Gekauft habe ich die CD vorwiegend wegen der Peer-Gynt-Suiten, da wir im letzten Norwegen-Urlaub am Peer-Gynt-Weg vorbei gekommen sind und entsprechend neugierig auf die Vertonung des alten Gedichtes "Peer Gynt" von Henrik Ibsen wurden. Gerade mit der "Morgenstimmung" gelang Edvard Grieg ein treffendes Bild der kargen Hochebene, die mit versteckten Reizen aufwartet. Hier nimmt das Drama seinen Lauf und beginnt die Odysse Peer Gynts. "Aases Tod" (die Mutter Peer Gynts) klingt dem Thema entsprechend dunkel, aber besticht durch einen wunderbar nordischen Charakter. Das bekannteste Stück ist wohl "In der Halle des Bergkönigs": triumphal und beeindruckend übersetzte Grieg die unterirdische Welt der Trolle in Musik - man meint fast, gerade aus bernsteinfarbenen Augen beobachtet zu werden.
Neben den Peer-Gynt-Suiten befinden sich noch eine Huldigung an den norwegisch-dänischen Lustspieldichter Ludvig Holberg "Aus Holbergs Zeit" und eine Bühnenmusik zum Drama "Sigurd Jorsalfar" auf der CD. Letztere inspiriert - wie die Peer-Gynt-Suiten - mehr als nur die Ohren, so dass vor dem inneren Auge zur Musik Szenen und Gefühle lebendig werden.
Im Inlay beschreibt ein gelungener Einführungstext mit wenigen Worten zu jedem Titel dessen historischen und musikalischen Hintergrund.
Diese CD ist weniger etwas für nebenbei, sondern eher für den musikalischen Genuss, dem man sich ganz bewusst widmen möchte.