Aus der Amazon.de-Redaktion
Anfang des 17. Jahrhunderts drohte das katholische Weltbild aus den geordneten Bahnen zu geraten. Giordano Bruno hatte die Behauptung aufgestellt, daß die Erde sich um die Sonne drehe, statt, wie bisher geglaubt, im Zentrum des Universums zu ruhen. Für diese Einsicht wurde er 1600 verbrannt. Im gleichen Jahr wurde Virginia geboren. Sie ging aus der langjährigen unehelichen Beziehung des großen Wissenschaftlers, Philosophen und Schriftstellers Galileo Galilei hervor. Wie Bruno erblickte auch Galilei durch sein Fernrohr nicht den christlichen Himmel, sondern das Firmament der Wissenschaft an der Schwelle einer neuen Epoche. Galilei war es, der das christliche Lehrgebäude seiner Zeit wie kein anderer erschütterte. Dennoch blieb er stets ein tiefgläubiger Christ. So lag es für ihn nahe, seinen illegitimen Sproß samt jüngerer Schwester mit nur dreizehn Jahren in ein Kloster zu geben. Als Nonne legte sich Virginia den Namen Maria Celeste, die Himmlische, zu. Doch Maria Celeste griff nicht nach den Sternen, obwohl sie das Talent ihres Vaters geerbt hatte. Vielmehr unterstützte sie Galilei und erkannte die Bedeutung seines Werkes. 124 Briefe aus ihrer Feder zeugen von der liebevollen Verbundenheit zwischen Vater und Tochter. Galileis Schreiben an Maria Celeste hingegen sind verschollen. Bis zu ihrem frühen Tod mit nur dreiunddreißig Jahren stand Maria Celeste dem umstrittenen Genie näher als jeder andere Mensch. Galilei, der seine Lehre unter dem Druck der Inquisition widerrufen mußte, starb 1642 und wurde neben seiner Tochter bestattet.
Das Erfolgsrezept der amerikanischen Wissenschafts- und Bestsellerautorin Dava Sobels besteht aus einer gelungenen Mischung aus den Briefen von Maria Celeste, lebendig nachgezeichnetem Zeitgeist und der verständlichen Einführung in Fachwissen. Galileos Tochter ist eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe, die man so schnell nicht wieder aus der Hand legen wird. --Larissa Carina Seelbach
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Neue Zürcher Zeitung
Langweilige Tochter
rox. Vor wenigen Jahren hat die amerikanische Wissenschaftsredaktorin Dava Sobel mit ihrem Buch «Längengrad» einen so nennt es der Marktjargon «Weltbestseller» geschrieben. Und auch wenn ein verkauftes nicht notwendig ein gelesenes Buch sein muss, ist die hinter dem Bestseller stehende Logik zwingend: Der nächste muss her. Et voilà: «Galileos Tochter» heisst der neue Wurf. Zunehmend ratlos und mit wachsendem Missvergnügen haben wir uns durch dieses Buch gequält, das uns hochtrabend eine «Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe» zu erzählen verspricht. Weit gefehlt. Das Ganze «liest» sich gar nicht, sondern langweilt gewaltig und mutet an wie die Nacherzählung einer Gymnasiastin, die sich gänzlich in einer von ihr romantisierten Vergangenheit verloren hat. Da ist fast alles misslungen abgesehen davon, dass die Briefe der Tochter Galileis an ihren Vater hoffnungslos konventionell und alles andere als eine Entdeckung sind. Auch mit dem Überblick über die verworrenen Wissenschaftsereignisse in Galileis Leben hat Dava Sobel grösste Mühe; da wird nichts erzählt, sondern ein längst bekanntes und schon besser beschriebenes Datum ans nächste gereiht. Kurzum: Es lohnt sich nicht einmal, sich zu ärgern. Ausser vielleicht darüber, dass nun auch der Berlin-Verlag so plan auf die Logik des Bestsellers zu setzen beginnt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Dava Sobel schildert mit liebevoller Passion für das historische Detail den Sieg des wissenschaftlichen Geistes über den religiösen Dogmatismus."Schweizer Illustrierte
Kurzbeschreibung
Celeste ging bereits als junges Mädchen ins Kloster. Über hundert Briefe an den Vater sind erhalten und zeigen einen Galileo, wie wir ihn nicht kennen: voller Mut, die Wahrheiten, auf die er stieß, zu erklären. Sobel versteht es meisterlich, die Stimmen von Galileo und seiner Tochter in ihre Erzählung einzuweben. Und sie führt uns die wohl dramatischste Konfrontation von Kirche und Wissenschaft vor Augen, die es in der Geschichte gegeben hat.
Der Verlag über das Buch
»Dava Sobel schildert mit liebevoller Passion für das historische Detail den Sieg des wissenschaftlichen Geistes über den religiösen Dogmatismus.« Schweizer Illustrierte
Klappentext
"Dava Sobel schildert mit liebevoller Passion für das historische Detail den Sieg des wissenschaftlichen Geistes über den religiösen Dogmatismus." Peter M. Hetzel
Schweizer Illustrierte
"Das ebenso farbige wie klare Bild einer Epoche im Umbruch."
Kölnische Rundschau
"Dava Sobel ist eine meisterhafte Erzählerin."
New York Times Book Review
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Dava Sobel ist eine vielfach ausgezeichnete Wissenschaftsredakteurin der New York Times. Weltweit bekannt wurde sie als Autorin des Bestsellers Längengrad (BvT, 2003), mit dem sie das populärwissenschaftliche Sachbuch revolutionierte. Außerdem erschien von ihr das Buch Die Planeten (BvT, 2007). Dava Sobel lebt in East Hampton und in New York.