Der französische Student Stéphan macht sich in Rumänien auf die Suche nach der Schlagersängerin Nora Luca, deren Musik seinem verstorbenen Vater sehr viel bedeutete. Auf seiner abenteuerlichen Reise muss sich der Franzose zu Anfang überwiegend mit Gestik und Mimik verständigen, um mit der dortigen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. In dem Roma Izidor, der durchaus sein Vater sein könnte, findet Stéphan eines Abends einen Freund, der ihn aus Sympathie und Gastfreundschaft sofort mit nach Hause nimmt. Izidor, dessen Sohn, wie sich bald darauf herausstellt, nur aufgrund seiner Herkunft und eines Justizirrtums im Gefängnis sitzt, sieht in dem jungen Franzosen eine Art Sohnersatz, und kümmert sich fortan wie ein Vater um ihn. Hier nimmt die Geschichte oder das Schicksal des Studenten seinen Lauf, denn er wird fortan unmittelbar mit der Kultur, sowie der Mentalität und den Lebensgepflogenheiten der Roma konfrontiert. Absolut realistisch werden hier die ambivalenten Sympathien der Roma dargestellt, die den Franzosen einerseits mit ihrer überschäumenden Gastfreundschaft wie einen König verehren, aber andererseits auch wie einen Eindringling oder besser gesagt "Auswüchsigen" behandeln, und ihm, aufgrund ihrer Vorurteile gegenüber der Gesellschaft, fast schon stereotypisch alle möglichen schlechten Dinge unterstellen.
Einzig und allein die Roma-Kinder erkennen den Fremdling wirklich an, und helfen ihm sich in seiner neuen Lebenswelt zurechtzufinden. Gleichzeitig machen sie sich aber auch einen ganz großen Spaß daraus dem weltoffenen Studenten ihre, für unseren Kulturkreis, oftmals extrem anstößige und primitive Sprache zu vermitteln. Unabhängig von der realistischen Darstellung eines sprachlichen Miteinanders, das sich fast durchweg auf dem Niveau der Gossensprache bewegt, erlebt Stéphane dort auch sehr warme und herzliche Momente. So ist der Student durch das unbeschwerte, und einfach in den Taghineinleben der Roma, sowie das ständig fröhliche und ausgelassene Feiern der Menschen und deren feurigen und funkensprühenden Musik, schon bald fasziniert von der ganzen Lebensweise, und entwickelt aus dieser Faszination heraus auch eine große Leidenschaft für die bildhübsche Sabina, die Schwiegertochter Izidors.
Gadjo Dilo - gibt dem Zuschauer einen realistischen und tiefen Einblick in eine völlig konträre Lebenswelt, und zeigt gleichzeitig auf, warum es so schwierig ist, diese Kultur, sowie diese Lebensweisen und Einstellungen der Roma, in unsere europäische Kultur zu integrieren.