Jason Nesmith und seine abgehalfterten Schauspieler Kollegen waren einst die Stars der berühmten Fernsehserie "Galaxy Quest" in der das Raumschiff NSEA Protector und seine Crew viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs war um neue Welten zu erforschen.
Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?
Na klar, denn bei Galaxy Quest handelt es sich um eine Star Trek und Trekkie Parodie wie sie im Buche steht. Ach, was sage ich, nicht EINE Star Trek Parodie, sondern DIE Star Trek Parodie überhaupt. Die beste, die geistreichste, die witzigste und die allerliebenswürdigste, die man sich als Herzblut-Trekkie nur wünschen kann.
20 Jahre später, treten Nesmith und seine Kollegen nur noch auf Fan-Conventions oder bei der Einweihung von Supermärkten auf. Der Rest der Welt hat den großen Quincy Taggert und seine Crew vergessen. Aber nicht so die Thermianer, die vom Planeten Klaatu Nebula kommen und auf der Suche nach Hilfe bei Commander Peter Quincy Taggart aka Jason Nesmith anklopfen. Denn die Thermianer sind die letzten treuen Fans der Serie. Sie haben sie nicht nur immer brav angeschaut, sondern sie haben sie auch als "historische Dokumente" tatsächlich für bare Münze genommen. Jetzt brauchen die Thermianer einen Helden wie Taggart, der mit dem fiesen und thermianermordenden Echsen-General Sarris fertig wird.
Ob das wohl gelingen wird, mit einer Crew von ausrangierten, gefrusteten, alkoholabhängigen und eitlen Seriendarstellern?
Wie scharfsinnig kann man eine epochale Kultserie eigentlich verspotten, ohne es dabei an Respekt gegenüber den Fans und dem Kult fehlen zu lassen und dennoch den Finger absolut treffend und erheiternd auf die kleinen und oft so peinlichen Stellen zu legen?
Wohl kaum besser als bei "Galaxy Quest".
Hier stimmt alles.
Die Darsteller machen ihren großen Namen alle Ehre. Tim Allen als Pendant zu William Shatner alias Captain James T. Kirk ist zum Hinknien treffend. Sigourney Weaver zeigt großes Talent zur Komödie in der Rolle des blonden Dummchens und Uhura-Verschnitts Gwen DeMarco, die nichts weiter zu tun hat als sexy auszusehen und den Computer zu wiederholen. ("Ich habe nur einen einzigen Job auf diesem lausigen Schiff, er ist dämlich aber ich erledige ihn, okay?").
Aaaah und Alan Rickman, britisch bis in die Haarspitzen, die unter der leicht zerfledderten Doktor Lazarus-Maske stecken. Was für ein Spock-Versatz! Leider hat dieser Sir Alexander Dane seine große Karriere als geadelter Shakespearedarsteller (mit fünf Vorhängen!) einem einzigen dämlichen Satz geopfert: "Bei Graptas Hammer dein Tod wird gerächt werden". Und darüber wird er wohl nie wegkommen. So etwas wie Scotty gibt es auch, göttlich lahmarschig dargestellt von Tony Shalhoub, zum Glück steht ihm eine Mannschaft von Thermianer (mit eingebauter Gruppenumarmung) im Maschinenraum zur Seite, so dass er belanglose Fragen wie "Wie beame ich?" oder "Wie schalte ich die Triebwerke ein?", ganz vertrauensvoll in deren Hände legen kann.
Dann gibt es da noch den obligatorischen Quotenschwarzen und Wesley Crusher-Nervensägen-Nachbildung Lt. Laredo (Daryll Mitchell), zu dem die Thermianer zutreffend bemerken: "...der ist aber groß geworden...".
Ganz wichtig ist auch Guy (Sam Rockwell), der einfache Crew-Man, der in der Serie üblicherweise sein Leben aushauchen muss, damit der Zuschauer merkt, wie brenzlig die Lage ist. Klar dass er bei Außenmissionen um sein Leben bangt. Und last but not least ist da Enrico Colantoni, der den thermianischen Ober-TeleTubbie Mathesar einfach zum Knuddeln genial spielt.
Einer wie der andere scheinen sie geradezu für diese Parodie geschaffen zu sein, und dass sie gewaltigen Spaß bei den Dreharbeiten hatten, das sieht man ihnen an, spürt es in jeder Filmminute.
Apropos Minute: Es ist ja auch ein uraltes Gesetz der Fernsehserie, dass alle Gefahren, Explosionen und drohende Weltuntergänge vom Helden erst in der allerletzten Millisekunde verhindert werden können. Also keine Bange, wenn Kirk, äh Taggart bei dieser Episode nicht auf Anhieb erfolgreich ist. ;-).
Trekkie Know How
Der Film ist auch ohne Vorkenntnisse der Star Trek- und Babylon-Serien eine wirklich witzige und geistreiche Parodie, aber wer je auch nur eine Episode von ST gesehen hat wird an dieser Veralberung den doppelten Genuss haben. Ach ja, und wer je auf einer Star Trek Convention war, der wird sich schlicht und einfach wegschmeißen vor Lachen.
Vorsicht ist also besonders für Trekkies angesagt: Ein Zwerchfellriss könnte die Folge dieses Filmes sein.
Meine Woodstock Hommage:
Galaxy Quest ist für mich weit mehr als eine Parodie. Es ist eine Liebeserklärung an Star Trek und an alle Trekkies, eine Hymne an beinahe vier Jahrzehnte Raumschiff Enterprise und ihren Kampf gegen das Böse im Universum. Danke an die Filmemacher, dass wir Trekkies uns einen witzigen, spannenden und so treffend skizzierten Film lang vorstellen durften:
Und es gibt sie doch!
Sooodele, ich aktiviere jetzt mal den Omega 13 und... zwoooorzt
DVD 9:
Dolby Digital, Sprachen: Englisch, Deutsch 5.1, Format: 16:9 (2.35:1) Anamorph Widescreen, Untertitel: Englisch, Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch,Diverse Untertitel für Hörgeschädigte
Länge: 102 Minuten
Zusatzmaterial:Trailer, Kapitel-Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, Deleted Scenes, Hinter den Kulissen, Am Drehort im All, 4 seitiges Booklet mit Produktionsnotizen, Outtakes