Längst überfällig war sie, die filmische Biographie und Hommage an einen der genialsten, schillerndsten, exzentrischsten, kontroversesten und ungewöhnlichsten Künstler, die Frankreich je hervorgebracht hat.
Allein schon die Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller dürfte etwaige vorherige Projekte bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt haben.
Nun ist sie aber da, die filmische Biographie der Ikone Serge Gainsbourg.
Das bemerkenswerteste daran ist, daß sie -ein kongenialer Meisterstreich- ebenso ungewöhnlich, sperrig, innovativ und einzigartig daherkommt wie Serge Gainsbourg selber es zeitlebens tat.
Bereits der Regisseur Joann Sfar ist eine Überraschung.
Er ist einer der ganz großen Comiczeichner Frankreichs, hat aber vor "Gainsbourg" noch nie einen Film gedreht.
Comicartig dann auch sein Herangehen an seinen ersten Film:
Ungemein phantasiereich werden die einzelnen Bruchstücke aus dem Leben Gainsbourgs bebildert und wird ihm als alter ego ein imaginärer Begleiter mit riesenhafter Pappmachénase als "seine Fresse" an die Seite gestellt.
Ein Glücksgriff ist der Hauptdarsteller Eric Elmosnino, der Gainsbourg nicht nur mit frappierender äußerlicher Ähnlichkeit, sondern auch mit seinen Gesten, seiner Mimik und nicht zuletzt den von ihm selbst gesungenen Liedern Gainsbourgs überzeugend darzustellen vermag.
Auch Gainsbourgs Musen und Geliebte Juliette Gréco, Brigitte Bardot und Jane Birkin sind hervorragend besetzt, allen voran Laetitia Casta, die eine absolut atemberaubende Brigitte Bardot abgibt.
Warum ich dennoch "nur" vier Sterne gebe?
Ganz einfach und wie bereits gesagt:
Der Film ist wie Gainsbourg: genial, exzentrisch, außergewöhnlich, etwas sperrig und derart kontrovers, daß wohl kein einzelner Mensch jeden einzelnen der vielen Aspekte, aus denen er sich zusammensetzt, gleichermaßen lieben kann.
Letztlich macht aber gerade das die Faszination aus.
Für alle Gainsbourg-Fans ein absolutes Muss!