativen Führung sowie im Bundesministerium der Verteidigung. Während seiner Verwendung im NATO Rapid Deployable Corps in Istanbul (2002-2006) begann er seine Arbeit über die Geschichte der deutsch-türkischen Zusammenarbeit im Ersten Weltkrieg. Zahlreichen Erkundungen vor Ort, Weiterbildungen in Istanbul und Gallipoli, der enge Austausch mit Offizieren und Historikern aus der Türkei aber auch anderen Nationen sowie jahrelange Literaturstudien und Archivrecherchen flossen in das Werk ein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Echte Bereicherung 16. November 2008
Von Wanderer
Format:Gebundene Ausgabe
Das durch Klaus Wolf vorgelegte Buch schließt eine echte Lücke in der bisher vorzugsweise anglo-australischen / türkischen Aufarbeitung der Schlacht bei Gallipoli. Gut recherchiert und flüssig geschrieben, dokumentiert es umfassend die verschiedenen Phasen der deutsch - türkischen militärischen Zusammenarbeit vor und im Ersten Weltkrieg. Gerade die Bewertungen zur Zusammenarbeit zweier Armeen mit stark unterschiedlicher kultureller Prägung sind von zeitlosem Nutzen.
Sehr lesenswert!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Während in der Türkei, Großbritannien Neuseeland und Australien die Schlacht von Gallipoli in aller Munde ist und jährlich Veteranenverbände des Australian New Zealand Army Corps anläßlich des "ANZAC-Days" an den alten Kriegsschauplatz reisen, ist in Deutschland die Schlacht von Gallipoli weitgehend in Vergessenheit geraten.
Ohne die beweglich geführte und sehr flexible Verteidigungsstrategie des deutschen Kavalleriegenerals Liman von Sanders, der als Feldmarschall in den osmanischen Streitkräften diente, wäre die Verteidigung der strategisch wichtigen Halbinsel wohl kaum gelungen.
Klaus Wolf ist es zu verdanken, daß nun ein akribisch recherchiertes Standardwerk zu dieser Thematik vorliegt. Wolf behandelt dabei nicht nur den Verlauf der blutigen Kämpfe selber, sondern stellt die Geschichte und Bedeutung des deutsch-türkischen Militärbündnisses dar. Ebenso zeigt er auf, daß die Schlacht auf beiden Seiten streitkräftegemeinsam und multinational geführt wurde.
Die provokative These des Autors, das Deutsche Reich hätte den osmanischen Verbündeten in den Krieg getrieben, muß man nicht unbedingt teilen. Um so mehr muß der Autor dafür gelobt werden, daß er in akribischer Recherche die Gefallenenlisten ermittelt hat und so den in den Kämpfen um Gallipoli gefallenen deutschen Soldaten ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Ausklappbare Karten machen das Buch darüber hinaus zu einem militärhistorischen Reiseführer.
Dem Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen, denn auch wenn trotz der erfolgreichen Verteidigung Gallipolis der Erste Weltkrieg für das Deutsche Reich und seinen türkischen Verbündeten verloren ging, ist die Schlacht von Gallipoli völlig zu Unrecht aus dem deutschen Bewußtsein verschwunden. Wie das beispiel Verdun zeigt, schafft ein gemeinsames Gedenken mit dem ehemaligen Verbündeten und den Kriegsgegnern von einst eine hervorragende Grundlage für die Völkerverständigung.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Herausragend 14. April 2010
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Es ist nun schon wieder einige Monate her, seit ich das Buch gelesen habe, aber heute ringe ich mich endlich zu einer Rezension durch. Der Grund, daß ich das tue, ist die herausragende Qualität dieser militärhistorisch hochinteressanten Arbeit. Es gibt zwar eine Unmenge Literatur zum gescheiterten Dardanellen-Feldzug der Entente aber hauptsächlich aus Sicht unserer damaligen Feinde. Klaus Wolf trifft mit seiner nüchternen Betrachtungsweise hervorragend den Ton, erweist den tapferen Kämpfern aller Nationen Respekt und Ehre, vergisst dabei aber vor allem nicht auf die eigenen Soldaten, wie in Deutschland ja seit Jahrzehnten eigentlich Mode (siehe aktuell Afghanistan). So wird die Leistung der deutschen und sogar einiger weniger österreichisch-ungarischer Soldaten als maßgeblich für diesen grandiosen Abwehrerfolg dargestellt, was den historischen Tatsachen entspricht und von der offiziellen türkischen Geschichtsschreibung verständlicherweise etwas "in Vergessenheit" geraten ist. Dabei findet Wolf gerade für den einfachen türkischen Soldaten lobendste Worte und beschreibt hervorragend und einfühlsam diesen anspruchslosen, zähen und harten anatolischen Kämpfer. Daß sollte man so manchem dummen Glatzkopf heutzutage mal in seinen hohlen Schädel hämmern - die tapferen Türken haben damals gemeinsam mit uns Seite an Seite diesen grandiosen Sieg errungen! So weit möglich wurden diese grausamen Kämpfe damals trotz allem fair geführt, beide Seiten machten Gefangene und achteten das Rote Kreuz bzw. den Roten Halbmond. Fotos und Karten sind einmalig, taktisch ist jeder Zug genau nachzuvollziehen, was auch für Wargamer interessante Möglichkeiten eröffnet. Es gibt einen einzigen Fehler, eine Karte ist doppelt, daß sollte man bei einer hoffentlich zweiten Auflage korrigieren. Auch das Fotomaterial ist toll und die Anhänge sind hochinteressant und in ihrer Ausführlichkeit sensationell. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Der Autor ist offensichtlich Berufsoffizier, ein echter Könner. Ich freue mich, daß es noch solche Männer bei der Bundeswehr gibt und hoffe Herr Wolf wird sich vielleicht eines anderen militärhistorischen Themas einmal mit genausoviel Akribie und Fachwissen annehmen. Ich bin jedenfalls begeistert und halte dieses Werk für eines der besten deutschsprachigen Fachwerke über eine bedeutende Schlacht des 1. Weltkrieges. Danke, Herr Oberstleutnant Wolf.
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